
Prosiebensat1 - Verivox, FBA + Amazon, Serviceplan, Homeoffice, Wochenarbeitszeit, Asos, Epay, ONDC, DIY-Markt, Online-Dating
Aktuelle E-Commerce-News: Prosiebensat1 - Verivox, FBA + Amazon, Serviceplan, Homeoffice, Wochenarbeitszeit, Asos, Epay und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Prosiebensat1 verkauft Verivox und strafft Konzernstruktur
Prosiebensat1 verkauft laut Medienmitteilung das Vergleichsportal Verivox für rund 232 Mio. Euro an die italienische Moltiply Group. Darum muss die Finanzprognose angepasst werden; der Umsatz schrumpft auf 3,85 Mrd. Euro (statt vier) und der bereinigte Nettogewinn auf 215 Mio. Euro (statt 225 Mio.). Parallel übernimmt man von General Atlantic die Minderheitsanteile an der Nucom Group und der Parship-Meet Group und erhält die Kontrolle über diese Gesellschaften. Dies entspräche der Kernkompetenz „Entertainment“, auf die man sich fokussieren wolle. Deswegen stehe laut FVW.de außer Flaconi auch Billiger-Mietwagen.de zum Verkauf.
FBA-Händler und Amazon: Das Vertrauen ist angeschlagen
Amazon-Verkäufer kämpfen mit verlorenen FBA-Sendungen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Trotz vorhandener Empfangsbestätigungen würden Waren als „nicht erhalten“ gekennzeichnet und Erstattungsanträge abgelehnt. Ein Fall im Sellerforum dokumentiere den Verlust selbst produzierter Ware im Wert von mehreren tausend Euro. Parallel dazu habe Amazon aber seine Erstattungsrichtlinien verschärft: Händler erhielten nur noch Ersatz auf Basis der Produktherstellungskosten. Zusätzlich seien die Gebühren erhöht worden, während der Informationsfluss zu Amazon zunehmend ins Stocken gerate.
Serviceplan thront über der Digital-Kreativszene
Serviceplan verteidigt mit imposanten 4.547 Punkten die Spitzenposition im BVDW-Kreativranking der Digital-Agenturen. Jung von Matt habe sich mit 3.593 Zählern den zweiten Platz zurückerobert, während die Publicis Groupe als Drittplatzierte (1.996 Punkte) das Siegertreppchen komplettiere. Das Ranking zeige einerseits bemerkenswerte Konstanz an der Spitze, andererseits herrsche dahinter brodelnde Dynamik: Mutabor katapultiere sich erstmals in die Top 10, während etablierte Namen wie Havas und Thjnk aus den Top 30 rutschten.
Homeoffice-Quote trotzt Rückholversuchen der Firmen
Die Homeoffice-Quote in Deutschland bleibt laut Ifo-Institut im Februar stabil bei 24,5 Prozent. Besonders im Dienstleistungssektor arbeiteten 34,3 Prozent von zu Hause, während die Baubranche verständlicherweise mit 4,6 Prozent das Schlusslicht bilde. Wie Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour ausführt, würden US-Unternehmen unter wirtschaftlichem Druck das Homeoffice häufig einschränken, was aber nicht die Produktivität steigere, sondern wohl freiwillige Kündigungen begünstigen solle.
Handel setzt auf Wochenarbeitszeit statt auf Acht-Stunden-Tage
Der Handelsverband befürwortet nachdrücklich eine wöchentliche anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit, berichtet MDR.de. Verbandspräsident Alexander von Preen betone, nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Mitarbeiter wünschten sich diese Flexibilität. Der Vorschlag aus dem Sondierungspapier von Union und SPD würde zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen und entspreche geltendem EU-Recht. Das aktuelle Arbeitszeitgesetz, das die werktägliche Arbeitszeit auf acht Stunden begrenzt, solle entsprechend angepasst werden.
HANDEL INTERNATIONAL
Asos‘ Gewinnsprung: Vollpreis statt Rabattschlacht
Der angeschlagene Online-Modehändler Asos erwartet eine deutliche Profitabilitätssteigerung im ersten Halbjahr 2024/25, berichtet Textilwirtschaft.de. Diese Verbesserung basiere auf einer robusteren Bruttomarge durch verringerte Rabattaktionen und mehr Vollpreis-Verkäufe. Besonders erfreulich sei der Aufschwung bei den Eigenmarken, wobei das im Dezember gestartete „Test & React Model“ (Morning Briefing berichtete) bereits 15 Prozent des Wachstums generiere. Nach der Ankündigung habe die Aktie einen spektakulären Sprung von 21,6 Prozent hingelegt, während beide Großaktionäre – der dänische Konzern Bestseller und die britische Frasers Group – ihre Anteile jüngst aufgestockt hätten.
Epay bringt Discover-Karten in europäische Shops
Euronets Payment-Unit Epay integriert laut Pressemitteilung ab sofort das Discover Global Network in sein Zahlungsportfolio. Die Kooperation ermögliche Händlern in Deutschland und Griechenland, Zahlungen von Discover und Diners Club International über eine einzige Schnittstelle zu akzeptieren. Weitere europäische Länder würden folgen. Eine firmeneigene Studie belege, dass 66 Prozent der insgesamt 345 Millionen Karteninhaber einen Händler erneut besuchten, wenn dieser ihre bevorzugte Zahlungsart akzeptiere.
Indiens ONDC überschreitet 200 Mio. Transaktionen
Indiens „Open Network for Digital Commerce“ hat offiziell die 200-Mio.-Transaktionsmarke überschritten, berichtet Indiatimes.com. Die offene Handelsplattform sei eine Initiative des Ministeriums für Industrieförderung und Binnenhandel und ziele darauf ab, gleiche Chancen für Unternehmen aller Größen zu schaffen. Während die ersten 100 Mio. Transaktionen etwa 20 Monate benötigt hätten, sei die zweite Hälfte in nur sechs Monaten erreicht worden. Dies gelte als Beleg für Indiens Bereitschaft zu einer inklusiveren digitalen Wirtschaft.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Google: KMUs sind ohne Werbung kaum auffindbar
Personalisierte Werbung ist für europäische kleine und mittlere Unternehmen überlebenswichtig, so eine Studie im Auftrag Googles. Laut der Erhebung hätten 86 Prozent der befragten Unternehmen durch maßgeschneiderte Anzeigen ihr Umsatzwachstum angekurbelt – ohne diese digitale Zielgruppenansprache aber könnten knapp drei Viertel ihre Kunden quasi nicht erreichen. Bei Einschränkung personalisierter Werbung durch strengere Datenschutzvorgaben müssten fast die Hälfte der KMU ihre Marketingbudgets erhöhen und die Mehrkosten an Kunden weitergeben.
Schweiz: Cyberkriminalität hat sich seit 2020 verdoppelt
Digitale Kriminalität hat sich in der Schweiz seit 2020 mehr als verdoppelt, meldet Handelszeitung.ch. Alleine im vergangenen Jahr seien die digital begangenen Straftaten um 35 Prozent auf über 59.000 Fälle gestiegen, wobei 90 Prozent davon in den Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität fielen. Besonders alarmierend sei der Zuwachs bei Phishing-Angriffen (+56 Prozent) und beim Missbrauch von Online-Zahlungssystemen (+105 Prozent). Auch bei 80 Prozent der insgesamt 34.000 erfassten Betrugsstraftaten habe laut BFS ein digitales Tatvorgehen vorgelegen.
Europas Heimwerker geben online 66 Mrd. Euro aus
Ein Jahr schneller als gedacht hat der europäische Online-Heimwerkermarkt die Marke von 66 Mrd. Euro geknackt, berichtet Ecommercenews.eu. Der Online-Anteil am Gesamtmarkt (388 Mrd. Euro) betrage inzwischen 17 Prozent. Noch würde Amazon mit 15 Prozent den Spitzenplatz bei den Tüftlern einnehmen, doch der Abstand zu Temu und Aliexpress verkürzt sich. Bis 2026 soll der DIY-Markt auf 78 Mrd. Euro wachsen, wobei 34 Prozent des Handels grenzüberschreitend stattfinden werde.
Online-Dating: 61 Prozent googeln ihre Matches
61 Prozent der Online-Dater recherchieren im Netz nach weiteren Informationen zu ihren Matches, zeigt eine Bitkom-Studie. Bei unter 50-Jährigen seien die digitalen Nachforschungen mit 67 Prozent noch verbreiteter. Dating-Apps wie Tinder dominierten bei jüngeren Nutzern, während Ältere eher auf Partnervermittlungen wie Parship setzten. Drei Viertel geben an, dass Online-Dating oberflächlich sei – trotzdem waren 53 Prozent aller deutschen Internetnutzer schon einmal auf entsprechenden Plattformen aktiv.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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