Platform Group, Händler-Apps, Insolvenzen, Temu, ChatGPT, Google, Amazon, Duolingo, Babyboomer-Renten, KI-Stromverbrauch

Platform Group, Händler-Apps, Insolvenzen, Temu, ChatGPT, Google, Amazon, Duolingo, Babyboomer-Renten, KI-Stromverbrauch

Aktuelle E-Commerce-News zu Platform Group, Händler-Apps, Insolvenzen, Temu, ChatGPT, Google, Amazon, Duolingo und weiteren Themen des Tages im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

The Platform Group übernimmt zwei Optikergruppen
The Platform Group übernimmt für einen zweistelligen Millionenbetrag Mehrheitsbeteiligungen an den Optikergruppen „Beste Aussichten“ und „Karrasch & Nolte“, wie Fashionunited.de berichtet. Der Düsseldorfer E-Commerce-Konzern wolle beide Unternehmen mit der bereits eigenen Plattform „Myglasses“ verzahnen und eine vollständig digitalisierte Customer Journey etablieren. Die übernommenen Betriebe führten rund 30 Filialen mit 200 Beschäftigten. Bis Ende nächsten Jahres plane TPG ein eigenes Segment „Optics & Hearing“ mit 55 bis 60 Mio. Euro Umsatz aufzubauen.

Händler-Apps boomen – Kunden bleiben skeptisch
Knapp die Hälfte der Deutschen nutzt inzwischen Händler-Apps – sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, zitiert Textilwirtschaft.de eine aktuelle Yougov-Studie. Trotz des Wachstums bleibe die Begeisterung verhalten: Der Net Promoter Score (Weiterempfehlungsindex) liege bei minus elf – häufige Kritik gelte technischen Problemen und komplizierter Bedienung. Nur Apps von DM und Lidl erzielten positive Bewertungen. Drei Viertel der Nutzer lockten primär finanzielle Vorteile zum Download. Zusatzfunktionen wie Nährwertchecks oder personalisierte Angebote gewännen allerdings an Bedeutung – fast die Hälfte der Befragten schätze solche Services.

Insolvenzwelle ebbt erstmals seit zwei Jahren ab
Die Regelinsolvenzen sanken im Mai erstmals seit März 2023 um 0,7 Prozent zum Vorjahr, meldet das Statistische Bundesamt. Dieser Rückgang kontrastiert jedoch mit dem ersten Quartal, in dem Unternehmensinsolvenzen um 13,1 Prozent auf 5.891 Fälle und Verbraucherpleiten um 6,3 Prozent auf 18.573 Fälle stiegen. Die Gläubigerforderungen hätten sich von 11,3 auf 19,9 Mrd. Euro fast verdoppelt. Besonders hart treffe es Logistikunternehmen mit 29,4 Insolvenzen je 10.000 Betriebe, gefolgt von Dienstleistern und dem Baugewerbe.


HANDEL INTERNATIONAL

Temu startet China-Direktversand in die USA wieder
Die chinesische Shopping-Plattform Temu nimmt den Direktversand von China in die USA wieder auf, nachdem Washington und Beijing ein Handelsabkommen vereinbart hätten, berichtet Scmp.com. Artikel, die im Mai nach dem Ende der „De-minimis“-Regel aus dem Angebot verschwunden seien, würden schrittweise zurückkehren. Temu habe daraufhin auf lokale Lagerung umgestellt, da das Unternehmen unter seinem „Full Custody“-Modell die gestiegenen Versandkosten hätte tragen müssen. Der Mutterkonzern PDD Holdings meldete einen Gewinneinbruch von 47 Prozent im ersten Quartal.

KI: Google erobert Gen Z der USA zurück – Amazon unter Druck
Google erobert die Generation Z zurück: 30 Prozent der 16- bis 24-Jährigen Amerikaner starten ihre Produktsuche mittlerweile bei der Suchmaschine – ein Sprung von 21 Prozent seit September, zitiert Businessinsider.de eine Morgan Stanley-Studie. Amazon büße dagegen Marktanteile ein: von 41 auf 34 Prozent. Die Analysten vermuten die neuen verfügbaren KI-Tools als Treiber – Google Lens verzeichne beispielsweise zehn Prozent mehr Shopping-Nutzer; auch seien kommerzielle Suchanfragen durch die AI-Übersichten gestiegen.

KI: ChatGPT erobert Schweizer Suchen – Google unter Druck
Schweizer Online-Händler müssen umdenken: Während 76 Prozent noch über klassische Suchmaschinen nach Produkten suchen, nutzen bereits zwei Drittel der Schweizer KI-Tools wie ChatGPT, zeigen Post- und Innofact-Studien. Ein Trailschuh-Test von Carpathia.ch offenbart ChatGPTs Potenzial: werbefrei, dialogbasiert und mit überlegener Nutzerführung könne der Bot Google durchaus „das Wasser reichen“. Digitec Galaxus allerdings hinke bei semantischen Suchanfragen hinterher – Kunden müssten weiterhin mit Keywords statt natürlicher Sprache arbeiten.

Kartellbehörde spricht Google in Mexiko frei
Mexikos Kartellbehörde Cofece hat laut Reuters.com Google nach vierjähriger Untersuchung von Monopolvorwürfen freigesprochen. Die Behörde habe keine wettbewerbswidrigen Praktiken bei Googles digitalen Werbeservices festgestellt. Nutzer seien nicht verpflichtet gewesen, Werbung auf Drittanbieter-Websites zu kaufen, um Anzeigen über die Google-Suchmaschine zu schalten. Google entgehe damit einer Geldstrafe von bis zu acht Prozent seines mexikanischen Jahresumsatzes.

Euro-Raum verliert Handelsüberschuss – Chemie bricht ein
Der Handelsüberschuss des Euro-Raums schrumpfte im April auf 9,9 Mrd. Euro, wie aktuelle Eurostat-Daten zeigen. Gegenüber März brach der Überschuss dramatisch von 37,3 Mrd. Euro ein. Hauptverantwortlich sei der Chemiesektor, dessen Überschuss von 42,8 auf 22,1 Mrd. Euro abstürzte. Auch der Maschinenbau schwächelte mit einem Rückgang von 16,8 auf 12,8 Mrd. Euro. Die Exporte sanken um 1,4 Prozent auf 243 Mrd. Euro, während Importe um 0,1 Prozent zulegten.


Duolingo-CEO rudert nach KI-Shitstorm zurück
Duolingo-Chef Luis von Ahn unterschätzte den Widerstand gegen seine KI-Pläne massiv, wie T3N.de berichtet. Der CEO rudere nun zurück und betone, Künstliche Intelligenz sei lediglich ein Werkzeug zur Beschleunigung, nicht zum Personalabbau. Ursprünglich habe von Ahn angekündigt, freie Mitarbeiter durch KI zu ersetzen, was einen Community-Aufstand auf Tiktok und Instagram auslöste. Ähnliche Rückzieher erlebten Klarna und Shopify nach KI-bedingten Imageschäden. Eine IBM-Umfrage unter Führungskräften zeige, dass drei von vier KI-Initiativen den versprochenen Return on Investment verfehlen würden.

ChatGPT liebt Wikipedia, Perplexity schwört auf Reddit
KI-Chatbots zeigen deutliche Präferenzen bei der Quellenauswahl, ermittelte das Unternehmen Profound nach Analyse von 30 Mio. Zitierungen laut Onlinehaendler-News.de. ChatGPT greife bei fast der Hälfte seiner Top-Zitate auf Wikipedia zurück, während Perplexity stark auf nutzergenerierten Content von Reddit setze. Googles AI Overview verteile seine Quellen ausgewogener, bevorzuge aber ebenfalls Reddit und das hauseigene YouTube. Die unterschiedlichen Vorlieben erfordern laut Profound maßgeschneiderte Strategien für bessere KI-Sichtbarkeit.

IW-Studie enthüllt: Rente mit 67 bleibt Papiertiger
Fast jeder zweite Babyboomer steigt vorzeitig aus dem Berufsleben aus, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft laut Manager-Magazin.de. Von den 1,8 Mio. Babyboomern, die bis 2023 das Rentenalter erreichten, gingen 44 Prozent vorzeitig in Rente. Ab 2025 dürfte jährlich mindestens eine Million vor der Regelaltersgrenze folgen. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren mache das nominelle Renteneintrittsalter von 67 Jahren praktisch wirkungslos. Besonders pikant: Hauptsächlich Besserverdiener und gut Ausgebildete nutzten den vorzeitigen Ausstieg, während Geringverdiener aus finanziellen Gründen länger arbeiten müssten.


NACHHALTIGKEIT

Digitalriesen schlucken so viel Strom wie drei Länder
Die Digitalindustrie verschlingt immer mehr Energie und stößt entsprechend mehr CO2 aus, zeigt der aktuelle ITU-Report „Greening Digital Companies“ laut Heise.de. Der Stromhunger von Rechenzentren wachse seit 2017 um zwölf Prozent jährlich – viermal schneller als der globale Bedarf. KI-Fokussierte Schwergewichte wie Amazon, Microsoft, Google und Meta hätten ihre Emissionen seit 2020 um 150 Prozent hochgeschraubt. Die 164 untersuchten Konzerne schluckten 2023 zusammen 581 TWh Strom, was 2,1 Prozent des Weltverbrauchs entspreche. Nur 23 der 200 analysierten Digitalriesen deckten ihren Bedarf vollständig aus erneuerbaren Quellen.

Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.