
Signa Sports, Tarifstreit, Kaufland, Joor, Ebay, Etsy, Showroomprivé, Home Goods, Microsoft, Amazon
Aktuelle E-Commerce-News: Signa Sports, Tarifstreit, Kaufland, Joor, Ebay, Etsy, Showroomprivé, Home Goods, Microsoft und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Erste Signa-Sports-United-Tochter insolvent
Nachdem letzte Woche bekannt wurde, dass Signa Sports United keine weitere finanzielle Unterstützung von der Signa-Holding erhält, hat mit Tennis-Sports nun das erste Tochter-Unternehmen Insolvenz angemeldet. Wie Textilwirtschaft.de ankündigt, sei mit weiteren Insolvenzanträgen, einschließlich dem der Muttergesellschaft, in den kommenden Tagen zu rechnen. Internetstores – ein Multichannel-Händler für Fahrrad- und Outdoorprodukte, der 40 Onlineshops betreibt – sei diesen Schritt bereits gegangen. Shops des Unternehmens hätten ihre Kunden bereits darauf hingewiesen, dass Retouren nicht mehr angenommen werden könnten.
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Lieferando erweitert sein Angebot
Innerhalb des S-Bahn-Rings in Berlin will Lieferando zukünftig eine breite Palette kleinerer Produkte aus Saturn- und Media-Märkten ausliefern, berichtet der Stern. Ursprünglich als Restaurant-Lieferdienst gestartet, hätte das Unternehmen seine Angebote bereits auf Supermarktartikel ausgeweitet, die er vom Konkurrenten Getir beziehe. Der Markt sei, durch Wettbewerber wie Flink und Wolt, vor allem in Berlin immer noch heiß umkämpft, die Entwicklung gehe in Richtung „Alles-Lieferdienste“.
Verdi droht mit Streiks im Weihnachtsgeschäft
Nachdem bereits nach den gescheiterten Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen mit Arbeitsniederlegungen im Weihnachtsgeschäft gedroht worden war (Morning Briefing berichtete), hat der Verhandlungsführer der Gewerkschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Drohung auch auf diese Bundesländer ausgeweitet. Wie der Stern ausführt, kam es dort bereits in den vergangenen Wochen immer wieder zu Warnstreiks, von denen vor allem Filialen von Rewe, Edeka und Netto betroffen waren. Die Arbeitgeberseite bietet bislang 5,1 Prozent mehr Lohn, die Gewerkschaft fordert 13 Prozent.
Kaufland tauscht NFTs gegen Gutscheine
Weil der Markt für sogenannte Non-Fungible-Token im Sommer zusammengebrochen ist, bietet Kaufland in einer Marketingaktion den Umtausch in Zehn-Euro-Gutscheine an, so Lebensmittelzeitung.net. Damit wolle sich das Unternehmen in den entsprechenden Communities ins Gespräch bringen. Begleitet wird die Aktion von einem Video, in dem die Figur „NFToby“ für den Umtausch wertloser digitaler Sammelobjekte in Obst und Gemüse wirbt. Im April hatte Haribo seine Produkte in Amerika zur Verwendung in NFTs schützen lassen.
HANDEL INTERNATIONAL
Investitionen in Joor überschreiten die Grenze von 100 Mio.
Die B2B-Modeplattform Joor hat laut Textilwirtschaft.de in ihrer jüngsten Finanzierungsrunde 25 Mio. Dollar eingesammelt und damit in zehn Jahren insgesamt 104 Mio. Dollar Kapital erhalten. Joor bietet neben einer Suchfunktion zum schnellen Auffinden von Produkten auch virtuelle Showrooms oder sogar Messen an, wie sie in der „analogen“ Modewelt vor der Pandemie üblich waren. Mittlerweile hat das Unternehmen über 14.000 Marken wie Valentino, Loewe oder Stella McCartney im Angebot und beliefert weltweit 600.000 Modeeinkäufer.
Drei Faktoren, die nachhaltigem Konsum im Wege stehen
„Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile Bestandteil von sämtlichen Kommunikationsmaßnahmen in Unternehmen. Doch Konsumenten sind skeptisch.Zu oft wurde der Begriff als Buzzword genutzt. Wie stehen Konsumenten also zum Thema? Und wie können Unternehmen den Konsum von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen fördern? Mehr lesen
Ebay erweitert Echtheitsprüfung auf Schmuck
Ebay weitet sein „Authenticity Guarantee (Echtheitsgarantie)“-Programm in Großbritannien auf Luxusschmuck von Marken wie Cartier, Van Cleef & Arpels, Tiffany oder Chopard aus, berichtet ChannelX. Suchanfragen, beispielsweise nach Tiffany-Ringen, stiegen in der Vorweihnachtszeit regelmäßig um 20 Prozent, was die allgemein erhöhte Nachfrage nach Luxusartikeln auf Ebay widerspiegele. Bislang bezieht sich das Programm nur auf teure Markenartikel wie Uhren, Handtaschen oder Turnschuhe. Bei Produkten mit „Authenticity Guarantee“ wird der Artikel nach dem Kauf von Experten auf Echtheit geprüft, bevor er an den Käufer verschickt wird.
Etsy kündigt Weihnachts-Liefergarantie an
Die Handmade-Plattform Etsy hat zum Weihnachtsgeschäft drei neue Dienste gestartet. Für Artikel, die einen garantierten Liefertermin vor dem Fest haben, gilt eine hundertprozentige Rückerstattung, falls sich die Lieferung verspätet. Verkäufer wiederum erhalten die zusätzlichen Kosten, die ihnen dadurch entstehen, ersetzt. Darüber hinaus bietet das Unternehmen einen neuen „Deal Hub“ für personalisierte Angebote und eine Erweiterung der von Stylisten kuratierten Einkaufsvorschläge. Anfang dieses Monats hatten laut Retail Dive 70 Verkäufer Etsy aus Protest gegen unfaire Geschäftspraktiken verlassen und in den USA eine alternative Plattform gelauncht.
Showroomprivé überrascht mit 8,7 Prozent Wachstum
Showroomprivé, die französische Plattform, die ihren Mitgliedern Zugang zu den Lagerbeständen großer Marken zu reduzierten Preisen bietet, meldete für die ersten neun Monate des Jahres 2023 ein Wachstum des Bruttowarenvolumens um 8,7 Prozent. Wie FashionUnited mitteilt, sei zwar das Kerngeschäft mit Konfektionskleidung geschrumpft, dies sei aber durch den eigenen Marktplatz und die Reise- und Freizeitangebote mehr als ausgeglichen worden. Diese wuchsen im gleichen Zeitraum um 74 Prozent (Marktplatz) bzw. 17 Prozent (Reisen & Freizeit).
Home Goods schließt seine Online-Pforten
Die amerikanische Einrichtungskette Home Goods gibt laut Retail Dive ihre Bemühungen auf, die eigene Produktpalette online zu verkaufen. Der Onlineshop war 2021 gestartet worden und bot die gleichen Artikel, wie sie auch in den 900 stationären Niederlassungen zu finden sind: Bettwäsche, Badezimmerartikel, Küchenutensilien, saisonale Dekoration und Haustierbedarf. Nachdem online nie mehr als ein Prozent der Netto-Umsätze erreicht wurde, hat man den Mitarbeitern des Webangebots andere Beschäftigungen innerhalb des Unternehmens angeboten.
TRENDS & TECH
Amazon und Microsoft stellen Strafanzeige gegen indische Callcenter
Das indische „Central Bureau of Investigation“ hat am 19. Oktober in mehreren indischen Städten Razzien gegen illegale Callcenter durchgeführt, deren Mitarbeiter sich als Support-Mitarbeiter von Amazon oder Microsoft ausgaben. Es sei das erste Mal, dass die beiden Unternehmen gemeinsam Strafanzeige gestellt hätten, so Amazon in einer Pressemitteilung. Von dem Identitätsbetrug der untersuchten Callcenter waren mehr als 2.000 Kunden beider Unternehmen in den USA, Kanada, Deutschland, Spanien und Großbritannien betroffen.
NACHHALTIGKEIT
Amazon will weniger verpacken
Um zusätzliche Verpackung und damit zusätzlichen Abfall zu vermeiden, hat Amazon das Programm „Ships in Product Packaging (Wird in Produktverpackung geliefert)“ entwickelt. Im Jahr 2022 wurden bereits 11 Prozent aller Waren in der Originalverpackung des Herstellers verschickt, im Jahr 2021 waren es laut Retail Dive nur 8 Prozent. Um einen schadenfreien Versand zu gewährleisten, wurde für das Programm ein eigenes Testverfahren entwickelt, das in einigen Fällen auch zur Neugestaltung der Verpackung in Zusammenarbeit mit den Herstellern geführt hat.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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