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E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Social Media & KI, HDE, Exporte, Delivery Hero, Tiktok Shop, Österreich, Amazon, Ocado und weiteren Themen des Tages.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Onlinehandel dreht ins Plus
Der Onlinehandel in Deutschland verzeichnet im zweiten Quartal 2024 erstmals seit zwei Jahren wieder ein leichtes Umsatzwachstum von 0,2 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro, wobei die Halbjahresbilanz mit einem Minus von 1,2 Prozent noch rückläufig ist. Wie eine Studie des BEVH ergab, legten Lebensmittel um 6,2 Prozent zu, Mode und Gebrauchsgüter um jeweils 2,9 Prozent, während Bücher, E-Books und Hörbücher ein Minus von 8,7 Prozent verzeichneten. Marktplätze dominieren den E-Commerce mit einem Anteil von 55 Prozent.
HDE geht von 3,5 Prozent Wachstum aus
Trotz der schwachen Entwicklung im Einzelhandel hält der Handelsverband Deutschland an seiner Prognose für 2024 fest und erwartet im zweiten Halbjahr ein nominales Umsatzwachstum von 3,5 Prozent. Obwohl 78 Prozent von 800 befragten Unternehmer in diesem Zeitraum mit stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen rechnen, geht der Handelsverband von einer deutlichen Belebung der Konsumlaune aus.
Exporte sinken um 3,6 Prozent
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die deutschen Ausfuhren im Mai 2014 um 3,6 Prozent auf 131,6 Mrd. Euro und die Einfuhren um 6,6 Prozent auf 106,7 Mrd. Euro. Der Außenhandelsüberschuss erhöhte sich auf 24,9 Mrd. Euro. Die Exporte in die EU-Länder sanken um 2,5 Prozent, die in Drittländer um 4,9 Prozent. Wichtigstes Exportziel waren die USA mit 13,8 Mrd. Euro, wichtigstes Importziel blieb China mit 13,0 Mrd. Euro.
400 Mio. Euro Kartellstrafe für Delivery Hero
Delivery Hero rechnet mit einer EU-Kartellstrafe von mehr als 400 Mio. Euro, deutlich mehr als die bisher zurückgestellten 186 Mio. Euro. Die EU-Kommission ermittelt gegen den Essenslieferanten wegen möglicher Marktaufteilung, Abwerbeverbot und Datenaustausch. Als Reaktion brach die Aktie des Unternehmens am Montag um bis zu 17 Prozent ein. Laut Wiwo.de beunruhigt Investoren die sich abzeichnenden Verhaltensmuster des Unternehmens.
EM 2024
EM: Politiker dürfen kostenlos ins Stadion
Die UEFA stellt hochrangigen Politikern kostenlose Ehrenkarten für EM-Spiele zur Verfügung. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums umfasste das Kontingent für das Viertelfinale Deutschland gegen Spanien 30 Karten, die sich Bundesregierung und Bundestag geteilt haben. Diese Tickets sind nicht öffentlich erhältlich und würden laut Noz.de wahrscheinlich zwischen 2.500 und 5.000 Euro kosten.
HANDEL INTERNATIONAL
Tiktok Shop: Das sind die Chancen und Risiken
Nach Shein und Temu steht der nächste Disruptor aus China in den Startlöchern: Zwar wurde der für diesen Sommer geplante Deutschland-Launch von Tiktok Shop verschoben, aber die Erfahrung in den USA und Großbritannien zeigt: Der neue Spieler könnte die E-Commerce-Landschaft durcheinanderwirbeln, indem er neue Mechanismen des Kundenzugangs schafft und den ohnehin schon heißgelaufenen Wettbewerb im Onlinehandel weiter verstärkt. Welche Chancen und Risiken Tiktok Shop für europäische Marken birgt, analysiert Etailment-Experte und Spryker-CEO Alexander Graf.
UK: Tiktok Shop launcht den Eine-Million-Pfund-Club
TikTok Shop hat im Großbritannien ein Programm namens „Eine-Million-Pfund-Club“ gestartet, das neuen Händlern helfen soll, einen Umsatz von einer Million Pfund zu erreichen. Nach Angaben von Channelx.world steht es neuen Händlern bis zum 30. September ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung und bietet bis zu 90 Tage provisionsfreien Verkauf, kostenlose Lagerung und Lieferung sowie bevorzugten Kundensupport. Puma berichtete kürzlich von einem wöchentlichen Umsatzanstieg von 737 Prozent durch ein Partnerprogramm.
Österreicher geben online jährlich 1.220 Euro aus
Laut der jährlichen Regiodata-Analyse geben die Österreicherinnen und Österreicher durchschnittlich 1.220 Euro pro Jahr für Online-Einkäufe aus, das entspricht 14 Prozent der handelsrelevanten Konsumausgaben. Amazon dominiert mit einem Marktanteil von 12,3 Prozent (ohne Marktplatz), gefolgt von Otto (4,5 Prozent) und Zalando (4,2 Prozent). Die Warengruppe Elektro & Computer führt mit einem Anteil von 43 Prozent, während der Lebensmittelbereich mit 2,3 Prozent nur eine untergeordnete Rolle spielt. Für die kommenden Jahre wird ein dynamisches Wachstum prognostiziert.
Amazon bekommt zum Geburtstag Konkurrenz
Amazon feiert seinen 30. Geburtstag mit Rekordumsätzen, sieht sich aber erstmals ernsthafter Konkurrenz gegenüber, berichtet Excitingcommerce.de. Das Konsumentengeschäft verliere für das Unternehmen zunehmend an Bedeutung, während Walmart und asiatische Aufsteiger neue Bedrohungen darstellten. Amazons Schwächen würden nun deutlicher, was Neueinsteiger wie TikTok Shop ermutige, diese Lücken in der Verteidigung auszunutzen.
Produktion der Dienstleister steigt um 1,1 Prozent
Laut Eurostat stieg die Produktion bei den Dienstleistern in der Eurozone und in der EU im April gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent und im Jahresvergleich um 4,8 Prozent bzw. 4,2 Prozent. Die höchsten monatlichen Zuwächse wurden in Kroatien, Griechenland und Frankreich verzeichnet, die höchsten jährlichen Zuwächse in Luxemburg, Malta und Litauen. Im Jahresvergleich wiesen die Bereiche Information und Kommunikation sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen die höchsten Steigerungsraten auf, während das Gastgewerbe weiterhin rückläufig war.
Ocado baut Aeon ein neues Roboterlager
Das britische Technologieunternehmen Ocado, das im Jahr 2000 als Online-Lebensmittelhändler startete, plant den Bau eines dritten vollautomatischen Lagers für seinen japanischen Partner Aeon. Das neue Distributionszentrum soll 2027 in Kuki-Miyashiro eröffnet werden und die bestehenden Einrichtungen in Chiba-City und Hachioji ergänzen, berichtet Reuters.com. Zusätzlich wird Aeon seine bestehenden Betriebe mit neuester Ocado-Technologie, einschließlich „On-Grid-Roboterkommissionierung“, nachrüsten.
TRENDS & TECH
KI revolutioniert die Risikoberechnung für Rückversicherer
Künstliche Intelligenz wird einen großen Einfluss auf die Risikomodellierung und -analyse von Rückversicherern haben, zitiert Handelszeitung.ch eine Studie von Reinsurance News. Generative KI spiele eine Schlüsselrolle bei der Analyse großer Datenmengen und der Erstellung präziser Risikomodelle. Trotz der Herausforderungen bei der Implementierung wäre sie in Zukunft ein unverzichtbares Werkzeug, um Risiken wie Cyberbedrohungen und Naturkatastrophen genauer einschätzen zu können.
Digitale Transformation ist ein kontinuierlicher Prozess
Eine neue Studie von KPMG zeigt, dass ein Drittel der führenden Unternehmen die digitale Transformation inzwischen als kontinuierlichen Prozess betrachtet und sich auf generative KI, neuronale Netze und digitale Zwillinge konzentriert. Nur 29 Prozent der Unternehmen schätzen ihre technologische Basis als sehr gut ein, während 88 Prozent zwei oder mehr Transformationsprogramme gleichzeitig durchführen. Als Haupthindernisse für den Wandel werden in der Studie Ressourcenmangel, Widerstand gegen Veränderungen und unklarer geschäftlicher Nutzen ausgemacht.
NACHHALTIGKEIT
Nachhaltigkeitsberichte nutzen den Unternehmen
Die EU-Nachhaltigkeitsberichtspflicht verlangt ab 2024 schrittweise von immer mehr Unternehmen die Berichterstattung, beginnend mit kapitalmarktorientierten Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Die Hälfte der mittelständischen Unternehmen hat noch nicht mit der Umsetzung begonnen, vor allem aufgrund der hohen Komplexität und fehlender Ressourcen. Dabei bieten sich durchaus Chancen: Mit effizienten Tools und Prozessen können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, wie Theres Schäfer von Green.Works in einem Gastbeitrag für Textilwirtschaft.de erläutert. Zudem ermöglicht eine transparente Berichterstattung, die eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen zu kommunizieren und die Kundenbindung zu stärken. Nicht zuletzt leistet man auch einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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