
Personalisierung, E-Commerce-Mythen, Google-Shopping, Black Friday, WD-40, Weltbild, Uber, Adyen, UPS, Einkaufs-Stress, KI-Shopping
Aktuelle E-Commerce-News: Personalisierung, E-Commerce-Mythen, Google-Shopping, Black Friday, WD-40, Weltbild, Uber, Adyen und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Der Einzelhandel steht niemals still: heute Social Commerce, morgen KI-Personalisierung
Käufer erwarten, dass an jedem Kontaktpunkt alles schnell und reibungslos funktioniert. Hinter den Kulissen ist dies jedoch komplex – daher verzichten führende Marken auf schwerfällige Software-Pakete und setzen stattdessen auf einen Composable-Ansatz, der schneller und flexibler ist und auf Veränderungen ausgelegt ist. Der Guide von Contentful zeigt, wie Sie konsistent bleiben, personalisieren, Omnichannel-Lösungen umsetzen und innerhalb weniger Wochen liefern können.
Jetzt den kostenlosen Guide herunterladen
HANDEL NATIONAL
Mehrheit schätzt maßgeschneiderte digitale Angebote
Zwei Drittel der Deutschen empfinden personalisierte digitale Inhalte als angemessen, so eine Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft. Vier von fünf Befragten hätten nichts gegen Personalisierung, über drei Viertel seien bereit, ihre Daten zu teilen – besonders bei Streaming-Diensten und im Online-Handel. Nur jeder Fünfte lehne Personalisierung ab. Rund die Hälfte wünsche sich allerdings mehr Transparenz über die Datennutzung und bessere Aufklärung über Funktionsweisen. BVDW-Präsident Dirk Freytag betone, dass KI die Erwartungen an die Personalisierung sogar noch verstärken würde.
Warum manche Buzzwords nur Mythen sind
Manche Wahrheiten halten sich ewig, obwohl sie gar keine Wahrheiten sind. Zum Beispiel, der Black Friday bringe Zusatzumsätze. In seinem Beitrag enttarnt Thomas Bausenwein aus dem Etailment.de-Expertenrat Mythen aus dem E-Commerce, nennt einen Mythos, der tatsächlich wahr ist – und weiß, wie Händler richtig damit umgehen. Jetzt auf Etailment.de.
Google-Shopping: Versandkosten in Anzeigen Pflicht
Online-Händler müssen Versandkosten bereits in Google-Shopping-Anzeigen konkret ausweisen, entschied das Landgericht Bochum laut Onlinehaendler-News.de. Eine Händlerin habe Desinfektionsmittel für 5,35 Euro beworben, die Versandkosten von 3,99 Euro seien jedoch erst im Shop ersichtlich gewesen. Das Gericht habe dies als Irreführung durch Unterlassen bewertet, da Verbraucher auf Preisvergleichsplattformen von Endpreisen ausgingen. Pauschale Hinweise wie „zzgl. Versand“ reichten nicht aus – die exakte Summe müsse erscheinen.
Black Friday 2024 brachte sieben Prozent Rabatt
Drei Viertel aller Produkte waren am Black Friday 2024 günstiger als im Oktober, so eine Analyse von Idealo.de mit über 10.000 Artikeln aus 1.800 Online-Shops. Die durchschnittliche Ersparnis habe sieben Prozent ausgemacht – deutlich weniger als die von Verbrauchern erwarteten elf bis 20 Prozent. Fernseher seien mit 17 Prozent Preisnachlass besonders stark rabattiert gewesen, E-Bikes hätten mit 401 Euro die höchste absolute Ersparnis gebracht. Smartphones und Apple „Airpods Pro 2“ seien mit fünf Prozent Rabatt unter dem Durchschnitt gelegen. Die Studie widerlege zudem den Mythos künstlicher Preiserhöhungen vor dem Aktionstag, an den 69 Prozent der Verbraucher glauben würden.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon dominiert globalen E-Commerce mit großem Abstand
In der Liste der 20 meistbesuchten E-Commerce-Websites der Welt sichert sich Amazon.com mit 2,71 Mrd. Besuchen den ersten Platz, berichtet Visualcapitalist.com. Temu folge mit 1,63 Mrd. Visits vor Aliexpress (646 Mio.), Ebay (635 Mio.), Ozon (525 Mio.), Amazon Japan (525 Mio.), Walmart (595 Mio.), Amazon Indien (436 Mio.), Rakuten (419 Mio.), Amazon Deutschland (407 Mio.) und Coupang (290 Mio.). Addiere man alle Länderdomains, vereinige Amazon 43 Prozent des Traffics der Top 20 auf sich.
WD-40: E-Commerce läuft wie geschmiert
Der 72 Jahre alte Kriechöl-Spezialist WD-40 steigerte seinen Jahresumsatz um fünf Prozent auf 620 Mio. Dollar und rückt dabei den digitalen Handel ins Zentrum, wie Digitalcommerce360.com berichtet. Der E-Commerce-Umsatz sei sogar zehn Prozent gestiegen. CEO Steven Brass bezeichne digitale Plattformen als „mächtigen Motor für die Markenbildung“, der Produktsichtbarkeit erweitere und Kundenbindung vertiefe. Das Unternehmen setze auf KI-gestützte Systeme von Microsoft und Salesforce, um die globale Infrastruktur zu skalieren.
Aus Weltbild wird Schweizer Outlet-Plattform
Ein Jahr nach der Insolvenz startet Weltbild in der Schweiz als Online-Outlet neu, berichtet ITMagazine.ch. Das Schweizer Unternehmen Wemalo habe die Marke und große Lagerbestände übernommen und biete nun über 2 Mio. Artikel an – neben dem klassischen Weltbild-Sortiment auch Restposten, Liquidationen und Konkursmassen. Alle Produkte seien Originalware mit Herstellergarantie, B-Ware werde klar gekennzeichnet. Hinter Wemalo stehe Marcel Weber, ehemaliger Geschäftsführer von Steg Electronics, der bereits die Konkursmasse der PCP.com-Gruppe aufgekauft und vermarktet habe.
Uber plant 100.000 Robotaxis mit Nvidia-Technologie
Fahrvermittler Uber strebt 100.000 Robotaxis auf seiner Plattform an und kooperiert dafür mit Nvidia, meldet Handelszeitung.ch. Die ersten Fahrzeuge mit der neuen Computer-Plattform „Drive AGX Hyperion 10“ sollen 2027 verfügbar sein. Mindestens 5.000 Wagen würden von Stellantis kommen, auch Mercedes-Benz und Lucid entwickelten kompatible Fahrzeuge. Der Fahrdienst-Vermittler habe bereits im Sommer angekündigt, binnen sechs Jahren 20.000 selbstfahrende Lucid-SUVs einzuführen. In einigen US-Städten seien schon Waymo-Robotaxis über die Uber-App buchbar, künftig sollen auch Fahrzeuge von VW und Baidu folgen.
Adyen wächst dank E-Commerce um ein Fünftel
Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um mehr als ein Fünftel auf rund 598 Mio. Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen, berichtet IT-Boltwise.de. Das im EuroStoxx 50 gelistete Unternehmen profitiere weiterhin vom E-Commerce-Boom und der verstärkten Nutzung von Kartenzahlungen. Die operative Marge solle auf über 50 Prozent klettern, die Umsatzprognose für dieses Jahr sehe ein Wachstum im niedrigen bis mittleren Zwanzig-Prozent-Bereich vor. Zu den Kunden zählten Booking.com, Delivery Hero, Ebay, Spotify und Zalando.
UPS kappt 48.000 Jobs nach Amazon-Rückzug
Der Logistikkonzern UPS hat seit vergangenem Jahr 48.000 Stellen abgebaut, berichtet Livemint.com. Allein 2025 seien 34.000 Positionen bei Fahrern und Lagerpersonal gestrichen worden, weitere 14.000 Management-Jobs bereits 2024. Zugleich habe UPS die Partnerschaft mit Amazon bewusst um 21 Prozent zurückgefahren, um sich auf margenstärkere Geschäfte zu konzentrieren. Der Umsatz pro Paket sei um zehn Prozent geklettert. Die Restrukturierung solle Gewinne optimieren, nichtsdestotrotz seien Nettogewinn und Umsatz im dritten Quartal gesunken.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Gestresste Käufer bremsen das Weihnachtsgeschäft aus
Überforderung und Einkaufsstress bedrohen die Umsätze im Weihnachtsgeschäft erheblich, prognostiziert Accenture laut Medienmitteilung. 84 Prozent der Verbraucher fühlten sich beim Geschenkkauf gestresst, 77 Prozent seien von der Angebotsvielfalt überfordert. Drei Viertel hätten Entscheidungsschwierigkeiten, 73 Prozent befürchteten spätere Kaufreue. Die Folge seien steigende Kaufabbrüche. Zu viele Optionen und zu wenig Orientierung würden den einstigen Vorteil des stressfreien Online-Shoppings ins Gegenteil verkehren.
88 Prozent vertrauen der KI beim Online-Shopping blind
OpenAI hat mit „Instant Checkout“ den kompletten Kaufakt in ChatGPT integriert – eine erhebliche Herausforderung für etablierte Shops und Marktplätze. In einem Experiment des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen und der Hochschule Vorarlberg hätten 88 Prozent der ChatGPT-Nutzer bei der Produktrecherche keine weiteren Websites besucht – bei den Google-Nutzern seien es nur 27 Prozent gewesen. Die Empfehlungen der KI würden ohne Gegenprüfung akzeptiert, während Google-Nutzer beim Shoppen mehrere Quellen durchklickten. ChatGPT überträfe außerdem die etablierte Suchmaschine bei Genauigkeit und Tempo, besonders bei komplexen Anfragen.
92 Prozent der Exchange-Server ohne Sicherheitsupdates
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt laut Golem.de vor einem massiven Sicherheitsproblem: 92 Prozent der 33.000 online erreichbaren Exchange-Server in Deutschland liefen noch mit Versionen ohne Support. Seit dem 14. Oktober erhielten Exchange Server 2016 und 2019 keine Sicherheitsupdates mehr. Kritische Schwachstellen blieben dauerhaft ungepatcht, was Angreifern Tür und Tor für Ransomware-Attacken öffnen würde. Der Weiterbetrieb verletze zudem die DSGVO, da personenbezogene Daten verarbeitet würden. Das BSI empfehle dringend den Wechsel zu Exchange SE oder Alternativen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge