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Aktuelle E-Commerce-News: Visa, emotionale Käufer, Crowdstrike, Teilzeitarbeit, Apple, Booking, Amazon, Wildberries, Wrise und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Visa rollt „Click to Pay“ weiter aus
Visa plant, sein vereinfachtes Online-Zahlverfahren „Click to Pay“ bis Ende des Jahres bei einem Drittel der Top-20-Onlinehändler in Deutschland zu etablieren, berichtet Zeit.de. Das System, das bereits bei Lidl, Kaufland, Saturn und Mediamarkt verfügbar ist, ermöglicht Zahlungen mit Debit- oder Kreditkarte durch Eingabe der E-Mail-Adresse und einer Bestätigung. Laut Visa steigert „Click to Pay“ die Kaufabschlussquote deutlich und erhöht die Sicherheit, da Händler nur einen digitalen Platzhalter statt der Kartennummer speichern. Ab Anfang 2025 soll die Zahlungsfreigabe auch per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck möglich sein.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Reibungslose Logistik für zufriedene Kunden
Paketempfang und Retouren müssen reibungslos und pünktlich funktionieren, sonst fällt das auf den Online-Shop zurück. Deutsche Post und DHL legen großen Wert auf reibungslose E-Commerce-Logistik. Mehr lesen
E-Commerce-Umsatz wächst 2024 um fünf Prozent
Der Onlinehandel in Deutschland erwirtschaftete 2023 knapp 80 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Der stationäre Einzelhandel setzte 629 Mrd. Euro um. Laut Mintel-Prognose wird der E-Commerce-Umsatz 2024 auf 83,7 Mrd. Euro steigen, ein Wachstum von fast fünf Prozent. Amazon dominiert den Markt mit 89 Prozent der Online-Shopper, gefolgt von Ebay und Otto. Auch von Interesse: Während der Onlineanteil bei Elektrogeräten und Kleidung über 50 Prozent liegt, beträgt er bei Lebensmitteln nur 1,3 Prozent.
Verbraucher kaufen emotionaler und spontaner
Zwischen Oktober 2023 und Juli 2024 stieg der Anteil „emotionaler und spontaner Käufe“ im Einzelhandel um 23 Mrd. Euro auf 204 Mrd. Euro, so das Ergebnis einer Studie der IFH Förderer. Die Konsumstimmung in Deutschland scheint sich langsam zu normalisieren: Weniger Verbraucher achten auf Angebote (79 Prozent) und der Anteil emotional Kaufender wächst auf 35 Prozent. Folgerichtig haben die „rationalen Käufer“ im gleichen Zeitraum acht Mrd. Euro weniger ausgegeben.
Crowdstrike: Hälfte der Betroffenen für zehn Stunden lahmgelegt
Ein fehlerhaftes Update der Cybersicherheitslösung von Crowdstrike hatte auch in Deutschland weitreichende Folgen: Fast die Hälfte der betroffenen Firmen musste den Betrieb vorübergehend einstellen, im Durchschnitt für zehn Stunden. In der Regel waren 32 Prozent der PCs und 51 Prozent der Server beeinträchtigt, was zu Systemabstürzen und Datenverlust führte. Trotz der Schwere des Vorfalls glauben 64 Prozent der in einer Bitkom-Studie Befragten, dass solche Ausfälle nicht vollständig verhindert werden können.
Teilzeitarbeit nimmt zu
Die Tendenz zu mehr Teilzeitarbeit in deutschen Unternehmen setzt sich fort, wie die Randstad-Ifo-Personalleiterbefragung zeigt: 41 Prozent der Firmen planen die Einstellung neuer Teilzeitkräfte, nur 5 Prozent haben einen Abbau vor. 75 Prozent der Befragten halten Teilzeitstellen für förderlich, vor allem für die Zufriedenheit der Mitarbeiter (56 Prozent) und zur Deckung des Personalbedarfs (51 Prozent). 79 Prozent bieten keine Anreize, um Beschäftigte von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung zu bringen.
HANDEL INTERNATIONAL
EU-Kommission will weitreichendere Öffnung von Apple
Die EU-Kommission hat zwei Verfahren eingeleitet, um Apple „bei der Einhaltung seiner Interoperabilitätsverpflichtungen gemäß dem Gesetz über digitale Märkte zu unterstützen“. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Iphones mit Drittanbieter-Geräten zu verbessern und einen Weg für Drittanbieter zur Herstellung von Interoperabilität mit iOS und iPadOS zu schaffen. Die Verfahren sollen innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden und Klarheit für Entwickler, Drittanbieter und Apple schaffen.
Booking’s Bestpreisklauseln vom EuGH gekippt
Booking.com darf Hotelbetreibern nicht länger verbieten, auf ihren eigenen Websites günstigere Preise anzubieten als auf der Buchungsplattform, entschied der Europäische Gerichtshof. Laut EuGH können Bestpreisklauseln kleinere Anbieter verdrängen und sind für die wirtschaftliche Lebensfähigkeit von Hotelbuchungsplattformen nicht notwendig. Die Entscheidung folgt laut Heise.de einem langen Rechtsstreit, in dem bereits das Bundeskartellamt und der Bundesgerichtshof die Klausel für unwirksam erklärt hatten.
Amazon-Angestellte gegen das Ende des Homeoffice
Amazons Angestellte äußern in sozialen Medien und internen Kanälen ihren Unmut über die angekündigte Rückkehr zur Fünf-Tage-Bürowoche, zitiert Itmagazine.ch einen Bericht von Business Insider. Die neue Regelung wird als rückschrittlich empfunden, da sie sogar strenger als die Vor-Covid-Praxis und somit kein „Zurück“ zu einer alten Arbeitskultur sei. Einige Mitarbeiter haben ihre Linkedin-Profile bereits auf #opentowork aktualisiert. Andere vermuten hinter der Maßnahme nur einen verdeckten Plan zum Stellenabbau.
Schießerei bei Wildberries
Bei einer Schießerei in der Zentrale des russischen Online-Händlers Wildberries in Moskau sind zwei Wachleute ums Leben gekommen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Auslöser war offenbar ein Streit zwischen den Gründern Tatjana und Wladislaw Bakaltschuk, die sich seit Monaten um die Rechte am Unternehmen streiten. Wildberries, seit 2017 Marktführer mit 40 Mio. Nutzern und einem Gewinn von 190 Mio. Euro im Jahr 2023, musste 2022 aufgrund der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sein Europageschäft einstellen.
Wrise expandiert in Hongkong
Die Vermögensverwaltungsplattform Wrise expandiert in Hongkong mit einem neuen, 1.580 Quadratmeter großen Büro, berichtet Scmp.com. Laut CEO Derrick Tan reagiert das Unternehmen damit auf die steigende Nachfrage wohlhabender Kunden. Wrise, erst vor zwei Jahren gegründet, arbeitet mit 150 Finanzpartnern zusammen und bedient vermögende Kunden mit einem Anlagevermögen von 25 Mio. Dollar oder mehr in Asien, China und dem Nahen Osten.
TRENDS & TECH
E-Commerce bedroht türkische Antiquariate
Der Online-Anteil am Verkauf von gebrauchten Büchern ist in der Türkei auf 38,5 Prozent gestiegen, während die Verkäufe in traditionellen Antiquariaten um 80 Prozent eingebrochen sind, zitiert Hurriyetdailynews.com Zahlen des türkischen Verlegerverbandes. Buchhändler beklagen besonders den unfairen Wettbewerb durch Online-Rabatte der Verlage und fordern staatliche Unterstützung.
KI: Amazon stellt „Amelia“ vor
Amazon führt laut Reuters.com die KI-Anwendung „Amelia“ ein, um seine Händler bei Vertriebsmetriken, Bestandsmanagement und Produktwerbung zu unterstützen. Die Software soll sofortige Antworten auf allgemeine Geschäftsfragen liefern und in Zukunft Probleme wie Lieferverzögerungen ohne menschliches Eingreifen lösen können. Amelia zielt darauf ab, Verkäufern einen „personalisierten Experten für den Verkauf auf Amazon“ zur Verfügung zu stellen, und folgt auf die frühere Einführung der KI-Suchmaschine Rufus.
KI: Unterstützung in der Community von Galaxus
Galaxus führt laut Pressemitteilung KI-Unterstützung in seinen Community-Foren ein: Die künstliche Intelligenz beantwortet produktspezifische Fragen auf Basis von Shopdaten und externen Quellen, während komplexere Anfragen weiterhin von Kunden oder dem Team bearbeitet werden. Das neue Feature soll Wartezeiten verkürzen und die Effizienz steigern.
KI: Assistent von Klarna mit neuen Funktionen
Klarna erweitert laut Pressemitteilung seinen KI-Assistenten um chatbasierte Produktsuche, Markenvergleiche, Expertenberatung und Zugang zu Kundenbewertungen, um den Einkaufsprozess zu optimieren. Laut einer IBM-Studie von 2024 wollen drei von fünf Konsumenten KI beim Einkaufen nutzen, 86 Prozent sind besonders an KI-gestützter Produktsuche interessiert.
KI: Linkedin benutzte ungefragt Nutzerdaten
Linkedin nutzte laut 404 Media die Daten seiner Nutzer zur Verbesserung seiner KI-Modelle, ohne vorherige Zustimmung einzuholen. Die Funktion war standardmäßig aktiviert und musste manuell in den Kontoeinstellungen deaktiviert werden. Inzwischen wurden die Nutzungsbedingungen aktualisiert, doch die späte Offenlegung hat Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Transparenz aufgeworfen. Bürger der EU und der Schweiz waren aufgrund strengerer Datenschutzbestimmungen von dieser Datennutzung ausgenommen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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