3D-Illustration zu E-Commerce-Themen: Markenschutz, internationale Märkte und KI-Shopping
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Plagiate, Def Shop, Smart Insur, #Sellersunite, Niederlande, Frankreich, Google, Indien, ChatGPT + Amazon, Shopping per KI

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Plagiate, Def Shop, Smart Insur, #Sellersunite, Niederlande, Frankreich, Google, Indien und weiteren Themen des Tages.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

Webinar: Wie digitale Kassenbons die personalisierte Ansprache verbessern
Wie lässt sich der digitale Kassenbon gezielt zur personalisierten Kundenansprache im stationären Handel nutzen? Individuell zugeschnittene Werbung hat großen Einfluss auf Kaufentscheidungen. REMIRA zeigt, wie aus der Filiale heraus App-Downloads, Newsletter-Anmeldungen & Co. messbar gesteigert und mit Kampagnen verknüpft werden.

HANDEL NATIONAL

Deutschland europäischer Spitzenreiter bei Plagiaten
Deutschland ist größtes Ziel für Fälscherware in der EU, meldet Stern.de. Wöchentlich erreichten etwa 144.000 Pakete mit Plagiaten das Land, der geschätzte Jahresschaden liege bei acht Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr stellten Behörden EU-weit 112 Mio. gefälschte Artikel sicher, deren Verkaufswert auf Rekordhöhe von 3,8 Mrd. Euro kletterte. Am häufigsten betroffen seien Videospiele, Spielwaren und Kleidung, die hauptsächlich über Online-Plattformen aus China und der Türkei vertrieben würden. Nur 0,74 Prozent der Fälle endeten vor Gericht.Markenverband und HDE gegen illegale Warenschwemme
Markenverband und Handelsverband verlangen gemeinsam entschlossenes Handeln gegen illegale Produkte aus Fernost, meldet der HDE. Laut des EU-Amts für geistiges Eigentum bestünden 5,8 Prozent aller EU-Importe aus gefälschter oder nicht rechtskonformer Ware, 65 Prozent davon gelangten über E-Commerce-Kanäle nach Europa. HDE-Präsident Alexander von Preen bezeichnet die Zollfreigrenze von 150 Euro als „Freifahrtschein für Schrott“, deren Abschaffung dringend erforderlich sei. Die Verbände fordern zudem, dass entfernte Fälschungen nicht erneut auftauchen dürften, sowie verstärkte Zollkontrollen und eine Anmeldepflicht für sämtliche Pakete.

Streetwear-Pionier Def Shop insolvent
Das Amtsgericht Darmstadt ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung über Def Shop an, berichtet Retail-News.de. Der Streetwear-Pionier kämpfe seit Ende 2024 mit massiven Kundenbeschwerden. Zwischen Januar und Juli 2025 seien über 700 Beschwerden bei Verbraucherzentralen eingegangen, meist wegen ausbleibender Rückerstattungen nach Retouren. Auf Trustpilot sei die Bewertung auf katastrophale 1,7 von fünf Sternen abgestürzt. Der 2006 gegründete Online-Shop habe 2017 mit 64 Mio. Euro Umsatz seinen Höhepunkt erreicht.

Smart Insur verwaltet über 5 Mrd. Euro Prämienvolumen
Die Versicherungsplattform Smart Insur hat Ende September laut Pressemitteilung ein verwaltetes Bestandsvolumen von über 5 Mrd. Euro Jahresnettoprämie und damit ein Wachstum von 8,5 Prozent erreicht. CEO Markus Niederreiner betont, die Marke stehe für Vertrauen der Partner, digitale Vernetzung von Versicherern und Vertriebsorganisationen sowie Verantwortung für Transparenz und Effizienz. Die Plattform schaffe zudem die technische Basis für standardisierte Prozesse und KI-gestützte Dienste.

Amazon-Händler klagen über schlechten Support
Eine Umfrage in der Whatsapp-Gruppe „#Sellersunite“ offenbart die größten Ärgernisse von Amazon-Verkäufern, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die von Zignify-Mitgründer Sebastian Herz initiierte Gruppe vereint über 550 Händler. Die Liste der Klagen führe mit 114 Stimmen der mangelnde Support an – ein altbekanntes Problem ohne Besserung in Sicht. Auf Platz zwei folge der Kundenbetrug, den Seller nicht einmal melden könnten. 85 Händler kritisierten zudem automatisierte KI-Entscheidungen, die häufig zu ihrem Nachteil ausfielen.


HANDEL INTERNATIONAL

Niederlande: Heimische Player dominieren
Laut Ecommercenews.eu liste das Twinkle100-Ranking der 300 größten Anbieter im niederländischen E-Commerce an der Spitze ausschließlich heimische Unternehmen: Bol führe mit 4,67 Mrd. Euro vor Albert Heijn und Coolblue. Amazon rutsche auf Platz fünf ab – der geschätzte Umsatz sinke von 1,2 Mrd. auf eine Mrd. Euro. Die chinesischen Plattformen Temu, Aliexpress und Shein landeten nicht einmal in den Top 30. Der Gesamtumsatz der 300 Händler sei um 6,4 Prozent auf 29,5 Mrd. Euro gewachsen.

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Temu und Shein wirbeln französischen E-Commerce durcheinander
Der französische E-Commerce wuchs 2024 um 9,9 Prozent auf 44 Mrd. Euro, zeigt laut Handelsdaten.de das aktuelle LSA-Ranking. Während Amazon mit 23,22 Mrd. Euro (+8,5 Prozent) immer noch souverän führe, stürmten asiatische Plattformen den Markt: Temu katapultierte sich mit 42 Prozent Wachstum von Rang 91 auf 51, Shein expandiere um 34 Prozent auf 2,28 Mrd. Euro. Second-Hand-Pionier Vinted lege um 25,3 Prozent auf 3,51 Mrd. Euro zu. Mit Vinted, Ebay und Leboncoin fänden sich drei Gebrauchtwarenhändler unter den Top Ten.

ChatGPT wird auch in Indien zum Online-Shop
Die National Payments Corporation of India startet gemeinsam mit Razorpay, OpenAI und Microsoft einen Pilotversuch für KI-gestützte Zahlungen direkt in ChatGPT, berichtet Techlusive.in. Nutzer könnten künftig über simple Unterhaltungen einkaufen und mit dem indischen Echtzeit-Zahlungssystem UPI bezahlen, ohne die Chat-Oberfläche zu verlassen. Parallel führe NPCI weitere Innovationen ein: KI-gestützten Zahlungssupport, Zahlungen durch vernetzte Geräte wie Smart-TVs und Wearables sowie intelligente Kreditlimitverwaltung.

Google verschärft seine Fernarbeits-Regelungen
Google verschärft seine „Work from Anywhere“-Regelung erheblich, berichtet Techradar.com. Künftig würden selbst einzelne Arbeitstage von Reisezielen oder Ferienorten eine komplette Woche vom Home-Office-Jahreskontingent abziehen – die flexible Nutzung während verlängerter Urlaubsreisen werde damit faktisch unattraktiv. Vizepräsident John Casey betone, die Politik sei stets für wochenweise Abwesenheiten konzipiert gewesen, nicht als Homeoffice-Alternative. Zudem bleibe grenzüberschreitende Arbeit wegen rechtlicher Hürden untersagt.


Die Hälfte will per KI shoppen
Künstliche Intelligenz krempelt den Online-Handel bereits um, zitiert Channelx.world eine Studie von BCG und Mirakl. Mehr als die Hälfte aller Konsumenten erwarte, bis Jahresende KI-Assistenten beim Einkauf nutzen zu können; der Traffic von KI-Angeboten zu amerikanischen Online-Shops sei innerhalb eines Jahres um 4.700 Prozent gestiegen. Kunden, die Angebote über die KI entdeckten, seien zehn Prozent engagierter und verblieben 32 Prozent länger auf den Seiten. Die neuen Einkaufshelfer priorisierten allerdings Preis und Bewertungen statt Marken – eine existenzielle Bedrohung für Online-Händler, die direkten Kundenzugang und Loyalität verlören.

OpenAI greift Amazons Werbegeschäft an
OpenAI ermöglicht erstmals direkte Produktkäufe in ChatGPT, was eine unmittelbare Bedrohung für Amazons profitabelstes Geschäftssegment darstelle, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die mittlerweile 800 Mio. Nutzer des Chatbots stellten bereits jetzt im Jahr 3,9 Mrd. produktbezogene Fragen – was praktisch über Nacht einen Bruttoumsatz von einer Mrd. Dollar generiere. Da die Produktvorschläge von ChatGPT rein organisch wären – unabhängig von Werbung oder Keywords – seien besonders die 56,2 Mrd. Dollar Umsatz gefährdet, die Amazon mit Werbung verdiene.


NACHHALTIGKEIT

Second-Hand-Fashion erreicht in fünf Jahren 360 Mrd. Dollar
Der globale Second-Hand-Markt für Mode und Luxusgüter soll bis 2030 ein Volumen von 360 Mrd. Dollar erreichen, so eine Studie der Boston Consulting Group und der Resale-Plattform Vestiaire Collective. Der Gebrauchtmarkt wachse mit zehn Prozent jährlich dreimal schneller als der Erstmarkt. Schon jetzt fülle Second-Hand-Mode bereits 28 Prozent der Kleiderschränke – bei Handtaschen liege der Anteil bei 40 Prozent. Hauptmotiv bleibe die Erschwinglichkeit, doch auch Einzigartigkeit, die Freude am Stöbern und Nachhaltigkeit trieben den Trend. Auf Verkäuferseite dominierten Kleiderschrank-Entrümpelung und der Wunsch nach Zusatzeinkommen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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