
Wolt + Knuspr, Würth + Conrad, Decathlon, Numerator, Wero, Alibaba, Whatnot, Apple, Shopify, Amazon, KI im Handel
Aktuelle E-Commerce-News: Wolt + Knuspr, Würth + Conrad, Decathlon, Numerator, Wero, Alibaba, Whatnot, Apple, Shopify und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Wolt integriert komplettes Knuspr-Sortiment
Wolt und der Online-Supermarkt Knuspr haben laut Pressemitteilung eine umfassende Kooperation gestartet. Das komplette Sortiment von Knuspr mit über 15.000 Produkten sei nun über die Wolt-Plattform bestellbar. Kunden könnten ab einem Mindestwert von 39 Euro ordern, die Lieferung erfolge ab 79 Euro kostenlos. Den Auftakt mache Berlin mit 236 Postleitzahlgebieten, eine Ausweitung auf München und das Rhein-Main-Gebiet sei bereits in Planung. Ende letzten Jahres hatte Knuspr eine Kooperation mit Amazon begonnen.
Würth startet Direktvertrieb bei Conrad
Würth verkauft erstmals als Direktanbieter auf einem Online-Marktplatz, berichtet Conrad.de. Der Spezialist für Montage- und Befestigungsmaterial biete über 12.000 Qualitätsprodukte auf der Conrad Sourcing Platform an, erklärt Richard Clasen von Würth. Die B2B-Ausrichtung von Conrad passe perfekt zum eigenen Portfolio. Geschäftskunden profitierten von einem maßgeschneiderten Sortiment, das von Befestigungstechnik über Werkzeuge bis zur Schutzausrüstung reiche.
Decathlon wächst dank Omni-Strategie
Decathlon Deutschland steigerte seinen Gesamtumsatz (Bruttowarenwert, GMV) 2024 um 2,1 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro, berichtet der Sportartikelhändler in seiner Pressemitteilung. Als Wachstumstreiber habe sich die Omni-Channel-Strategie mit nahtlosem Wechsel zwischen Online-Shop und Filialen erwiesen – vom Produktkauf bis zu Retouren und Umtausch. Der Online-Bereich inklusiver digitaler Instore-Lösungen mache inzwischen 26 Prozent des Gesamtgeschäfts aus, wobei der integrierte Online-Marktplatz etwa ein Fünftel zum Digitalgeschäft beisteuere. Hinweis: Wir hatten zunächst "Umsatz" statt "Gesamtumsatz (GMV)" geschrieben. Wir bitten, die Ungenauigkeit zu entschuldigen.
Numerator bringt gamifizierte Kassenzettel-App nach Deutschland
Marktforscher Numerator expandiert laut Pressemitteilung im Mai 2025 mit seiner Kassenbon-App „Receipt Hog“ nach Deutschland und damit erstmals nach Europa. Der Markteintritt sei ein „bedeutender Meilenstein“ für das Unternehmen, betonte CEO Eric Belcher. Die App belohne Nutzer fürs Hochladen ihrer Kaufbelege und ermögliche gleichzeitig wertvolle Einblicke in deren Einkaufsverhalten. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2025 solle die Nutzerbasis auf voraussichtlich 25.000 Umfrageteilnehmer anwachsen. Die Daten würden Marken helfen, im zunehmend umkämpften deutschen Markt fundierte Entscheidungen zu treffen.
Deutscher Einzelhandel überrascht mit 0,8 Prozent Umsatzplus
Der deutsche Einzelhandel verzeichnete im Februar ein unerwartetes Umsatzplus von 0,8 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Ökonomen hätten lediglich mit 0,2 Prozent gerechnet. Im Online-Handel seien die Erlöse sogar um ein Prozent gestiegen, im Lebensmittelhandel 0,8 Prozent und im Non-Food-Bereich um 0,6 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
Was Wero für den Handel bedeutet
Aus „We“ und „Euro“ wird der europäische Zahlungsstandard: Mit dieser Vision forciert die European Payment Initiative (RPI) jetzt den Roll-out in Deutschland. Im Interview erläutert EPI-Chefin Martina Weimert, wie. „Wero senkt die Kosten im Handel“, sagt sie. Und: „Sämtliche Daten bleiben auf Servern in Europa.“
Alibabas März-Expo UK: 39 Prozent mehr Bestellungen
Alibaba verzeichnete während seiner diesjährigen März-Expo einen Anstieg der UK-Bestellungen um 39 Prozent, berichtet Channelx.world. Bei der virtuell abgehaltenen Beschaffungsmesse wären besonders Schuhe und Accessoires (+105 Prozent) sowie Sportschuhe (+173 Prozent) und Fußballkleidung (+124 Prozent) gefragt gewesen. Fast 60 Prozent der Unternehmen hielten digitale Beschaffungswege für wichtiger als noch im Vorjahr und 57 Prozent planten für das laufende Jahr einen Lieferantenwechsel.
Live-Shopping: 600 Prozent mehr Verkäufer auf Whatnot
Die Zahl der europäischen Verkäufer auf Whatnot ist im Vergleich zum Vorjahr um 600 Prozent gestiegen, so dass jetzt wöchentlich über 20.000 Stunden an Shows veranstaltet werden, führt der „Whatnot-Report 2025“ aus. 65 Prozent der Händler würden monatlich über 12.000 Euro erwirtschaften, ein Viertel sogar mehr als 60.000 Euro. Besonders nachgefragt seien Damenmode, Sammelkarten und Beauty-Produkte. Whatnot-Nutzer verbrächten 65 Minuten am Tag mit Live-Streams, in Deutschland summierte sich das im letzten Jahr zu 1,6 Mio. Stunden.
Frankreich zeigt Apple die Gelbe Karte: 150 Mio. Euro
Frankreichs Kartellbehörde verdonnert Apple zu einer Strafzahlung von 150 Mio. Euro wegen Missbrauchs seiner Marktmacht bei der App-Verbreitung, meldet Spiegel.de. Die Funktion „App Tracking Transparency“ sei zwar im Kern lobenswert, in der Umsetzung jedoch weder verhältnismäßig noch notwendig. Die Autorité de la concurrence kritisiere besonders die Flut an Zustimmungsanfragen, die den App-Gebrauch unnötig verkompliziere. Besonders kleinere Anbieter würden dadurch benachteiligt. Änderungen an der Funktion verlange die Behörde allerdings nicht.
TRENDS & TECHNOLOGIE
KI bei Shopify: „Sidekick“ spricht jetzt Deutsch
Shopifys KI-gestützter Handelsassistent „Sidekick“ ist laut Pressemitteilung ab sofort in 20 Sprachen verfügbar. Das System erkenne automatisch die Nutzersprache und antworte entsprechend, ohne dass manuelles Umschalten nötig sei. In Europa seien nun zwölf zusätzliche Sprachen hinzugekommen, darunter Deutsch, Französisch und Spanisch. Sidekick kombiniere umfassendes Plattformwissen mit individuellen Shop-Daten und biete maßgeschneiderte Unterstützung bei Geschäftsanalysen, Produktoptimierung und strategischen Entscheidungen.
KI bei Amazon: „Nova Act“ bedient den Browser
Amazon hat seinen Browser-steuernden KI-Agenten „Nova Act“ mit dazugehörigem Entwickler-SDK vorgestellt, berichtet Techcrunch.com. Der Agent könne selbstständig einfache Webaktionen durchführen und werde künftig das Upgrade „Alexa+“ antreiben. Entwickelt vom San Francisco AGI-Labor unter Leitung ehemaliger OpenAI-Forscher, solle Nova Act Aufgaben wie Essensbestellungen oder Restaurantreservierungen automatisieren. Amazons Eigentest zeige eine Überlegenheit gegenüber Konkurrenzprodukten von OpenAI und Anthropic.
KI im Handel: Kunden wittern Falle, Manager Effizienz
Kunden erwarten mehrheitlich Verschlechterungen durch KI-Einsatz im Handel, zeigt eine Studie des Gottlieb-Duttweiler-Instituts. Die befragten 3031 Personen aus dem DACH-Raum befürchteten Jobverluste, höhere Preise und schlechtere Servicequalität. Während nur fünf Prozent der 287 befragten Manager über eine dedizierte KI-Strategie verfügten, wollten trotzdem 77 Prozent bis 2030 flächendeckend auf die Technologie setzen – primär zur Effizienzsteigerung. Dagegen schätze die Mehrheit der Kunden menschliche Beratung als unersetzbar ein: Für 64 Prozent bleibe der persönliche Kontakt ein Hauptgrund für den Ladenbesuch.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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