Otto x 4, Bike24, Vier-Tage-Woche, Shein, Twint, Australien, Googles KI-Übersichten, Amazon, KI-Implementierung, House of Vinted

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Aktuelle E-Commerce-News: Otto x 4, Bike24, Vier-Tage-Woche, Shein, Twint, Australien, Googles KI-Übersichten, Amazon und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Jeder fünfte Online-Händler ist „sehr unzufrieden“
Der Online-Handel ist mit einer knappen Mehrheit von 52 zu 48 Prozent mit der Gesamtsituation unzufrieden, so laut Onlinehaendler-News.de die Jahresstudie des Händlerbunds. Noch nie (in elf Jahren der Studie) waren so viele „sehr unzufrieden“ (21 Prozent) und noch nie so wenige „sehr zufrieden“ (sechs Prozent). Ein Grund sei das enttäuschende Weihnachtsgeschäft, mit dem 59 Prozent haderten. Als Hauptbelastungen würden Inflation und Kaufzurückhaltung (64 Prozent) sowie die neue Produktsicherheitsverordnung GPSR (43 Prozent) gelten.

Otto I: Fünf Prozent Wachstum dank Marktplatz und Werbung
Otto konnte im Geschäftsjahr 24/25 den Umsatz laut Pressemitteilung um fünf Prozent auf 4,4 Mrd. Euro steigern. Als besonders wichtig entpuppten sich dabei zum einen der Marktplatz mit seinen 6.200 Partnern und 12,2 Mio. Kunden, der einen Umsatzsprung von 24 Prozent verzeichnete und zum anderen die hauseigene Retail-Media-Sparte Otto Advertising, die sogar ein Plus von 25 Prozent verbuchte – hier funktionierten besonders die gesponserten Produktanzeigen 60 Prozent besser als im Vorjahr. Hinweis: Wir hatten versehentlich "Geschäftsjahr 24/26" geschrieben und haben den Fehler korrigiert.

Otto II: Opelt kritisiert Bundesregierung als zu langsam
Marc Opelt, der Vorsitzende des Bereichsvorstands von Otto, wünscht sich von der Bundesregierung mehr Biss gegen staatlich geförderte chinesische Plattformen wie Temu und Shein: „Die Regierung schaut zu in einer Kombination aus Schneckentempo und mangelndem Sachverstand“, sagte er während der Vorstellung der Jahresergebnisse. „Meine Erwartung wäre schon, dass sich die Regierung stärker damit auseinandersetzt als bisher.“ Zum „Aktionsplan der Bundesregierung zu E-Commerce“, der zentrale Kritikpunkte aufgreift, fügte er auf Nachfrage von Etailment.de hinzu, von der Ankündigung Anfang September 2024 bis zum Beschluss Ende Januar 2025 sei fast ein halbes Jahr vergangen, die konkrete Umsetzung habe noch nicht begonnen. Für die Skalierungsgeschwindigkeit chinesischer Plattformen sei das zu viel Zeit.

Otto III: KI kontrolliert KI
Bei Otto sind gegenwärtig 70 KI-Produkte im Einsatz, sagte Chief Tech Transformation Officer Frederike Fritzsche im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz. Zu den acht Einsatzbereichen gehörten „Schätzen“, „Prognostizieren“, „Vergleichen“, „Erkennen“ und „Generieren“. Auf klassischen Otto.de-Seiten seien KI-Anwendungen für Empfehlungen, Filter, Preise, Ads, Suche und Flächenausspielungen im Einsatz. In den Newslettern generiere eine Generative KI persönliche Betreffzeilen – eine zweite KI prüfe die Zeilen auf ethische Fragen. Ergebnis seien 15 Prozent mehr Klicks bei Kosten von einem Euro pro Woche für sechs Millionen Newsletter.

Otto IV: Versandkartons sollen mehr Biomasse bekommen
Alle Versandkartons von Otto sollen bis 2028 einen „höchstmöglichen Anteil an Paludi-Biomasse“ enthalten, also Fasern aus Moorpflanzen. Eine erste Auflage von 100.000 Kartons mit zehn Prozent Moorgras-Anteil sei von August bis Oktober 2024 genutzt worden, sagte Karla Jabben, Sustainability Managerin des Unternehmens, während der Vorstellung der Jahreszahlen. Weitere Tests im laufenden Jahr sollen höhere Anteile und andere Pflanzen ausprobieren sowie die Kosten senken. Mit der Nutzung von Moorpflanzen will Otto die umweltverträgliche Nutzung von Mooren fördern, unter anderem über das Projekt „Tomoorow“ der Umweltstiftung Michael Otto.

Bike24 radelt zurück in die Gewinnzone
Fahrrad- und Outdoor-Spezialist Bike24 hat die Trendwende geschafft und ein bereinigtes Ebitda von 5,3 Mio. Euro erzielt, berichtet Retail-News.de. Nach einem Verlustjahr 2023 habe der Online-Händler besonders in Beneluxländern brilliert, wo der Umsatz um satte 31 Prozent geklettert sei. Für 2025 peile das Unternehmen einen Umsatzanstieg auf bis zu 242 Mio. Euro an und prognostiziere eine Verdopplung des bereinigten Ebitda.

Vier-Tage-Woche: IW sieht mehr Risiken als Chancen
Eine verpflichtende Vier-Tage-Woche würde massiven Wertschöpfungsverlust verursachen, warnt eine repräsentative Unternehmensbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Bei der Erhebung unter 823 Firmen hätten 94 Prozent der Befragten negative wirtschaftliche Folgen prognostiziert – allerdings sei das Modell bislang kaum erprobt, da 82 Prozent der Unternehmen es noch nicht getestet hätten. Während die Hälfte durchaus Vorteile für die Bewerberattraktivität erkenne, befürchteten knapp 70 Prozent liegenbleibende Arbeit und internationale Wettbewerbsnachteile. Die von den Studienautoren Thomas Schleiermacher und Holger Schäfer kritisierte flächendeckende Einführung könnte den Fachkräftemangel sogar verschärfen.

Einzelhandel: Digitaler Aufschwung, analoge Nachfolgeprobleme
Mehr als zwei Drittel der deutschen Einzelhändler rechnen mit florierenden Online-Shops sowie wachsenden Einnahmen über soziale Medien und Apps, zeigt die dritte IHK-Ibi-Handelsstudie. Gleichzeitig stehe bei sechs Prozent der Unternehmen 2025 eine Geschäftsübergabe an – bis 2035 benötige sogar jedes zweite Geschäft einen Nachfolger, der aber in 43 Prozent der Fälle nicht gefunden werden könne. Neben diesen strukturellen Herausforderungen plagten den stationären Handel zunehmende Ladendiebstähle und IT-Sicherheitsprobleme – 49 Prozent der größeren Unternehmen sei bereits Opfer von Phishing-Attacken geworden.


HANDEL INTERNATIONAL

Shein verbessert seinen dritten Platz im Modemarkt
Shein hat seinen Marktanteil – trotz Kinderarbeitsfällen und einer Anklage wegen irreführender Nachhaltigkeitsaussagen – um 0,24 Prozentpunkte auf 1,53 Prozent ausgebaut, berichtet Fashionunited.de. Branchenprimus beim Marktanteil bleibt trotz Verlusten Nike mit 2,85 Prozent, mit deutlichem Abstand vor Adidas mit 1,79 Prozent. Auf Shein, wieder auf dem dritten Platz, folgen Zara (1,24 Prozent), H&M (1,06 Prozent), Uniqlo (0,92 Prozent), Louis Vuitton (0,90 Prozent), Skechers (0,68 Prozent) und Puma (0,68 Prozent).

Twint hat in der Schweiz das höchste Ansehen
Twint verteidigt seinen Spitzenplatz im „Swiss Reputation Ranking“ von NIQ-GfK. Das Fintech-Unternehmen glänze besonders bei Frauen und jungen Menschen unter 30. Den zweiten Rang behaupte unverändert Zweifel (Chips & Snacks). Ricola habe Migros vom dritten Platz verdrängt, dafür sei der digitale Newcomer Galaxus erstmals unter den 50 bedeutendsten Schweizer Unternehmen vertreten. Bei den Non-Profit-Organisationen throne die Rega (Rettungsflugwacht) bereits zum achten Mal in Folge an der Spitze.

Australiens Online-Handel im Feiertagskater
Australiens E-Commerce-Umsatz schrumpfte im Februar um 21 Prozent gegenüber Januar, meldet Retailasia.com. Dieser drastische Einbruch sei aber typisch für die Nach-Feiertagsflaute, selbst wenn der Traffic 19 Prozent eingebrochen sei und fünf Prozent weniger Konversionen gemessen wurden. Es sei im Gegenteil sogar erfreulich, dass der Rückgang vier Prozent geringer ausgefallen sei als im Vorjahr und der durchschnittliche Warenkorb mit 161 australischen Dollar beinahe genauso voll gewesen sei wie 2024. Good On Ya, Australia!


Googles KI-Übersichten nun auch in DACH
Google führt laut Pressemitteilung die Funktion „Übersicht mit KI“ nun auch in Deutschland, Schweiz und Österreich ein. Die Suchmaschine beantworte bestimmte Suchanfragen künftig direkt mit KI-generierten Texten an prominenter Stelle, die Informationen verschiedener Quellen bündelten. Laut Google sind die Nutzer mit den KI-Ergebnissen zufriedener. Laut Kritikern werden sogar im Ergebnis zitierte Seiten deutlich weniger besucht. Wer die Funktion nicht nutzen möchte, weil er Links angezeigt haben will, hat laut Google Watchblog Pech: Sie lässt sich nicht abschalten.

Amazon zieht doppelt so viele Fake-Produkte aus dem Verkehr
Amazon hat im vergangenen Jahr über 15 Mio. gefälschte Produkte aus dem Verkehr gezogen – mehr als doppelt so viele wie 2023, berichtet Handelszeitung.ch. Laut Kebharu Smith, Amazons Fälschungsbekämpfungsleiter, habe die verbesserte Erkennung in Verteilzentren sowie gezielte Aktionen in Produktionsländern den drastischen Anstieg bewirkt. Bemerkenswerte 99 Prozent der verdächtigen Angebote seien abgefangen worden, weshalb sich Meldungen von Markenherstellern seit 2020 um 35 Prozent verringert hätten.

Daten und Köpfe: Die zwei Hürden der KI-Implementierung
Acht von zehn Unternehmen treiben aktiv KI-Projekte voran, zeigt die aktuelle ECC-Studie „Intelligence Rising“. Die Befragten strebten vor allem nach Effizienzsteigerung und Prozessautomatisierung, stolperten jedoch über Personalengpässe und Probleme bei der Datenintegration. Besonders in IT-Sicherheit und Logistik fänden KI-Lösungen bereits Anwendung, während kundenorientierte Bereiche hinterherhinkten. Die Investitionsschwerpunkte lägen auf der Infrastruktur und dem Datenschutz, doch ausgerechnet die kritische Datenqualität und die Schulung der Mitarbeiter würden stiefmütterlich behandelt.


NACHHALTIGKEIT

Vinted verkauft gebrauchte Influencer-Kleidung
Vinted bringt mit „House of Vinted“ ein kuratiertes Luxuskonzept für Secondhand-Mode auf den Markt, berichtet Retail-News.de. Bekannte Mode-Influencerinnen wie Susie Lau und Victoria Magrath böten dabei persönliche Designerstücke von Prada, Gucci und Balmain zum Verkauf an. Die Teile, die teilweise bewegte Geschichten trügen, seien seit gestern in Großbritannien, Frankreich und Italien erhältlich. Ein Teil der Erlöse fließe an die Hilfsorganisation Oxfam, wodurch das Projekt neben Nachhaltigkeit auch soziales Engagement fördere.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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