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Aktuelle E-Commerce-News: Versandhandel, Lieferando, Oceansapart, Delivery Hero, Wish, Galaxus, Google-KI, PDD, Alibaba und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Erfolgreiche Strategien im Online-Versandhandel
In einer Sonderauswertung der „Versandhandelsstudie 2023“ haben Parcellab und Salesupply die Strategien der 100 erfolgreichsten Shops analysiert: Witt Weiden bietet seinen Kunden die Lieferung am nächsten Tag, zum Wunschtermin oder als umweltfreundliche Komplettlieferung an. Bonprix nutzt Statusmails, um auf andere Produkte hinzuweisen. Erwin Müller informiert über den Lieferstatus per Whatsapp, Obi und Thomann zeigen ihn auf der Homepage an. Bei Ikea erhalten Online-Kunden für ihre Retoure einen Barcode für die Erstattung vor Ort, Zalando weist auf das baldige Ende der Rückgabefrist hin. Home24 bietet alternativ zur Rückgabe einen Preisnachlass an, Amazon und Reuter ermöglichen den Umtausch gegen einen anderen Artikel. Canyon bietet Hilfe per Chat, Telefon, Kontaktformular oder über die Community und bei Heuer ist der Link zum Kundenservice auf der Startseite besonders prominent platziert.
Ab dem 14. Februar 2024 startet die Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 15. Dezember 2023
Pizza, Playstation und Xbox bei Lieferando
Bald kann man bei Lieferando nicht nur eine Pizza für einen Abend mit Freunden bestellen, sondern zum Nachtisch auch eine Konsole, Spiele und genügend Controller, damit für Entertainment gesorgt ist. Möglich macht das der Computerspiele-Händler Gamestop, der mit 19 Filialen in 16 Städten auf der Lieferando-Plattform vertreten ist – die restlichen 46 Filialen sollen folgen. Die Lieferung vom Shop bis zur Haustür dauert laut Pressemitteilung nur 35 Minuten – so lange wie ein gemeinsames Pizzaessen in gemütlicher Runde.
Oceansapart setzt auf Trusted Returns
Im Mai 2023 implementierte die Sportbekleidungsmarke Oceansapart laut einer Pressemitteilung ein eigenes, von Trusted Returns entwickeltes Serviceportal für Retouren. Durch einen europaweit einheitlichen Retouren- und Reklamationsprozess sowie digitale Retourenunterlagen inklusive Versandlabel wurde die Abwicklung auch intern vereinfacht. Ein halbes Jahr später spiegelt sich die Verbesserung nicht nur in den E-Mails der Kunden wider, sondern in Polen auch im Anstieg des Net Promoter Score um 10 Punkte (Kundenzufriedenheitsindex zwischen +100 und -100) und einer deutlichen Steigerung in weiteren Märkten.
HANDEL INTERNATIONAL
Delivery Heros Lieferdienst in Vietnam gibt auf
Baemin, die südkoreanische Lebensmittel-Lieferplattform von Delivery Hero, zieht sich aus Vietnam zurück. Zwar konnte sich das Unternehmen innerhalb von vier Jahren als drittgrößter Lieferdienst hinter Grabfood und Shopeefood positionieren, doch die Bemühungen des deutschen Mutterkonzerns, die Rentabilität der Gruppe zu verbessern, bedeuten eine Konzentration auf die Märkte, in denen man bereits eine führende Position einnimmt. Wie Tech in Asia ausführt, scheint das chinesische Unternehmen Meituan die Übernahme des gesamten südostasiatischen Geschäfts von Delivery Hero zu erwägen.
Der Vorteil einer Standortpartnerschaft? Eine Fläche, doppelter Nutzen.
Das Thema E-Mobilität ist das Thema der Stunde: In Deutschland sollen bis 2030 mindestens 15 MillionenE-Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden. Dieses Ziel kann nur mit einer stark ausgebauten Ladeinfrastruktur erreicht werden. An verkehrsgünstigen Orten wird deshalb in den nächsten Jahren verstärkt in Ladeinfrastruktur investiert werden. Mehr lesen
Wish launcht eigenen Paketzustelldienst
Die amerikanische E-Commerce-Plattform Wish bietet ihre Logistik nun auch Händlern an, die nicht bei ihr gelistet sind. Der End-to-End-Lieferservice „WishPost Smart Parcel“ für kleine Pakete greift auf das etablierte internationale Netzwerk von Logistikdienstleistern des Unternehmens zurück, um die Zustellung auf der ersten Meile, den internationalen Linientransport, die Zollabfertigung und die letzte Meile abzudecken. Im ersten Schritt werden laut Retaildive.com Sendungen aus China in wichtige Schlüsselmärkte wie die USA, Frankreich, Japan und Großbritannien unterstützt.
Beauty & Gesundheit boomt bei Galaxus
Von Januar bis Oktober kauften die Schweizer im Online-Warenhaus Galaxus laut Pressemitteilung 62 Prozent mehr Beautyprodukte und 39 Prozent mehr Gesundheitsartikel als im Vorjahr. Auch wenn das Wachstum im Pandemiejahr 2020 aufgrund der Bestellung von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken naturgemäß sehr hoch ausfiel, geht es seither jedes Jahr mit Zuwächsen von über 30 Prozent weiter – für 2023 rechnet das Unternehmen laut einer Medienmitteilung mit einem Plus von 45 Prozent. Der wichtigste Beauty-Trend bei Galaxus waren in diesem Jahr Augenbrauengels und Augenbrauenstifte, die um 140 Prozent zulegten.
PDD überholt Alibaba
Der Titel des wertvollsten E-Commerce-Unternehmens in China geht laut Wallstreet-Online.de an die PDD Holding, die damit Alibaba auf den zweiten Platz verweist. PDD, zu der die Plattformen Pinduoduo und Temu gehören, erreicht eine Marktkapitalisierung von fast 190 Mrd. Dollar, während Alibaba nur auf 185 Mrd. Dollar kommt. Die überraschende Ablösung der Nummer eins ist dem Erfolg der Low-Cost-Shopping-App Temu zu verdanken, die im September 2022 in den USA eingeführt wurde und im April 2023 in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich.
TRENDS & TECH
Google stellt eigene KI „Gemini“ vor
Google hat gestern sein eigenes KI-System „Gemini“ vorgestellt, das Konkurrenten wie GPT-4 in den Schatten stellen soll. Die künstliche Intelligenz, die bei Google Deepmind entwickelt wird, ist laut Spiegel.de seit einer Entwicklerkonferenz im Frühjahr bekannt. Gemini kann Informationen aus Fotos, Zeichnungen, Videos, menschlichen Gesten und natürlich Texten verarbeiten. Die KI wird in drei Versionen auf den Markt kommen: Gemini Ultra, Gemini Pro und Gemini Nano. Das High-End-Modell für Rechenzentren ist Ultra, das auch Googles Chatbot Bard antreiben wird; Pro ist für die breite Markteinführung geplant und Nano wird zunächst auf Googles Pixel-Phones zum Einsatz kommen, die künftig mit einem KI-Chip ausgestattet werden - den Anfang macht heute das Modell Google Pixel 8 Pro.
Fragmentierung bremst Wachstum – Retail Media-Markt braucht Einheitlichkeit
Das steile Wachstum des Retail Media ist zugleich seine größte Herausforderung: im fragmentierten Markt fehlen Standards und Transparenz. Das Commerce Media-Unternehmen Criteo gibt einen Überblick über Auswirkungen, nächste Schritte und technologische Lösungen für einen einheitlichen Markt und gemeinsames ungebremstes Wachstum. Mehr lesen
Black Friday wird in Wellen attackiert
Dass der Black Friday nicht nur Publikum, sondern auch Kriminelle anzieht, ist bekannt. Neuesten Zahlen zufolge fahren Kriminelle vor großen DDoS-Angriffen ausführliche Testwellen, die Zahl der Fake-Shops nimmt zu. Für 2024 wird mit KI-perfektionierten Phishing-Angriffen gerechnet. Etailment.de fasst aktuelle Cybersecurity-Analysen zusammen.
Online-Betrug im DACH-Raum auf hohem Niveau
Online-Betrug im E-Commerce nimmt seit Jahren kontinuierlich zu, die Mehrheit der Händler im DACH-Raum ist betroffen: Deutschland (94 Prozent), Österreich (64 Prozent) und die Schweiz (86 Prozent). Laut einer Studie von Crif Austria erleiden 73 Prozent der deutschen und 87 Prozent der Schweizer Unternehmen jährlich Verluste zwischen 10.000 und 50.000 Euro, 93 Prozent der österreichischen Befragten bis zu 100.000 Euro. Die häufigste Betrugsform ist in Österreich die Zahlungsunwilligkeit oder -unfähigkeit, von der 57 Prozent der Unternehmen betroffen sind, in Deutschland ist es der Identitätsdiebstahl, mit dem 92 Prozent Erfahrungen gemacht haben (Österreich: 51 Prozent, Schweiz: 53 Prozent). Über 80 Prozent aller Befragten haben daher bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung in ihren Shops implementiert.
Fünf Jahre Apple Pay in Deutschland
Obwohl zum Start am 11. Dezember 2018 wichtige Banken wie Volksbanken, Sparkassen oder die Postbank den Zahlungsverkehr per Smartphone noch nicht unterstützten, sind mittlerweile 99 Kreditunternehmen bei Apple Pay mit an Bord. Außer das Gerät an der Kasse wie eine Bankkarte über das Terminal zu halten, unterstützt das System auch das schnelle Bezahlen im Vorbeigehen, so Cio.de. In den letzten Monaten haben 26 Prozent der Deutschen mindestens einmal mit Smartphone oder Smartwatch gezahlt und 19 Prozent wollen es ausprobieren – hier liegt Apple Pay vor der Konkurrenz, obwohl der Marktanteil der Smartphones mit dem Konkurrenz-Betriebssystem Android bei 68 Prozent liegt.
NACHHALTIGKEIT
Secondhand-Geschenke immer beliebter
60 Prozent der Deutschen finden Secondhand-Geschenke unter dem Weihnachtsbaum eine gute Idee, im vergangenen Jahr waren es laut einer Umfrage des HDE nur 40 Prozent. Die wichtigsten Argumente für Pre-Loved-Päckcheninhalte sind Nachhaltigkeit (56 Prozent, 2022: 46 Prozent), der günstige Preis (52 Prozent, 2022: 42 Prozent) und die Einzigartigkeit (42 Prozent, 2022: 27 Prozent). Für die Schenkenden sind folgende Kategorien denkbar: Wohnen und Dekoration (72 Prozent, 2022: 56 Prozent), Accessoires (64 Prozent, 2022: 49 Prozent) und Elektro (61 Prozent, 2022: 49 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der 1.000 Befragten hat auch schon Secondhand geschenkt und damit offenbar positive Erfahrungen gemacht.
Briten shoppen nachhaltiger
Nur 32 Prozent der britischen Verbraucher achten bei der Suche in Online-Shops nicht auf die Nachhaltigkeit von Produkten und Marken. Laut einer Umfrage von Manhattan Associates und Yougov legen 65 Prozent Wert auf nachhaltigere Verpackungsmaterialien, die Hälfte fordert detailliertere Produktinformationen zur Nachhaltigkeit, 40 Prozent sind bereit, drei Tage auf eine Sammelbestellung zu warten, um CO2-Emissionen zu sparen, und ein Drittel ist bereit, ihre Einkäufe selbst in Geschäften oder Packstationen abzuholen.
Zara rollt Pre-Owned europaweit aus
Das spanische Modeunternehmen Zara weitet sein „Pre-Owned“-Programm am 12. Dezember auf Deutschland, Österreich, Belgien, Kroatien, die Slowakei, Slowenien, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Spanien aus. In einer ersten Phase wurde das Programm erfolgreich in Frankreich und Großbritannien getestet. „Pre-Owned“ bietet laut Konsider.ch nicht nur einen Marktplatz für den Kauf und Verkauf von gebrauchten Zara-Kleidungsstücken, sondern auch die Möglichkeit, diese zu reparieren und an eine Filiale in der Nähe zurückzuschicken oder sie abholen zu lassen, damit sie recycelt oder gespendet werden können.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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