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Für Amazon könnte die Rechnung der EU kleiner werden. Nach dem Bericht einer Generalanwältin des Gerichtshofs der Europäischen Union könnte die 2017 durch die Europäische Kommission erhobene Strafzahlung in Höhe von 250 Millionen Euro aufgehoben werden. Nach ihrer Einschätzung war für die Entscheidung der Kommission das falsche Bezugssystem der OECD-Verrechnungspreisleitlinien die Grundlage, richtig wäre das luxemburgische Recht gewesen. Gegenstand des Falls war die Körperschaftsschuld zweier...
Für Amazon könnte die Rechnung der EU kleiner werden. Nach dem Schlussantrag einer Generalanwältin des Gerichtshofs der Europäischen Union könnte die 2017 durch die Europäische Kommission erhobene Strafzahlung in Höhe von 250 Millionen Euro aufgehoben werden. Nach ihrer Einschätzung war für die Entscheidung der Kommission das falsche Bezugssystem der OECD-Verrechnungspreisleitlinien die Grundlage, richtig wäre das luxemburgische Recht gewesen. Gegenstand des Falls war die Körperschaftsschuld zweier Amazon-Tochtergesellschaften. Da der Gerichtshof meist den Anträgen der Generalanwälte folgt, kann sich der Online-Riese wahrscheinlich über eine Geldwelle in die Kasse freuen.
HANDEL NATIONAL
Tchibo baut 300 Stellen ab
Bis Jahresende will der Omnichannel-Händler Tchibo 300 der rund 7.100 Stellen abbauen. Bei dem Kaffeeverkäufer geht es um das Streichen unbesetzter Stellen, dazu kommen das Auslaufen von Zeitverträgen und Fluktuation, auch betriebsbedingte Kündigungen sind möglich, meldet die Wirtschaftswoche. Tchibo wolle nach dem Personalaufbau während Corona nun wieder auf das Niveau vor der Pandemie umstellen. Auch gebe es in diesem Jahr keine Gehaltserhöhung. Die Mitarbeiter seien bereits im April informiert werden. Welche Bereiche und Abteilungen im Detail betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt. Einziger Anteilseigner ist die Maxingvest AG, ihr gehört neben Tchibo auch Beiersdorf.
Lieferanten beenden Zusammenarbeit mit Asos
Der britische Online-Modehändler Asos muss mit weiteren Problemen kämpfen, erste Lieferanten haben die Verträge gekündigt. Als Grund wird der Ausstieg von Rückversicherern genannt, heißt es bei der Textilwirtschaft. Dabei lehnten diese die Deckung der Aufträge von Asos ab oder reduzierten sie. Erster Versicherer sei Allianz Trade in Folge des schlechten Halbjahresergebnisses gewesen. Die Zusammenarbeit mit einem Lieferanten sei wegen einer fehlenden Warenkreditversicherung nicht zustande gekommen.
Die Hälfte der Online-Einkäufe läuft über Smartphones
Smartphones haben sich beim Online-Handel zum wichtigsten Utensil entwickelt. Rund 50 Prozent der gesamten Umsätze des E-Commerce in Deutschland (42 Milliarden Euro) liefen 2022 über Mobiltelefone, die andere Hälfte verteilt sich nach den Zahlen des HDE-Online-Monitors auf PCs, Laptops und Tablets. Der Verband weist die Händler auf die Präsenz durch Apps und optimierte Webseiten hin. Rund ein Viertel der Einkäufe erfolge, während die Kunden unterwegs seien, zusätzlich würden die Smartphones in den Geschäften auch zur Recherche und anderen Diensten genutzt. Dabei haben die Smartphones aber gegenüber 2022 verloren, damals hatte der Anteil bei 54 Prozent gelegen, 2020 bei 47 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
Tiktok Shop will Südostasien als Umsatzmotor nutzen
Tiktok Shop will das Umsatzwachstum in diesem Jahr auf 20 Milliarden US-Dollar besonders durch Handel in Südostasien anschieben. Nach dem Start des Handels in der Region im vergangenen Jahr mit einer eigenen Plattform lag er in der Region bei 4,4 Milliarden Euro, nach Angaben von Tech in Asia ein Plus von 363 Prozent. Nach dem Handel über Portale wie Shopee oder Lazada könnten die Kunden nun über Tiktok Shop tätig werden. Indonesien bilde mit 113 Millionen den stärksten Markt in der Region und liege weltweit auf Platz zwei hinter den USA.
Fielmann steigt in Nordamerika bei SVS Vision und Befitting ein
Fielmann unternimmt den nächsten Schritt bei der internationalen Expansion und übernimmt in Nordamerika zwei Mitbewerber. Dazu gehören der Filialbetrieb SVS Vision mit rund 80 Läden und der in Kanada beheimatete Online-Brillenhändler Befitting, eine Marke von Eyevious Style Inc. Die Transaktion mit SVS Vision soll bei Ende August abgeschlossen werden, Befitting die Farbe gleich wechseln, heißt es bei Fashion United. Die Übernahme gehöre zur Strategie "Vision 2025" mit stärkerer Digitalisierung und Internationalisierung.
Eushipments.com übernimmt Helpship
Das bulgarische Logistikunternehmen Eushipments.com stärkt seine Position in Rumänien und übernimmt den Fulfillment-Anbieter Helpship. Zu den Zielen der Transaktion gehören ein Ausbau der internationalen Warentransporte und kürzere Lieferzeiten in Länder der Region, die schwieriger zu erreichen sind, berichtet Tech.eu. Eushipments wolle so vom wachsenden Online-Handel in Rumänien profitieren, Helpship setze auf ein schnelleres Wachstum in der Region und in Europa.
TRENDS & TECH
Amazon integriert Affirm in den USA in Amazon Pay
Amazon-Kunden in den USA haben bei der Bezahlung über Amazon Pay nun auch Zugriff auf die Buy-Now-Pay-Later-Funktionen von Affirm. Für die Händler besteht nach einer Meldung von Cnet die Möglichkeit, die Zahlungsvariante in ihre Version von Amazon Pay integrieren. Der Einsatz des Service sei ab Verkaufswerten von 50 US-Dollar möglich. Affirm habe mitgeteilt, dass die Nutzung kostenfrei sei, in Echtzeit ablaufe und keinen Einfluss auf die Kreditdaten habe. Beim Start der BNPL-Funktionen sei eine Überprüfung der Kunden von Amazon Pay erforderlich.
Etailment Deep Dive: Marketing im E-Commerce
Der E-Commerce hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben, der sich längst kein Marktteilnehmer mehr entziehen kann. Innovative Marketingformen, Vertriebswege und technische Lösungen stellen bedeutende Herausforderungen dar, eröffnen Handel und Industrie aber auch große Chancen – so Alexander Graf und Prof. Holger Schneider in "Das E-Commerce-Buch". Etailment stellt das Fachbuch, insbesondere das Kapitel zum Thema Marketing, in der Rubrik Deep Dive vor.
Die Treue der Deutschen gegenüber den Marken lässt nach
Die Deutschen haben bei der Markenloyalität nachgelassen. So bezeichnen sich nach den Ergebnissen der neuen Studie von Service Now 74 Prozent nicht mehr als markentreu. Zu den Gründen gehörten die gestiegenen Preise, die Verbraucher erwarteten eine stärkere Individualisierung des Einkaufs durch angepasste Angebote, Warenproben und proaktiven Service. 72 Prozent würden bei einem solchen Service den Marken eher treu bleiben. Für 93 Prozent der Kunden stehe die Sicherheit ihrer Daten weit oben, dazu käme ein Service, der die Probleme lösen könne (94 Prozent) und schnell reagiere (92 Prozent). Händler sollten nach den Ergebnissen Omnichannel einsetzen, 61 Prozent der Verbraucher wünschten sich für die von ihnen gewünschten Marken den Einsatz von Technologien für einen besseren Service.
Neue Wing-Drohne steht vor dem Start
Die Alphabet-Tochter Wing hat die neue Lieferdrohne Autoloader bei einem Testflug präsentiert. Sie ist mit einem Haken für die Aufnahme der Pakete ausgestattet, so dass die Montage der Ware durch einen Menschen nicht mehr erforderlich ist, schreibt Cnet. Dadurch benötigten die Unternehmen keine isolierten Stationen für das Beladen der Drohnen mehr, möglich sei der Aufbau eines Netzes von unabhängigen Geräten. Wing plane den Einsatz von kabellosen Ladestationen an diversen Standorten. Die Drohnen könnten rund 1,5 Kilo aufnehmen, der Flugradius der zur Zeit eingesetzten Maschinen von rund zehn Kilometern solle ausgeweitet werden.
So punkten Onlinehändler mit "Embedded Services"
Beim Kauf eines Smartphones kann eine Versicherung gegen Bildschirmbruch oder gegen Diebstahl sinnvoll sein. Doch der Abschluss einer Versicherung stellt für die meisten Konsumenten eine Notwendigkeit dar, mit der man möglichst wenig Zeit verbringen möchte. Für Händler liegt hier eine Chance - indem sie Produkte gleich in Kombination mit einer Versicherung anbieten. Auch mit zusätzlichen Dienstleistungen wie Reparatur oder Ersatz können sie sich profilieren und Kunden langfristig binden. An welchen Stellen im Kaufprozess eingebettete Dienstleistungen am besten integriert werden, erklärt AnneLi Meisel von Hepster in einem Etailment-Gastbeitrag.
NACHHALTIGKEIT
Uber will grüner werden
Uber will mit einem Strauß von Zielen zu einem nachhaltigen Unternehmen werden und das Ziel eines CO₂-freien Betriebs in Europa und den USA bis 2030 zu erreichen. Bis 2040 gilt diese Marke für alle Ziele weltweit. Im vergangenen Jahr startete in den USA Uber Green, bei dem die Fahrer eine Zusatzprämie beim Einsatz eines Elektrofahrzeugs erhalten, nun soll es auch in Australien losgehen, berichtet The Verge. In Zukunft würden die Kunden über die App informiert, wie hoch die Einsparung des CO₂-Verbrauchs bei einer Fahrt mit Uber wird. Im Laufe des Jahres sollen die Fahrer per App Informationen über die nächste Ladestation erhalten. An Flughäfen seien Parkbereiche für die Elektrofahrzeuge und günstigere Raten an den Ladestationen geplant. Weitere Neuerungen seien auch bei Uber Eats geplant, in Südamerika soll das Angebot für Fahrräder steigen.
Redakteur
Wolfram Marx ist Journalist und schreibt für etailment unter anderem das Morning Briefing mit den täglichen Nachrichten aus Handel und E-Commerce. Seine Beiträge erschienen zudem in weiteren Fachtiteln der dfv Mediengruppe wie TextilWirtschaft, ahgz und Food Service sowie in der Rheinischen Post und im Reisefachmedium Travel ONE.
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