Tiktok Shop, Flaschenpost, Trustpilot, Importpreise, Amazon + Walmart, Shein, PDD Holdings, Compliance, Tap to Pay, Opera, Grok

Tiktok Shop, Flaschenpost, Trustpilot, Importpreise, Amazon + Walmart, Shein, PDD Holdings, Compliance, Tap to Pay, Opera, Grok

Aktuelle E-Commerce-News: Tiktok Shop, Flaschenpost, Trustpilot, Importpreise, Amazon + Walmart, Shein, PDD Holdings und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Zwei Monate Tiktok Shop: Bekannt, aber kaum genutzt
Gut ein Drittel der Deutschen kennt bereits den Tiktok Shop, der Ende März in Deutschland startete, berichtet Textilwirtschaft.de. Tatsächlich genutzt hätten die Social-Commerce-Plattform jedoch erst 2,5 Prozent der Befragten. Die höchste Nutzungsrate verzeichne die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen mit knapp fünf Prozent. Magere acht Prozent der deutschen Befragten könnten sich eine künftige Nutzung vorstellen. Zum Vergleich: In den USA verwenden bereits 44 Prozent der Tiktok-Nutzer den dort seit 2023 verfügbaren Shop.

Flaschenpost fokussiert auf Effizienz statt Wachstum
Flaschenpost konnte 2024 seine Umsätze nur leicht steigern, während Konkurrenten wie Picnic deutlich wuchsen, berichtet Excitingcommerce.de unter Berufung auf den Oetker-Geschäftsbericht. Der Getränke-Lieferdienst habe bewusst auf Effizienz- und Kostenoptimierung gesetzt und dadurch die selbstgesteckten Umsatzziele verfehlt. Dennoch sei der durchschnittliche Bestellwert deutlich gestiegen. Trotz anhaltendem Stellenabbau expandiere Flaschenpost massiv und erreiche nun 40 statt 30 Prozent aller Haushalte.

Wettbewerbszentrale attackiert Trustpilot wegen Irreführung
Die Wettbewerbszentrale wirft der dänischen Bewertungsplattform Trustpilot irreführende Angaben zur Authentizität ihrer Bewertungen vor, berichtet Heise.de. Das Unternehmen verstoße somit gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Bei einem Test zwischen Oktober und Februar hätten die Wettbewerbshüter 86 bewusst falsche Bewertungen eingereicht. Trustpilot habe lediglich 31 davon veröffentlicht und 55 gelöscht – überwiegend seien positive Fake-Bewertungen entfernt worden. Die Plattform suggeriere eine hundertprozentige Authentizität, werde diesem Anspruch jedoch nicht gerecht. Trustpilot teilte mit, die Vorwürfe zu prüfen.

Einzelhandels-Stimmung klettert trotz anhaltender Unzufriedenheit
Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel verbesserte sich im Mai deutlich auf minus 18,6 Punkte nach minus 25,8 Punkten im April. Die Einzelhändler seien zwar weiterhin unzufrieden, ihre Stimmung habe sich aber spürbar aufgehellt, erklärte Ifo-Experte Patrick Höppner. Der Preisdruck lasse nach – Händler erhöhten seltener ihre Preise und planten zurückhaltender. Bei Lebensmitteln und Möbeln seien jedoch weiterhin Preissteigerungen wahrscheinlich.

Importpreise fallen so stark wie seit Corona nicht
Deutsche Importpreise fielen im April um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und brachen im Monatsvergleich um 1,7 Prozent ein – der stärkste Rückgang seit der Corona-Krise, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Energie treibe diese Entwicklung maßgeblich an: Rohöl verbilligte sich um 25,3 Prozent, Steinkohle um 23,1 Prozent. Gleichzeitig verteuerten sich Strom um 25,9 Prozent und Erdgas um 12,7 Prozent. Nahrungsmittel-Importe kosteten dagegen 9,8 Prozent mehr – Apfelsaft kletterte um 38,8 Prozent, Orangensaft um 33,0 Prozent; Rohkaffee-Einfuhren explodierten geradezu um 53,1 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL

Österreichs E-Commerce beschäftigt 250.000 Menschen
Knapp 250.000 Arbeitsplätze hängen in Österreich mittlerweile am E-Commerce und dessen vorgelagerten Bereichen, zitiert Derstandard.at eine Eco-Austria-Studie. Direkt seien 46.600 Menschen im Online-Handel beschäftigt, indirekt weitere 202.400 in Logistik, IT und Marketing. Der digitale Umsatz erreichte 2023 erstaunliche 57,9 Mrd. Euro, womit der E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz österreichischer Unternehmen auf 7,3 Prozent kletterte – erstmals über dem EU-Durchschnitt.

Stationärer Handel überholt E-Commerce in den USA
Der US-Online-Handel schwächelte im ersten Quartal 2025 erstmals seit Jahren, während stationäre Geschäfte wieder Boden gutmachten, meldet Practicalcommerce.com. Die E-Commerce-Umsätze seien um 0,04 Prozent auf 300,2 Mrd. Dollar geschrumpft, während der Gesamteinzelhandel um 0,4 Prozent auf 1,86 Bio. Dollar gewachsen sei. Der Online-Anteil verharrte bei 16,2 Prozent. Im Jahresvergleich zeige sich jedoch ein anderes Bild: Der Online-Handel legte um 6,1 Prozent zu, der stationäre Handel um 4,5 Prozent.

Amazon und Walmart stolpern über wählerische Verbraucher
Amazon und Walmart verzeichneten laut Pymnts.com im ersten Quartal ihr schwächstes Wachstum seit vor der Pandemie. Amazons Umsätze stiegen nur um 3,7 Prozent, Walmarts um 3,2 Prozent – beide Werte liegen kaum über der Inflationsrate. Die Pandemie-Rückenwindeffekte seien verschwunden, die organische Nachfrage bleibe schwächlich. Verbraucher würden ihre Ausgaben von Waren weg zu Dienstleistungen, Gesundheitsversorgung und Wohnen verlagern. Amazon hielt zwar seinen Einzelhandelsanteil bei 8,6 Prozent, doch beide Konzerne verlieren Boden im Kampf um die Geldbörsen der Konsumenten.

Shein wechselt Börsenplatz von London nach Hongkong
Der Fast-Fashion-Riese Shein verlagert seinen geplanten Börsengang von London nach Hongkong, nachdem die chinesische Wertpapieraufsicht weiterhin keine Genehmigung erteilte, berichtet Retail-News.de. Obwohl die britische Finanzaufsichtsbehörde bereits im März grünes Licht gegeben habe, blockiere Pekings ausbleibende Zustimmung das Londoner Debüt. Das Unternehmen wolle nun in den kommenden Wochen einen ersten Prospektentwurf in Hongkong einreichen und den Börsengang noch 2025 realisieren. Der Strategiewechsel gelte als Signalwirkung für andere chinesische Tech-Konzerne, da politische Hürden westliche Börsengänge erschwerten.

Wegen Trump-Zöllen: PDD Holdings Gewinn halbiert
PDD Holdings, Mutterkonzern der Shopping-Plattform Temu, verzeichnete im ersten Quartal einen Gewinneinbruch um 47 Prozent auf 2,04 Mrd. Dollar, wie Malaymail.com mitteilt. Der dramatische Rückgang folge auf die Abschaffung der US-Zollbefreiung für Waren unter 800 Dollar durch die Trump-Administration. Diese Regelung sei essentiell für Temus Geschäftsmodell mit Billigprodukten gewesen. Das Umsatzwachstum schrumpfte parallel auf zehn Prozent – ein Absturz von ursprünglich 131 Prozent Jahreswachstum.


Compliance als Wachstumschance für Online-Händler
Wachstumsstarke Handelsunternehmen verwandeln Compliance-Pflichten zunehmend in strategische Wettbewerbsvorteile, so eine Studie von Descartes Systems. Während 39 Prozent der Firmen mit über 15 Prozent erwartetem Wachstum Handelskonformität als Erfolgsmotor betrachten würden, sähen nur 22 Prozent der eher stagnierenden Betriebe darin einen Vorteil. Technologie spiele dabei eine Schlüsselrolle: Drei Viertel der Wachstumschampions betrachteten digitale Lösungen – und somit auch die Compliance – als entscheidenden Erfolgshebel.

Zum Sommerurlaub: Apples „Tap to Pay“ in acht neuen EU-Ländern
Apple schaltet „Tap to Pay“ in acht weiteren europäischen Ländern frei und zwar Belgien, Dänemark, Griechenland, Island, Kroatien, Luxemburg, Malta und Zypern, meldet Iphone-Ticker.de. Händler könnten ab sofort ihr iPhone als Kartenterminal nutzen und kontaktlose Zahlungen ohne separates Lesegerät akzeptieren. Die Funktion erfordere eine Partnerschaft mit Finanzdienstleistern wie beispielsweise Stripe, SumUp oder Revolut. Kunden bezahlten wie gewohnt per Karte oder Apple Pay.

Grok fällt bei europäischen Firmen durch
Ein Viertel aller europäischen Unternehmen blockiert Elon Musks KI-Chatbot Grok, während zum Beispiel ChatGPT nur von zehn Prozent ausgesperrt werde, berichtet Thenextweb.com. Grok habe durch Falschinformationen zum Holocaust und erfundene Behauptungen über einen „weißen Genozid“ in Südafrika Vertrauen verspielt. Unternehmen bevorzugten sicherere Alternativen mit besseren Datenschutzstandards. Obwohl 91 Prozent der europäischen Firmen cloud-basierte KI-Tools nutzen, wachse mittlerweile das Bewusstsein für Sicherheitsrisiken.

Opera will Browser mit „Neon“ revolutionieren
Opera startet mit „Neon“ den ersten autonomen KI-Browser, der als persönlicher Assistent auch offline funktioniert, meldet Deepnewz.com. Der Browser könne Aufgaben wie beispielsweise Programmieren selbstständig ausführen und verstehe Nutzerbedürfnisse „eigenständig“. Opera bezeichne Neon als maßgeschneiderten KI-Assistenten, der die traditionelle Browser-Rolle grundlegend neu definiere. Das Konzept habe neun Jahre Entwicklungszeit benötigt. Die Norweger wollen damit Browsing-Erfahrungen revolutionieren und sich als Innovationstreiber positionieren.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.