
Retouren, Social-Media-Studie, Kaufland, Guenstiger.de, Händler-Apps, Tiktok, Mercadolibre, Betrug, Google, Microsoft Word, Apple
Aktuelle E-Commerce-News: Retouren, Social-Media-Studie, Kaufland, Guenstiger.de, Händler-Apps, Tiktok, Mercadolibre und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
11 Prozent aller Onlinekäufe werden retourniert
11 Prozent aller Onlinekäufe in Deutschland werden laut einer Bitkom-Studie an den Händler zurückgeschickt. Die Gründe sind vielfältig: Falsche Größe, z.B. bei Kleidung oder Möbeln (67 Prozent), beschädigte oder fehlerhafte Ware (56 Prozent), schlichtes Nichtgefallen (50 Prozent), keine Übereinstimmung mit Bild oder Produktbeschreibung (41 Prozent), schlechte Verarbeitung (37 Prozent), Falschlieferung (29 Prozent), Fehler bei der Bestellung (14 Prozent) und neun Prozent haben das bestellte Produkt doch nicht gebraucht oder inzwischen etwas Besseres entdeckt. Immerhin 24 Prozent der Verbraucher verzichten generell auf Rücksendungen.
B-to-B-Social-Media-Langzeitstudie sucht Teilnehmer für 14. Auflage
Der Erste Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation, initiiert von der Münchner PR-Agentur Althaller Communication, legt die 14. Runde seiner Langzeitstudie auf und sucht Teilnehmer. „2024 wird nicht nur der aktuelle Status Quo bestimmt, sondern auch erstmals Auswirkungen moderner KI-Technologien auf die Social-Media-Nutzung untersucht“, heißt es in der Pressemitteilung (dort im vorletzten Absatz der Link zur Umfrage). Der Datenvergleich über 14 Jahre biete B-to-B-Unternehmen im DACH-Raum die Möglichkeit, ihr Social-Media-Nutzungsverhalten zu benchmarken. Alle Teilnehmer erhalten im dritten Quartal 2024 kostenfrei die Management Summary der Ergebnisse.
Selbständige zeigen sich pessimistisch
Die Selbstständigen und Kleinstunternehmen beurteilen ihre wirtschaftliche Lage im März schlechter als im Februar, der entsprechende Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt um einen ganzen Punkt auf minus 15,6 Punkte. Auch für die kommenden sechs Monate wird keine Besserung erwartet, so dass nur jeder Sechste bereit ist, seine Investitionen zu erhöhen. Bei einem Drittel bleibt die Geschäftskasse sicherheitshalber abgeschlossen.
Guenstiger.de wird 25 Jahre alt
Das Online-Vergleichsportal Guenstiger.de feiert laut Pressemitteilung sein 25-jähriges Bestehen. Angefangen hat alles 1999, 2011 folgten Jahre im Besitz des amerikanischen Internetkonzerns NexTag, bis 2019 die New Media Beteiligung GmbH die Plattform wieder nach Hause holte. Mittlerweile werden nach Unternehmensangaben täglich mehr als 100 Mio. Preise aus über 10.000 Shops synchronisiert. Monatlich suchen 1,5 Mio. Nutzer nach Preisinformationen zu mehr als 700.000 Produkten aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Mode, Freizeit und Haushalt. Für Guenstiger.de arbeiten 100 Mitarbeiter in Hamburg und im indischen Gurugram.
Kaufland ändert Gebühren für seine Marktplätze
Kaufland, dessen Marktplatz im Spätsommer auch in Polen und Österreich an den Start geht, ändert die Provisionen auf seinem Global Marketplace, berichtet Onlinehaendler-News.de. So steigt beispielsweise die Gebühr für Matratzen, Küche & Haushalt, Bekleidung, Taschen & Accessoires und Schuhe von 13 auf 14 Prozent des Kaufpreises, während sie für Tierbedarf, Campingartikel, Fitnessprodukte und Stand-Up-Paddle-Boards von 15 auf 14 Prozent sinkt.
Nutzer von Händler-Apps kaufen öfter und mehr
Jeder zweite Nutzer von Händler-Apps kauft nicht nur häufiger, sondern auch mehr ein, zitiert Lebensmittelzeitung.net eine Studie der Unternehmensberatung Simon Kucher. Rund die Hälfte folgt den Vorschlägen der Apps, bei Rabatten sind es sogar 69 Prozent. Am beliebtesten sind die Apps von Amazon (65 Prozent), Lidl (62 Prozent), Rewe (53 Prozent), dm (47 Prozent), Rossmann (44 Prozent), Edeka (42 Prozent), Netto (39 Prozent), Kaufland (39 Prozent) und Aldi (34 Prozent).
HANDEL INTERNATIONAL
Bytedance muss heute Risikobewertung für Tiktok Lite abgeben
Kurz nach dem Start seiner neuen App „Tiktok Lite“ in Spanien und Frankreich hat die EU-Kommission dem Mutterkonzern Bytedance 24 Stunden Zeit gegeben, eine Risikobewertung vorzulegen, berichtet Manager-Magazin.de. Der bereits bei Tiktok bemängelte „Suchtcharakter“ ist bei Tiktok Lite, das sich offiziell nur an Erwachsene ab 18 Jahren richtet, noch verschärft: Nutzer erhalten für das Ansehen von Videos oder das Weiterempfehlen digitale Münzen, die in Gutscheine etwa für Amazon eingetauscht werden können. Die kurze Antwortfrist für das chinesische Unternehmen ist darin begründet, dass nach dem EU-Gesetz über digitale Dienste eine Risikobewertung bereits vor der Einführung hätte vorgelegt werden müssen.
Mercadolibre sucht 18.000 neue Mitarbeiter
Der lateinamerikanische Onlinehändler Mercadolibre will in diesem Jahr weitere 18.000 Mitarbeiter einstellen und wird somit auf rund 76.000 Beschäftigte kommen, berichtet Marketscreener.com. Vor allem in Mexiko, dem drittwichtigsten Markt der Plattform, sollen 8.200 neue Stellen geschaffen werden. In Brasilien, wo 50 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, werden 6.500 neue Mitarbeiter gesucht und in Argentinien, wo Mercadolibre 1999 gegründet wurde, sind es 1.800.
Bürokratie verhindert Einheitlichkeit des europäischen Marktes
Anlässlich des soeben vorgestellten Letta-Reports diagnostiziert der Bevh in einer Pressemitteilung, dass die Einheitlichkeit des europäischen Binnenmarktes durch den Aufbau nationaler bürokratischer Hürden in Frage gestellt werde. Zwar könnten Online-Händler theoretisch überall in Europa verkaufen, müssten sich aber beispielsweise für die erweiterte Herstellerverantwortung bei Verpackungen, Elektrogeräten oder Batterien in jedem EU-Land separat registrieren lassen. Für ein europaweites Angebot fallen dann 27 Mal Registrierungskosten und das Verfassen von 27 verschiedenen Berichten an.
Betrug: Jeder verlorene Euro kostet 4,18 Euro
Jeder Euro, den Unternehmen durch Betrug verlieren, kostet sie durchschnittlich 4,18 Euro an internen und externen Kosten, Zinsen und Gebühren sowie Ersatz- oder Wiederbeschaffungskosten, so laut Pressemitteilung die Studie „True Cost of Fraud“ von Lexisnexis. Digitale Zahlungssysteme haben auch dazu geführt, dass in Europa, Afrika und dem Nahen Osten mittlerweile 52 Prozent aller Betrugsfälle online stattfinden. Das größte Problem für die Mehrheit der befragten Unternehmen ist die Unterscheidung zwischen echten und künstlichen Identitäten, auch weil Kriminelle zunehmend KI einsetzen.
Google investiert offenbar mehr als 100 Mrd. Dollar in KI
Auf einer TED-Konferenz hat Dennis Hassabis, Chef von Googles Deepmind, indirekt angedeutet, dass Google mehr als 100 Mrd. Dollar in die Entwicklung künstlicher Intelligenz investieren wolle. Konkret wurde er auf das Supercomputer-Projekt von Microsoft und OpenAI angesprochen, das laut Ankündigung 100 Mrd. Dollar kosten soll (Morning Briefing berichtete), worauf Hassabis laut Golem.de antwortete: „Wir sprechen nicht über unsere genauen Zahlen, aber ich denke, wir werden langfristig mehr als das investieren“.
TRENDS & TECH
Auszahlungen an Supermarktkassen steigen 20 Prozent
Das Volumen der Bargeldauszahlungen im Einzelhandel, zum Beispiel an Supermarktkassen, ist im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf insgesamt 12,3 Mrd. Euro gestiegen, berichtet Businessinsider.de. Die Unternehmen, die diesen Service anbieten, zahlen im Schnitt 13 Prozent des eingenommenen Bargelds wieder an die Kunden aus. Das erhöht die Bankgebühren: Im vergangenen Jahr wurden den Händlern 17,23 Mio. Euro in Rechnung gestellt, 25,7 Prozent mehr als 2022. Zum Vergleich: Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland ist von 58.771 im Jahr 2018 laut Statista.com stetig auf 53.562 im Jahr 2022 gesunken.
Hintertür in Word war russischen Ursprungs
Die finnische Sicherheitsfirma With Secure hat eine als Add-in für Microsoft Word getarnte Schadsoftware identifiziert, die vermutlich einer russischen Hackergruppe des Militärgeheimdienstes GRU Zugriff auf infizierte Rechner verschaffte. Wie Sueddeutsche.de ausführt, konnte das finnische Unternehmen die Ähnlichkeit der „Kapeka“ getauften Malware mit anderen Kampagnen der Hackergruppe Sandstorm nachweisen. Dieser war es bereits mehrfach gelungen, die Energieversorgung der Ukraine zu sabotieren. Auch Microsoft war das Sicherheitsproblem bereits bekannt, nicht aber die Verbindung zum russischen Cyberkrieg.
NACHHALTIGKEIT
Apple auf dem Weg bis 2030 klimaneutral zu sein
Apple kündigte in einer Stellungnahme an, mehr zu investieren, um bis 2030 klimaneutral zu werden. Es sei bereits gelungen, mehr als 18 Gigawatt Ökostrom an Leistung für die eigene Lieferkette zu beschaffen und man sei auf dem Weg, 100 Prozent des Frischwassers, das für „Unternehmensaktivitäten an stark beanspruchten Standorten“ verbraucht wird, zu ersetzen. Darüber hinaus will das Unternehmen bis 2030 jedes Watt Ladestrom, das alle verkauften Geräte verbrauchen, klimatechnisch durch eigene Projekte oder Zertifikate kompensieren.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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