
Vier-Tage-Woche, Phishing, BEVH, Amazon, Konsum Schweiz, Shein, Senser, Digitale Schiene, KI im Netz, Preisfehler, DPP
Aktuelle E-Commerce-News: Vier-Tage-Woche, Phishing, BEVH, Amazon, Konsum Schweiz, Shein, Senser, Digitale Schiene und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Elf Prozent der Unternehmen mit Vier-Tage-Woche
Elf Prozent der Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern eine Vier-Tage-Woche an, weitere zwei Prozent planen dies und 19 Prozent diskutieren darüber, so eine Umfrage von Randstad und dem Ifo-Institut. Für 68 Prozent ist sie nicht möglich oder generell kein Thema. Gründe sind der höhere Personalbedarf (59 Prozent), der organisatorische Aufwand (52 Prozent) oder befürchtete wirtschaftliche Einbußen (40 Prozent). Für die Einführung sprechen nach Ansicht der befragten Personalverantwortlichen eine stärkere Bindung (35 Prozent) und eine höhere Motivation der Mitarbeiter (32 Prozent).
Jeder Dritte erlebt täglich Phishing-Versuche
Jeder dritte Internetnutzer erlebt täglich Phishing-Versuche, 58 Prozent mindestens einmal pro Woche, zitiert Kleinanzeigen.de eine Umfrage der Initiative Sicher Handeln. 70 Prozent gaben an, noch keinen Schaden erlitten zu haben. Allerdings zeigt die Studie auch Lücken in der Sensibilisierung: Nur zwei Drittel werden misstrauisch, wenn sie aufgefordert werden, ihre Zugangsdaten preiszugeben. Jeder Vierte wurde bereits Opfer und 10 Prozent erlitten einen Schaden von 500 bis über 10.000 Euro.
BEVH und Initiative Online Print kooperieren
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland und die Initiative Online Print (IOP) wollen künftig bei der politischen Interessenvertretung, der Öffentlichkeitsarbeit und bei Fachthemen eng zusammenarbeiten. Ziel sei es, so heißt es in einer Pressemitteilung, ein auf E-Commerce-Themen fokussiertes Netzwerk zu schaffen, das die Interessenvertretung der Mitglieder stärkt und die gegenseitigen Fachkompetenzen nutzbar macht.
EM 2024
Uefa-Ticket-App verschickt Standortdaten
Die Uefa-Ticket-App für die Euro 2024 sendet anonymisierte Standortdaten an Behörden, ohne die Nutzer darüber zu informieren, berichtet Stadt-Bremerhaven.de. Diese Datenübermittlung soll die Sicherheit und das Crowd-Management unterstützen, wird aber weder in den App-Stores noch in der Datenschutzerklärung transparent kommuniziert. Die Standortfreigabe scheint für die Nutzung der App verpflichtend zu sein, Informationen zur Speicherdauer fehlen.
HANDEL INTERNATIONAL
EU-Kommission will auch von Amazon mehr Informationen
Die EU-Kommission hat Amazon aufgefordert, bis zum 26. Juli detaillierte Informationen zur Umsetzung des Digital Services Act vorzulegen. Laut Heise.de betrifft dies insbesondere die Transparenz algorithmischer Empfehlungssysteme, das Anzeigenregister und die Risikobewertung. Amazon hatte zuvor erklärt, kein VLOP im Sinne des DSA zu sein, war damit aber vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitert. Ähnliche Anfragen wurden kürzlich an die E-Commerce-Plattformen Temu und Shein gerichtet.
Konsumentenstimmung in der Schweiz leicht verbessert
Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft hat sich die Konsumentenstimmung in der Schweiz im Juni 2010 leicht erholt. Der entsprechende Index lag bei minus 37 Punkten (Mai: minus 38). Im Jahresvergleich verbesserte sich der Wert um 3 Punkte, wobei die Indizes für die Konjunkturerwartung, die finanzielle Lage und die Anschaffungsneigung deutlich über den Vorjahreswerten liegen.
Shein kehrt durch die Hintertür nach Indien zurück
Der Fast-Fashion-Riese Shein plant laut Fashionunited.com eine indirekte Rückkehr nach Indien. Die Produkte von Shein sollen über die App und die Läden von Reliance Retail verkauft werden, wobei Shein eine Lizenzgebühr erhält und Reliance Retail den gesamten Betrieb in Indien übernimmt. Der ehemalige Direktor von Meta, Manish Chopra, wird die Aktivitäten von Shein in Indien leiten. Wie auch Temu wurde das Unternehmen in Indien vor vier Jahren verboten.
Senser in Nordamerika gestartet
Die chinesische Online-Plattform für Luxusmode Senser expandiert nach Nordamerika, berichtet Fashionunited.com. Das Unternehmen arbeitet mit mehr als 2.500 Luxusmarken zusammen und bietet mehr als 500.000 Artikel an, die 30 bis 60 Prozent billiger sind als im regulären Einzelhandel. Eine Besonderheit sind die Online-Modeberater, die nicht nur individuelle Stilberatung, sondern auch Vorbestellungen, Logistikverfolgung und individuelle Rückgabe- und Umtauschprogramme für die Nutzer abwickeln.
TRENDS & TECH
Digitalisierungsprojekt der Bahn fraglich
Die Deutsche Bahn steht bei der Umsetzung des Projekts „Digitale Schiene Deutschland“ vor großen finanziellen Herausforderungen, berichtet Wiwo.de. Trotz 4,3 Mrd. Euro Zuschüssen des Bundes fehlen zwischen 2025 und 2030 17 Mrd. Euro für die geplanten Maßnahmen. Daher sei das Projekt laut interner Dokumente nicht umsetzbar, stattdessen hätten derzeit dringende Instandhaltungsarbeiten Vorrang.
KI im Netz erschüttert das Vertrauen der Verbraucher
Die zunehmende Verbreitung von KI-generiertem Content im Internet erschüttert das Vertrauen der Verbraucher in Online-Inhalte, so das Ergebnis einer Google-Studie. Damit steht auch die Glaubwürdigkeit des Online-Handels auf dem Spiel. Unternehmen reagieren mit verstärkter Personalisierung oder dem Einsatz von Blockchain-Technologien, Plattformen investieren in KI-Erkennungstools. Um den Missbrauch einzudämmen, sei aber eine Zusammenarbeit von Politik, Forschung, Industrie und Zivilgesellschaft notwendig, so die Autoren.
Fehlerhafte Preisauszeichnung verursacht 9.000 Euro Verlust
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass ein Kunde von einem Preisfehler profitieren darf, bei dem Smartphones versehentlich für 92 statt 1.099 Euro angeboten wurden, berichtet Golem.de. Zwar komme durch eine Bestellung kein Kaufvertrag zustande und beide Seiten können sich noch auf einen Irrtum berufen, aber der Händler hatte als Zugabe kostenlose Kopfhörer angeboten und bereits verschickt. Dies wertete das Gericht als Bestätigung des Kaufvertrages. Der Kunde hatte neun Geräte bestellt.
NACHHALTIGKEIT
62 Mio. digitale Produktpässe bis 2030
Um die Nachhaltigkeit in der Modebranche zu fördern, werden bis 2030 wahrscheinlich digitale Produktpässe für mehr als 62,5 Millionen Kleidungsstücke nötig, zitiert Fashionunited.com eine Studie von Abi Research. In der EU werden sie ab 2030 verpflichtend sein. Die Technologie soll Überproduktion reduzieren, Compliance sicherstellen und Authentizität garantieren. Die damit verbundenen, unterstützenden Software- und IT-Umsätze werden während der Umstellung einen Umsatz in Höhe von 1,59 Mrd. Dollar erreichen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge