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Aktuelle E-Commerce-News: Tacto, Roastmarket, Benuta, Knuspr, Belgien online, FTC, Amazon, Selecta, THG, Zulily, Forrester und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Tacto sammelt 50 Mio. Euro ein
Das Münchner Start-up Tacto hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 50 Mio. Euro von Investoren eingesammelt, meldet Businessinsider.de. Tacto hat eine Software für Lieferkettensicherheit entwickelt, die es auch kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglicht, Lieferanten zu organisieren, Umwelt- und Sozialstandards einfach umzusetzen und Materialien effizient, umweltfreundlich und oft zu besseren Konditionen einzukaufen. Das Unternehmen verspricht Kosteneinsparungen von bis zu zehn Prozent und eine Benutzeroberfläche, die einfacher als Excel ist.
Ab dem 14. Februar 2024 startet die Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 15. Dezember 2023
Roastmarket eröffnet Flagship-Store
Der Online-Kaffeehändler Roastmarket eröffnet am 14. Dezember in der Frankfurter Innenstadt seinen ersten Flagship-Store und damit auch sein erstes stationäres Geschäft. Auf insgesamt 250 Quadratmetern soll ab Anfang 2024 nicht nur das aus dem Onlineshop bekannte breite Angebot an Kaffeesorten präsentiert werden, sondern auch Maschinen, die vor Ort getestet werden können, sowie das nötige Zubehör, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt.
Benuta startet Omnichannel-Strategie
Die E-Commerce-Plattform für Teppiche Benuta erweitert laut Pressemitteilung ihre Strategie um ein stationäres Standbein. In Kooperation mit der Möbelhauskette Porta eröffnet der Bonner Online-Händler in Frechen einen eigenen, 60 Quadratmeter großen Shop-in-Shop, in dem Kunden Teppiche direkt kaufen oder über die Porta-Website bestellen können. Gemeinsame Werbeaktionen auf Social-Media-Kanälen sollen für die nötige Aufmerksamkeit bei den Kunden sorgen.
Knuspr unterstützt Schulprojekt „Supermarkt 2.0“
Das Sonderpädagogische Förderzentrum München Mitte 4 hat 2019 das Schulprojekt „Supermarkt 2.0“ gestartet, um die rund 250 Kinder und Jugendlichen am Beispiel eines selbstorganisierten Supermarkts auf dem Schulgelände praxisnah an betriebswirtschaftliche Grundlagen heranzuführen. Laut Pressemitteilung unterstützt 2023 Knuspr das Projekt. Die Schülerinnen und Schüler können den Berufsalltag in der Partnerbäckerei kennenlernen, im Logistikzentrum ein Hightech-Warenlager verfolgen und direkt vom Marketingteam etwas über Vermarktung lernen. Im konkreten Fall des Vertriebs beliefert Knuspr den Schülersupermarkt mit Frischmilch und Joghurt.
HANDEL INTERNATIONAL
Drei Viertel der Belgier shoppen online
Im Jahr 2022 haben 74,8 Prozent der belgischen Verbraucher online eingekauft – der europäische Durchschnitt liegt bei 68 Prozent. Obwohl 82 Prozent der Befragten angaben, lieber bei lokalen Anbietern einzukaufen, bestellten 39 Prozent online bei Anbietern jenseits der belgischen Grenze, was 22 Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt liegt. Laut „Belgian Digital Economy Overview“ sind die beliebtesten Kategorien der belgischen Verbraucher: Kleidung (41,8 Prozent), Buchung von Ferienunterkünften (23,4 Prozent) und Tickets für kulturelle Veranstaltungen (21,7 Prozent).
Der Vorteil einer Standortpartnerschaft? Eine Fläche, doppelter Nutzen.
Das Thema E-Mobilität ist das Thema der Stunde: In Deutschland sollen bis 2030 mindestens 15 MillionenE-Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden. Dieses Ziel kann nur mit einer stark ausgebauten Ladeinfrastruktur erreicht werden. An verkehrsgünstigen Orten wird deshalb in den nächsten Jahren verstärkt in Ladeinfrastruktur investiert werden. Mehr lesen
Amazon fordert Einstellung des FTC-Verfahrens
Amazon hat beim zuständigen Bezirksgericht in Seattle einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens der US-Kartellbehörde FTC gegen das Unternehmen gestellt. Die beanstandeten Geschäftspraktiken entsprächen „der Natur des Wettbewerbs“. Sie dienten vielmehr den Verbrauchern und wirkten sogar wettbewerbsfördernd, zudem fehle es der Klage an Beweisen für wettbewerbswidrige Preiserhöhungen. Darüber hinaus sei die FTC nicht befugt, Ansprüche vor einem Bezirksgericht geltend zu machen, vielmehr seien diese abzuweisen, da Landesrecht nach dem Sherman Act nicht anwendbar sei.
Selecta steht offenbar zum Verkauf
Das Schweizer Foodtech-Unternehmen Selecta, das vor allem Verpflegungsautomaten entwickelt, soll laut Insider-Informationen der „Finanz und Wirtschaft“ verkauft werden. Wie Konsider.ch schreibt, habe die Private-Equity-Firma KKR, zu der die Selecta-Gruppe seit 2015 gehört, ihre Hoffnung auf einen Börsengang aufgegeben, weil die hohe Verschuldung des Unternehmens den Betriebsgewinn zu stark schmälere. Trotz 13,5 Prozent mehr Umsatz und 25 Prozent mehr Tagesverkäufen pro Automat sei der Betriebsgewinn im vergangenen Geschäftsjahr nur um neun Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr.
Kelso schlägt Zerschlagung von THG vor
In einem Brief, der The Times vorliegt, fordert die Investmentfirma Kelso das Management der angeschlagenen THG auf, sich dazu zu äußern, wie das diversifizierte Unternehmen in drei separate Unternehmenseinheiten aufgeteilt werden könnte. Laut Fashionunited.com soll es sich dabei um die Bereiche Beauty, Ernährung und die E-Commerce-Technologieplattform Ingenuity handeln. THG wurde bei seinem Börsengang im September 2020 mit fünf Mrd. Pfund veranschlagt und wird heute nur noch mit einer Milliarde Pfund bewertet. Eine Zerschlagung könne dazu beitragen, die „inhärente Diskrepanz zwischen dem Aktienkurs von THG und seinem wahren Wert“ zu beseitigen, heißt es in dem Schreiben.
Zulily verklagt Amazon
Der Onlineshop Zulily, dessen Angebot an Markenprodukten sich vor allem an junge Mütter richtet, musste letzte Woche drei Büros schließen und 800 Mitarbeiter entlassen und hat nun in Seattle Klage gegen Amazon eingereicht. Nachdem Zulily auf seiner Website die Preise seiner Produkte direkt mit teureren Preisen bei Amazon verglichen hatte, soll Amazon eine wettbewerbswidrige Kampagne gegen den Konkurrenten gestartet haben, so Geekwire.com. Zu diesem Zweck habe das Unternehmen „Einzelhändler und Großhändler von Drittanbietern gezwungen, einer ‚Preisgleichheit‘ zuzustimmen“ und alle Verkäufer, die sich nicht an die Vereinbarung hielten, aus der „Buy Box“ entfernt, heißt es in der Klageschrift.
Forrester sagt dem Onlinehandel neun Prozent Wachstum voraus
Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Forrester sagt dem Online-Handel in den fünf größten europäischen Ländern Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien rosige Zeiten voraus. Wie es in einem Blogpost heißt, soll sich die Entwicklung 2024 wieder den Zeiten vor der Pandemie annähern und bis 2028 bei einem soliden Wachstum von 9,2 Prozent liegen, also von 373 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf 579 Mrd. Euro im Jahr 2028 steigen. Der Anteil am gesamten Handelsumsatz würde im gleichen Zeitraum von 16 Prozent auf 22 Prozent steigen.
TRENDS & TECH
Zero10 erleichtert die virtuelle Anprobe
Das Technologieunternehmen Zero10 hat ein Augmented-Reality-Widget entwickelt, mit dem Online-Modehändler ihren Kunden eine virtuelle Anprobe direkt im Browser anbieten können. Wie Fashionunited.com berichtet, reicht auf Nutzerseite ein einziges Foto aus, um Kleidung virtuell anzuprobieren und die Passform zu überprüfen – die umständliche Erstellung eines 3D-Avatars entfällt. Aber auch auf Anbieterseite genügt ein Produktfoto, um für jeden Artikel ein virtuelles Gegenstück zu generieren. Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch den Einsatz selbst entwickelter Warping-Tools und die intensive Beschäftigung mit bildgenerierender KI wie DALL-E, Imagen, Stable Diffusion oder Midjourney, wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag schreibt.
Fragmentierung bremst Wachstum – Retail Media-Markt braucht Einheitlichkeit
Das steile Wachstum des Retail Media ist zugleich seine größte Herausforderung: im fragmentierten Markt fehlen Standards und Transparenz. Das Commerce Media-Unternehmen Criteo gibt einen Überblick über Auswirkungen, nächste Schritte und technologische Lösungen für einen einheitlichen Markt und gemeinsames ungebremstes Wachstum. Mehr lesen
NACHHALTIGKEIT
237 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner
In Deutschland fielen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2021 pro Kopf 237 Kilogramm Verpackungsabfälle an, egal ob aus Kunststoff, Papier oder Glas. Das ist zum einen deutlich mehr als der europäische Durchschnitt von 189 Kilogramm und zum anderen 26 Prozent mehr als im Jahr 2005. Mit einem Müllberg von 19,7 Millionen Tonnen führt Deutschland die Statistik an, gefolgt von Italien mit 13,6 Millionen Tonnen. Die wenigsten Abfälle meldeten die Kroaten, die nur 73,8 Kilogramm Verpackungen pro Kopf entsorgten.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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