Signa, Preise, Konsumausgaben, Hermes, Shopify, Streiks, PDD, Amazon, Nearshoring, Farfetch, Partner-Marketing, Werbung, VR-Shopping

Signa, Preise, Konsumausgaben, Hermes, Shopify, Streiks, PDD, Amazon, Nearshoring, Farfetch, Partner-Marketing, Werbung, VR-Shopping

Aktuelle E-Commerce-News: Signa, Preise, Konsumausgaben, Hermes, Shopify, Streiks, PDD, Amazon, Nearshoring, Farfetch und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
8 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Signa Holding meldet Insolvenz an
Trotz Rettungsbemühungen hat die Signa Holding laut Businessinsider.de am 29. November beim Handelsgericht Wien Insolvenz in Form eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung angemeldet. Die Tochter Signa Sports, zu der wichtige Online-Shops wie Internetstores, Wiggle oder Tennis Point gehörten, hatte diesen Schritt bereits im Oktober getan. Weitere E-Commerce-Plattformen wie Hood.de oder Dress-for-less sind ebenso vom Konkurs betroffen wie Galeria Karstadt Kaufhof oder Selfridges. Im Rekordjahr 2019 betrug das Gesamtvermögen des Unternehmens nach eigenen Angaben noch 15 Mrd. Euro.

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Etwas mehr Unternehmen wollen Preise erhöhen
Etwas mehr Unternehmen als im Oktober planen im November Preiserhöhungen. Der entsprechende Wert der Ifo-Konjunkturumfrage stieg von 15,4 Punkten auf 18 Punkte. Dies ist vor allem auf den Dienstleistungssektor und den Großhandel zurückzuführen. In den konsumnahen Branchen gingen die Werte sogar zurück: im Lebensmitteleinzelhandel von 40,7 auf 34,2 Punkte und im Non-Food-Handel von 29,3 auf 25,5 Punkte. Während die Inflationsrate im Dezember noch bei 4 Prozent liegen könnte, rechnet das Ifo-Institut bereits im Januar mit einem Rückgang auf unter 3 Prozent.

Konsumausgaben um 8,5 Prozent gestiegen
Die privaten Haushalte in Deutschland gaben im Jahr 2022 durchschnittlich 8,5 Prozent mehr aus als im Vorjahr, während die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum um 6,9 Prozent stiegen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Den größten Anteil an den Ausgaben hatte das Wohnen mit 36 Prozent, gefolgt von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (15 Prozent), Verkehr (12 Prozent), Freizeit, Sport und Kultur (9 Prozent), Gastronomie (6 Prozent), Innenausstattung und Haushaltsgeräten (je 6 Prozent), Information und Kommunikation (4 Prozent), Gesundheit (4 Prozent), Bekleidung und Schuhe (4 Prozent) sowie Dienstleistungen (3 Prozent).

Hermes übernimmt Logistik-Standort von Mytoys
Hermes Fulfilment hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, zum 1. März einen Logistikstandort von Mytoys im hessischen Gernsheim zu übernehmen. In den vier Hallen mit einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern sollen Waren von Drittanbietern gelagert werden, die über die Hermes-Plattform F2X direkt an die Marktplätze und das Fulfilment der Otto Group angebunden sind. Am neuen Standort können jährlich rund elf Mio. Sendungen umgeschlagen werden.


HANDEL INTERNATIONAL

Shopify-Händler mit einem Plus von 24 Prozent während Aktionstagen
Shopify-Händler haben an den Aktionstagen von Black Friday bis Cyber Monday weltweit 9,3 Mrd. US-Dollar umgesetzt, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie das Unternehmen mitteilte, steigerten 61 Mio. Kunden mit Warenkörben im Wert von durchschnittlich 108,12 Dollar das Brutto-Handelsvolumen vom 24. bis 27. November um 60 Prozent. Der grenzüberschreitende Anteil lag bei 15 Prozent. Die Rangfolge der Länder nach Umsatz: USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Deutschland. Die Top-Kategorien waren: Kleidung und Accessoires, Gesundheits- und Pflegeprodukte, Haus- und Gartenprodukte, Lebensmittel und Getränke sowie Kunst und Entertainment.

Der Vorteil einer Standortpartnerschaft? Eine Fläche, doppelter Nutzen.
Das Thema E-Mobilität ist das Thema der Stunde: In Deutschland sollen bis 2030 mindestens 15 MillionenE-Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden. Dieses Ziel kann nur mit einer stark ausgebauten Ladeinfrastruktur erreicht werden. An verkehrsgünstigen Orten wird deshalb in den nächsten Jahren verstärkt in Ladeinfrastruktur investiert werden. Mehr lesen

Warnstreiks im österreichischen Handel
Nachdem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Österreich bei den Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag nicht einigen konnten, hat die Gewerkschaft GPA für den Zeitraum vom 30. November bis 3. Dezember Warnstreiks im Handel angekündigt. Beide Seiten hatten sich laut Vienna.at bewegt: Die Arbeitgeber boten sechs statt fünf Prozent mehr Lohn, die Gewerkschaft reduzierte ihre Forderungen auf zuletzt 9,4 Prozent. Zu einem Abschluss kam es aber wohl nicht, weil die Forderung nach einer sozialen Staffelung, bei der die unteren Lohngruppen stärker angehoben werden, bei den Arbeitgebern nicht auf Gegenliebe stieß.

PDD Holdings verdoppelt Umsätze beinahe
PDD Holdings steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 94 Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar, das operative Ergebnis um 60 Prozent und das Nettoergebnis um 47 Prozent auf 2,13 Mrd. Dollar. Laut It-Times.de hat sich das Wachstum der E-Commerce-Plattform damit zum vierten Mal in Folge beschleunigt. PDD Holdings ist die Heimat der Plattform Pinduoduo, die sich ursprünglich auf die Bündelung von Sammelbestellungen vor allem im Agrarbereich konzentrierte, um günstige Preise anbieten zu können. Zur Aktiengesellschaft gehört auch die Shopping-App Temu.

Amazon verkauft während der Aktionstage eine Milliarde Artikel
Amazon hat während seiner Aktionstage vom 17. bis 29. November laut Pressemitteilung weltweit eine Milliarde Artikel verkauft. Die Hälfte der Artikel wurde von unabhängigen Händlern abgesetzt, Onlineshops, die einen „Kaufen mit Prime“-Button anboten, verdreifachten ihren Umsatz im Vergleich zu einem durchschnittlichen Oktobertag. Noch nie wurden so viele wiederaufbereitete Produkte gekauft und noch nie so viele Produkte aus dem „Climate Pledge Friendly“-Programm.

Amazons Übernahme von Irobot weiter ungewiss
Nachdem die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag gemeldet hatte, dass die EU-Kommission keine Bedenken gegen die Übernahme des Saugroboter-Herstellers Irobot durch Amazon habe, dementierte die Kommission dies und bestätigte, dass sehr wohl eine Gefahr für den Wettbewerb bestehe. Da Amazon in Europa ein besonders wichtiger Absatzkanal für Staubsaugerroboter sei, bestehe nach der Übernahme ein wirtschaftliches Interesse und die Möglichkeit, Konkurrenten von Irobot zu behindern, so Heise.de. Eine Entscheidung wird spätestens am 14. Februar erwartet.

Zwei Drittel von Europas Firmen verlegen ihre Lieferketten in die Nähe
Die Pandemie und die politische Situation haben europäische Unternehmen dazu veranlasst, ihre Lieferketten zuverlässiger und lokaler zu gestalten, wie eine Umfrage von Inverto unter 95 Unternehmen vor allem aus der DACH-Region zeigt. Zwei Drittel der Firmen planen eine Restrukturierung in den nächsten fünf Jahren, vierzig Prozent wollen ihre Produktion von einem weit entfernten Standort in ein Land in ihrer Nähe verlagern (Nearshoring). Zwei Drittel halten Osteuropa für denkbar, ein Drittel auch Süd- oder Westeuropa. Nordafrika oder der Nahe Osten sind nur für drei Prozent eine Option.

Farfetch nennt keine Zahlen mehr
Der Luxusmarktplatz Farfetch hat laut Textilwirtschaft.de überraschend die Veröffentlichung seiner Zahlen für Juli bis September abgesagt. Möglicherweise sei ein Delisting des Unternehmens geplant, dessen Aktie seit 2018 bislang 80 Prozent an Wert verloren hat. Ein wichtiger Anteilseigner neben Alibaba ist die französische Richmont-Gruppe, die auf Anfrage gesagt haben soll: „Wir haben nicht die Absicht, Farfetch Geld zu leihen oder in Farfetch zu investieren.“ Damit wird eine Integration von Richmonts E-Commerce-Plattform Yoox Net-a-Porter mit Farfetch unwahrscheinlicher.


Influencer, Affiliate Marketing, Treueprogramme: Was Händler beim Partner-Marketing beachten müssen
Verbraucher stehen Werbung im Allgemeinen und der Kommunikation von Marken zunehmend misstrauisch gegenüber, traditionelle Vertriebs- und Marketingkanäle verlieren an Relevanz. Eine lohnende Alternative kann besonders für den digitalen Handel das so genannte Partner-Marketing sein. Was genau hinter dem Begriff steckt und was Händler bei dieser Marketingform beachten sollten, erklärt Fanni Tihanyi von Impact.com.

Fragmentierung bremst Wachstum – Retail Media-Markt braucht Einheitlichkeit
Das steile Wachstum des Retail Media ist zugleich seine größte Herausforderung: im fragmentierten Markt fehlen Standards und Transparenz. Das Commerce Media-Unternehmen Criteo gibt einen Überblick über Auswirkungen, nächste Schritte und technologische Lösungen für einen einheitlichen Markt und gemeinsames ungebremstes Wachstum. Mehr lesen

Digitale Werbung überholt 2026 Printwerbung
Derzeit werden digitale Werbeangebote im Handel noch als Ergänzung zur Printwerbung gesehen, doch bis 2026 wird sich dies umkehren, so der EHI-Marktmonitor zum Thema „Digitale Alternativen zur Printwerbung“. Zwar ist der Media-Mix in der Werbung auch 2023 noch überwiegend analog – Print (41 Prozent), Digital (27 Prozent), TV, Radio, Plakat (17 Prozent) sowie Kundenkarten und Dialogmarketing (14,5 Prozent) – doch in der Langzeitbetrachtung zeigt sich ein stabiler Trend hin zum Digitalen. Hier haben sich die Werbeausgaben seit 2012 verfünffacht. In der Prognose liegen digitale Medien wie Apps, Newsletter, Social Media oder Couponing im Jahr 2026 mit 35 Prozent Marktanteil vorne, während Print auf 25 Prozent zurückfällt.

The Bicester Collection präsentiert vier virtuelle Shoppingerlebnisse
The Bicester Collection, Betreiber von elf Luxus-Einkaufsvillages mit mehr als 1.300 Boutiquen in Europa und China, macht in Zusammenarbeit mit Emperia vier dieser Villages im Browser virtuell begehbar. Ähnlich wie bei Google Streetview kann man sich durch Bicester Village (Großbritannien), La Roca Village (Spanien), La Vallée Village (Frankreich) und Fidenza Village (Italien) bewegen, die Boutiquen besuchen und das Portfolio der Luxusmarken kennen lernen. Die britischen VR-Entwickler von Emperia haben sich auf virtuelle Einkaufserlebnisse spezialisiert und entwerfen ihre Modeboutiquen so, dass sie ins Metaverse erweitert werden können.

Amazon präsentiert eigene KI für Geschäftskunden
Amazon hat auf der Re:Invent in Las Vegas seinen eigenen Chatbot „Q“ für Geschäftskunden vorgestellt, der mit 17 Jahren Daten der Amazon Web Services (AWS) trainiert wurde, berichtet Zeit.de. Die textbasierte KI benötigt Zugang zu den Informationen eines Unternehmens, um auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten antworten zu können. Dieser stark datengetriebene Ansatz soll das sogenannte Halluzinieren verhindern, das zu Texten mit falschen Fakten führen kann.


NACHHALTIGKEIT

Amazon eröffnet Secondhandladen in London
In Partnerschaft mit der britischen Kinderhilfsorganisation Barnardo hat Amazon im Brunswick Shopping Centre in London einen „Second Chance Store“ eröffnet. Laut Pressemitteilung werden dort 4.000 Artikel angeboten, die entweder generalüberholt sind, zurückgeschickt wurden oder deren Verpackung geöffnet ist. Das Sortiment umfasst Haushaltsgeräte, Spielzeug, Elektroartikel und Bücher, die mit einem Preisnachlass von bis zu 50 Prozent verkauft werden. Der Shop verfügt über sogenannte „Reparaturzonen“, in denen demonstriert wird, wie man verschiedene Waren selber wiederherstellen kann. Der Erlös soll zu hundert Prozent an Barnardo gehen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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