
Otto, Weihnachten, Black Friday, Amazon Haul, Tencent, Airbnb, Klarna, Just Eat Takeaway, Onlinemode, GPSR, KI & Nachhaltigkeit
Aktuelle E-Commerce-News: Otto, Weihnachten, Black Friday, Amazon Haul, Tencent, Airbnb, Klarna, Just Eat Takeaway und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Certificate of Advanced Studies (CAS) in International Retail Management an der Universität St.Gallen – Seien Sie dabei!
Ab dem 11. Februar 2025 startet die nächste Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 1. Januar 2025
HANDEL NATIONAL
Otto: Kein Personalabbau zur Umfirmierung geplant
Otto wird zum 1. März 2025 seine Unternehmensform ändern, um "den finanziellen Spielraum der Gruppe zu erweitern" und um den Generationenwechsel von Michael auf Benjamin Otto vorzubereiten, wie das Unternehmen mitteilt. Excitingcommerce.de stellt eine Verbindung zwischen diesen Veränderungen und einem Stellenabbau her. Dem widerspricht Otto: "Der geplante Rechtsformwechsel hin zu einer KGaA dient dazu, die obere Unternehmensstruktur der Otto Group zu vereinfachen und den Konzern auch im Zuge des Generationenwechsels zukunftssichernd aufzustellen. Die [...] beschriebene Kausalität ist schlichtweg falsch." Es sei kein Stellenabbau geplant. Hinweis: In der ersten Fassung dieses Textes hatte es unter Bezug auf Excitingcommerce.de geheißen, Otto plane im Zusammenhang mit der Rechtsform-Änderung einen Stellenabbau, versuche aber, betriebsbedingte Kündigungen durch freiwillige Abgänge zu vermeiden. Wir haben diesen Artikel geändert.
Black Friday: Vier Prozent weniger Umsatz
Der Wert der durchschnittlichen Ausgaben am Black Friday wird in einer Studie von Boston Consulting auf 340 Euro geschätzt, was im Vergleich zum Vorjahr vier Prozent Rückgang bedeutet. 68 Prozent der Deutschen werden online shoppen und sich dabei auf Amazon (64 Prozent), Google (38 Prozent), Youtube und Instagram (jeweils 21 Prozent) inspirieren lassen. Die beliebtesten Kategorien sind Bekleidung (49 Prozent), gefolgt von Elektronik (36 Prozent) sowie Kosmetik und Parfüm (32 Prozent). 29 Prozent wollen für ihre Einkäufe KI-Unterstützung nutzen.
Weihnachten: Preis-Leistungs-Verhältnis wichtiger als Rabatte
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für 38 Prozent der deutschen Verbraucher das wichtigste Kriterium beim Weihnachtseinkauf, gefolgt von Rabatten und Sonderaktionen mit 27 Prozent, wie die Weihnachtsstudie von Offerista und ShopFully zeigt. Für die Recherche nach Angeboten nutzen 58 Prozent der Deutschen bevorzugt die Webseiten der Unternehmen. Die geplanten Hauptausgaben entfallen auf Kleidung sowie Essen und Trinken mit jeweils 38 Prozent, dicht gefolgt von Kosmetik, Parfums und Spielzeug mit je 36 Prozent.
Unberechtigte Schutzrechtsmeldungen sind rechtlich anfechtbar
Unberechtigte Schutzrechtsmeldungen durch Mitbewerber, die oft – ohne Überprüfung – zur Sperrung von Produktangeboten auf Amazon führen, stellen für viele Händler eine ernsthafte Bedrohung dar. Das Landgericht Düsseldorf hat nun im Rahmen einer einstweiligen Verfügung (Az. 34 O 37/24) entschieden, dass Händler gegen solche ungerechtfertigten Meldungen rechtlich vorgehen können. Der Einsatz einer einstweiligen Verfügung sei laut Gericht ein „angemessenes und schnelles Mittel“. Bei Zuwiderhandlungen droht laut Lhr-Law.de ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazons Low-Cost-Shop ist gestartet
Amazon startet mit „Amazon Haul“ seinen neuen Marktplatz für Produkte unter 20 Dollar, um mit Low-Cost-Anbietern wie Shein, Tiktok Shop und Temu zu konkurrieren, berichtet Geekwire.com. Die Lieferzeiten für die meist sogar unter zehn Dollar kostenden Artikel werden ein bis zwei Wochen betragen – deutlich länger als die üblichen Amazon-Lieferzeiten – da es sich um Direktimporte von Herstellern aus China handelt. Bislang ist Haul nur in den USA und nur innerhalb der App zugänglich und verfügt über eigene Versionen von Suche, Warenkorb und Kasse.
Tencent mit Gewinnsprung von 47 Prozent
Tencent, das größte Internetunternehmen Chinas und die Mutter von „Wechat“, steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um 47 Prozent auf 7,4 Mrd. Dollar, berichtet Scmp.com. Der Umsatz wuchs um acht Prozent auf 23,2 Mrd. Dollar. Davon machten Werbeeinnahmen 4,2 Mrd. Dollar sowie Finanztechnologie & Geschäftsdienste 7,4 Mrd. Dollar aus. Der bislang wichtigste Geschäftszweig – Gaming – legte in China mit Hits wie „Dungeon & Fighter Mobile“ um 14 Prozent und international dank des Überraschungserfolgs „Black Myth: Wukong“ um neun Prozent zu, was unterm Strich 7,2 Mrd. Dollar Umsatz bedeutete.
Airbnb: Großvermieter sind unbeliebter
Im Durchschnitt erhalten Großvermieter auf Airbnb von den Nutzern schlechtere Bewertungen, zitiert Businessinsider CEO Brian Chesky. Zwar machen Vermieter mit mehr als 21 Angeboten 28 Prozent der Angebote aus und generieren 36 Prozent der Einnahmen, trotzdem setzt Airbnb mit seinem „Co-Host Network“ bewusst auf Kleinvermieter, die ein authentischeres „lokales Gefühl“ vermitteln können. Das neue Tool verbindet Eigentümer mit Einheimischen, die gegen eine Gebühr die Verwaltung von Unterkünften übernehmen können.
Klarna geht in den USA an die Börse
Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, bekannt für seine BNPL-Angebote, hat bei der US-Börsenaufsicht SEC vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang eingereicht, wie Businessinsider.de berichtet. Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 57,88 Mio. Euro und steigerte seinen Umsatz um 27 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro – in den USA betrug das Wachstum sogar 38 Prozent. Der Börsengang in den Staaten soll die internationale Marktposition stärken und neue Investoren gewinnen.
Just Eat findet doch Käufer für Grubhub
Europas größter Lieferdienst Just Eat Takeaway, in Deutschland und Österreich unter der Marke Lieferando aktiv, verkauft Grubhub für 650 Mio. Dollar an das Start-up Wonder, meldet Reuters.com. Obwohl die Summe deutlich unter der 7,3 Mrd. Dollar liegt, die der amerikanische Lieferdienst 2020 gekostet hatte, freute sich die Börse und die Kurse von Just Eat kletterten mehr als 20 Prozent. Der Verkaufsprozess wurde durch verlangsamtes Wachstum, hohe Steuern und Gebührenobergrenzen in New York City erschwert, die dem Unternehmen jährliche Einbußen von 100 Mio. Dollar bescherten.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Onlinemode: Frauen haben 50 Prozent mehr Auswahl
In zehn der größten Fashion-Online-Shops (H&M, Mango, Cos, Arket, Weekday, Pull & Bear, Breuninger, Asos, Uniqlo, Reserved) haben Frauen durchschnittlich 50 Prozent mehr Auswahl als Männer, ergab eine Analyse der University of Europe for Applied Sciences. Bei den Preisen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern: Während bei Mango Herrenmode 20 Prozent mehr kostet, sind bei Arket die Damenartikel um 25 Prozent teurer. Die größten Preisunterschiede zeigen sich bei Hoodies und Sweatshirts, die für Männer 15 Prozent teurer sind. Im Gesamtdurchschnitt zahlen Männer zwei Prozent mehr.
Amazon & Ebay erschweren Einhaltung der GPSR
Seit gestern müssen Online-Händler gemäß der Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit (GPSR) erweiterte Informationspflichten erfüllen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Diese umfassen unter anderem die Herstellerangaben mit vollständiger Kontaktadresse und bei außereuropäischen Herstellern einen Ansprechpartner in der EU. Amazon zeigt diese Informationen in einem neuen Reiter gebündelt für alle Anbieter eines Produkts an, eine rechtliche Überprüfung dieser Lösung steht noch aus. Auf Ebay kämpfen Händler mit technischen Schwierigkeiten, da die Plattform E-Mail-Adressen in Produktbeschreibungen automatisch entfernt und die Gruppenfunktion zur Bearbeitung der Angebote nicht immer zuverlässig funktioniert.
NACHHALTIGKEIT
Potenzial der KI für die Nachhaltigkeit schlummert noch
92 Prozent der britischen Unternehmen geben laut eigenen Angaben der Nachhaltigkeit eine hohe Priorität, allerdings setzen nur 30 Prozent konsequent neue Technologie dafür ein, zitiert Techradar.com eine Studie von Kyndryl und Microsoft. Der Druck von Investoren und Anteilseignern steigt zwar ständig, doch bislang wird KI von 62 Prozent der Firmen nur zur Überwachung von Energieverbrauch und Emissionen eingesetzt. Nur gut ein Drittel setzen sie für Trendanalysen ein und lediglich 19 Prozent nutzen die Daten umfassend für strategische Planungen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge