
The Quality Group, Puma, VZBV, EU-Kommission, Alphabet, USPS, Twint, Gen Z und Millennials, Online-Bewertungen, Warnwesten
Aktuelle E-Commerce-News: The Quality Group, Puma, VZBV, EU-Kommission, Alphabet, USPS, Twint, Gen Z und Millennials und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
The Quality Group rüstet Logistikzentrum mit Robotern auf
Der deutsche Online-Händler The Quality Group (TQG) implementiert in seinem neuen 40.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum in Elsdorf die KI-gestützte Robotik-Plattform „LocusOne“ von Locus Robotics, berichtet MMH.com. Die Anlage soll zunächst bis zu 45.000 Online-Bestellungen und 300.000 Artikel täglich verarbeiten können, wobei der Durchsatz in Spitzenzeiten auf 60.000 Aufträge pro Tag skalierbar sei. Im Rahmen der Robotics-as-a-Service-Vereinbarung werde TQG, bekannt für Sportnahrung und Nahrungsergänzungsmittel, anfangs 30 bis 40 autonome Roboter einsetzen und die Flotte bis Jahresende auf 250 Einheiten aufstocken.
Puma rüstet Logistikzentrum mit Robotern auf
Der Sportartikelhersteller Puma eröffnet in Arizona ein hochautomatisiertes Auslieferungslager, in dem Roboter täglich bis zu 100.000 Pakete noch am Bestelltag versandfertig machen, berichtet Handelsblatt.com. Die vom norwegischen Unternehmen Autostore entwickelte Technik nutze statt klassischer Regale ein flexibles Gitterkäfigsystem auf der über 100.000 Quadratmeter großen Lagerfläche. Während Puma seine Logistik in den USA seit zehn Jahren zunehmend automatisiere, würden laut Michael ten Hompel von der TU Dortmund in Deutschland erst 20 Prozent der Online-Händler auf automatisierte Lagersysteme setzen.
Dem VZBV geht die EU-Kommission nicht weit genug
Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert die gestern veröffentlichte Mitteilung der Europäischen Kommission (siehe unten) zum Umgang mit unsicheren Produkten auf Online-Marktplätzen als unzureichend. Die Verbraucherschützer fordern strengere Sorgfaltspflichten für Plattformbetreiber wie Amazon und Temu, die auch ohne Anpassung des Digital Services Act möglich wären, wie ein Rechtsgutachten im Auftrag des VZBV belege. Laut Stefanie Grunert, Referentin im Team Recht und Handel, müssten die Marktplätze selber künftig stärker prüfen, ob Angebote den EU-Anforderungen entsprechen und bei Verstößen haften.
HANDEL INTERNATIONAL
EU-Kommission: Maßnahmenpaket für internationalen Online-Handel
Die EU-Kommission stellte gestern ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, um die Sicherheit und Nachhaltigkeit im grenzüberschreitenden Online-Handel zu verbessern. Das neue EU-Instrumentarium sieht die Abschaffung der Zollbefreiung für Kleinsendungen bis 150 Euro vor und will die Kontrollen nicht EU-konformer Produkte durch Zoll- und Marktüberwachungsbehörden verstärken. Die Initiative umfasst unter anderem auch Werkzeuge wie einen digitalen Produktpass und KI-gestützte Erkennungssysteme für eventuell risikobehaftete Waren.
EU-Kommission: Untersuchung von Shein
Die Europäische Kommission untersucht den chinesischen Onlinemarktplatz Shein wegen möglicher Verstöße gegen EU-Verbraucherschutzregeln, meldet Manager-Magazin.de. Es solle besonders geprüft werden, ob die Plattform ausreichend gegen unlautere Geschäftspraktiken und missbräuchliche Vertragsbedingungen vorgehe. Vorherige Untersuchungen hätten bereits gefälschte Bewertungen, irreführende Rabattaktionen und unzureichende Informationen zu Verbraucherrechten aufgedeckt.
Schweizer Online-Handel wächst 3,5 Prozent
Der Online-Handel in der Schweiz wuchs 2024 um 3,5 Prozent, während der gesamte Einzelhandel laut GfK-Markt-Monitor einen leichten Umsatzrückgang von 0,2 Prozent verzeichnete. Im stationären Geschäft zeigte der Lebensmittelbereich mit plus 1,3 Prozent eine positive Entwicklung, wohingegen der Nonfood-Bereich um 2,6 Prozent schrumpfte. Das Bundesamt für Statistik erwartet für 2025 eine durchschnittliche Jahresteuerung von 0,3 Prozent und prognostiziert für die Schweizer Wirtschaft ein Wachstum von 1,5 Prozent.
Alphabet wächst und investiert massiv in KI
Der Google-Mutterkonzern Alphabet verzeichnete im vierten Quartal einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf 96,5 Mrd. Dollar, wie Businessinsider.de berichtet. Die angekündigten KI-Investitionen in Höhe von 75 Mrd. Dollar für 2025 lägen allerdings deutlich über den von Bloomberg erwarteten 57,9 Mrd. Dollar, was Investoren beunruhige und die Alphabet-Aktie nachbörslich um mehr als sieben Prozent fallen ließ. Die Wachstumsverlangsamung im Cloud-Geschäft und der Vorstoß des chinesischen Startups Deepseek, das sein KI-Modell für angeblich nur sechs Mio. Dollar entwickelt habe, würden die Erwartungen zusätzlich dämpfen.
USA: Post bearbeitet Pakete aus China nun doch
Der US-Postdienst hat seine Entscheidung zur Aussetzung der Paketannahme aus China und Hongkong nach nur zwölf Stunden zurückgenommen und wird die Sendungen nun doch weiterhin bearbeiten, meldet Businessinsider.com. Die Behörde arbeite eng mit dem Zoll zusammen, um die von Präsident Trump verordneten neuen China-Zölle möglichst reibungslos umzusetzen und dem Chaos Herr zu werden, dass durch das Ende der Zollbefreiung für Pakete unter 800 Dollar entstanden sei.
Mehr als die Hälfte der Schweizer zahlen mit Twint
Die Schweizer Bezahl-App Twint verzeichnete 2024 insgesamt 773 Mio. Transaktionen, was laut Handelszeitung.ch einem Anstieg von 31 Prozent entspricht. Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung nutze inzwischen den Dienst, der von über 80 Prozent der Geschäfte und Online-Shops als Zahlungsmöglichkeit angeboten werde. Von den über fünf Millionen aktiven Nutzern verwenden zwei Drittel Twint vor Ort im Laden, während ein Drittel damit online bezahlt.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Gen Z und Milennials prägen den Luxusmarkt
Junge Konsumenten prägen den Luxusmarkt mit neuen Prioritäten, wie Channelx.world eine Studie von Tink zitiert. Die Generation Z erwerbe im Schnitt 16 hochwertige Artikel pro Jahr, die Millennials folgen mit 14 Stück – beide Gruppen würden dabei besonderen Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit und ethische Produktion legen. Das Einkaufserlebnis selbst spiele für mehr als 60 Prozent eine zentrale Rolle, weshalb bereits 85 Prozent der Händler ihre Zahlungsprozesse modernisierten. Allerdings bremse die Sorge vor Betrug und Zahlungsausfällen noch viele junge Käufer bei höherwertigen Einkäufen im Netz.
Online-Bewertungen verbessern den Umsatz
Laut einer Studie von Trustpilot bestätigen 91 Prozent der befragten britischen Unternehmen, dass positive Online-Bewertungen den Umsatz steigern können. Die Untersuchung zeige zudem, dass 94 Prozent der Entscheidungsträger Bewertungsplattformen als vertrauensbildend einschätzten. Für Verbraucher seien unabhängige Bewertungsportale mit 84 Prozent die wichtigste Informationsquelle bei Kaufentscheidungen – noch vor dem persönlichen Umfeld mit 83 Prozent und Expertenempfehlungen mit 68 Prozent. Trustpilot ist eine Bewertungsplattform.
Wenig Westen warnen wirklich
Nur fünf von 20 online bestellten Warnwesten bestehen den aktuellen Reflexionstest des ADAC, während alle fünf im stationären Handel erworbenen Modelle die Prüfung bestanden, berichtet Spiegel.de. Die ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla betone, dass funktionierende Warnwesten aus dem Einzelhandel mit Preisen ab 2,49 Euro abgesehen davon auch deutlich günstiger seien als die mangelhaften Onlineprodukte. Die Prüfer hätten bei den Onlinebestellungen sogar Kinderwesten mit falschen ISO-Norm-Angaben entdeckt, deren graue Kunststoffstreifen keinerlei Reflexionswirkung gezeigt hätten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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