Zalando + DeepAR, Media Markt Saturn, Ebay, Amazon, Verbraucherstimmung, Temu + Eurofins, Lieferando, DMCC, Markentreue, Tiktok

Zalando + DeepAR, Media Markt Saturn, Ebay, Amazon, Verbraucherstimmung, Temu + Eurofins, Lieferando, DMCC, Markentreue, Tiktok

Aktuelle E-Commerce-News: Zalando + DeepAR, Media Markt Saturn, Ebay, Amazon, Verbraucherstimmung, Temu + Eurofins und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Virtuelles Shopping: Zalando übernimmt DeepAR
Zalando hat das Londoner 3D- und Augmented-Reality-Unternehmen DeepAR übernommen, berichtet Drapersonline.com. Die Akquisition solle Zalandos bereits laufende 3D-Initiativen wie beispielsweise die virtuelle Umkleidekabine beschleunigen. DeepAR bleibe trotz der Übernahme ein eigenständiges Unternehmen. Gemeinsam strebe man die Schaffung des umfangreichsten 3D-Digital-Twin-Katalogs Europas an, um die „Kluft zwischen analogem und digitalem Einkaufserlebnis zu überbrücken und Kundenbeziehungen zu vertiefen“.

Media Markt Saturn: „Bei Marktplätzen zählt Qualität statt Größe“
Eine klare Strategie und nahtlose Kanalverknüpfung sind für den Erfolg eines Online-Marktplatzes wichtiger als die Größe, betont Christian Kollesch, Marktplatz-Chef von Media Markt Saturn im Interview mit Textilwirtschaft.de. Der eigene Marktplatz-Umsatz sei auf 277 Mio. Euro gestiegen, während der Online-Anteil am Gesamtumsatz bei 24 Prozent liege. Außerdem habe der Elektronikfilialist sein Mittelfristziel von 45 Mio. Euro im Retail-Media-Segment bereits übertroffen. Als Wettbewerbsvorteile gegenüber Amazon und Otto nennt Kolesch die Omnichannel-Integration mit 1.400 Drittanbietern und die Expansion in Lifestyle-Kategorien wie DIY und Fitness.

Trump-Zölle: Ebay schützt seine DACH-Händler
Neue US-Zollbestimmungen bremsen seit 5. April den grenzüberschreitenden Online-Handel, informiert Ebay seine Händler. Bei Bestellungen über 800 Dollar müssten US-Käufer nun zusätzliche Abgaben entrichten und persönliche Daten für die Zollabfertigung bereitstellen. Der Marktplatz reagiere mit einem Schutzpaket: Er passe Lieferzeitprognosen an, entferne zollbedingte Negativbewertungen und bereinige die Verkäuferstatistik von nachweislich durch Zollkontrollen verursachten Verspätungen.

Amazons Kehrtwende: Verpackte Retouren wieder kostenfrei
Amazon hat seine kürzlich eingeführten Gebühren für verpackte Retouren wieder gestrichen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Der Marktplatz habe vor etwa einem Monat Kosten zwischen 1,95 und 2,95 Euro für Rücksendungen in Verpackung erhoben, während unverpackte Retouren kostenlos blieben. Damals habe Amazon die Maßnahme als „Test für ausgewählte Kunden“ bezeichnet. Schon im Herbst 2022 habe ein ähnlicher, zeitlich begrenzter Test stattgefunden, weshalb weitere Gebührenexperimente auch in Zukunft wahrscheinlich seien.

Konsum-Thermometer steigt – Investitionspakete verpuffen
Die Verbraucherstimmung hellt sich laut HDE-Konsumbarometer im April leicht auf, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Die politischen Investitionspakete für Infrastruktur und Verteidigung hätten bislang keine Aufbruchsstimmung bei den Konsumenten ausgelöst – die Anschaffungsneigung krieche zwar minimal nach oben, liege jedoch unter dem Vorjahreswert. Der Handelsverband prognostiziere für die kommenden drei Monate keine spürbare Erholung.


HANDEL INTERNATIONAL

Ebay UK belohnt pünktliche Lieferung mit automatischer Bewertung
Ebay UK führt Ende April laut Seller Centre in Großbritannien automatisiertes positives Feedback für Verkäufer ein, deren Sendungen pünktlich zugestellt wurden. Nach sieben Tagen werde automatisch der Eintrag „Order completed successfully“ hinzugefügt. Parallel dazu schraube die Plattform an seiner Feedback-Entfernungspolitik, wodurch negative Bewertungen künftig in mehr Fällen bestehen blieben.

Temu setzt auf Eurofins-Expertise für sicherere Produkte
Temu beabsichtigt laut Pressemitteilung seine Sicherheitsstandards durch eine neue Partnerschaft mit Eurofins zu verschärfen. Die Zusammenarbeit solle die Transparenz der Prüfprozesse erhöhen und sicherstellen, dass angebotene Waren strenge Qualitätsanforderungen erfüllten. Eurofins unternehme künftig unabhängige Produktinspektionen in verschiedenen Kategorien und werde aktiv in den Onboarding-Prozess neuer Händler eingebunden. Die Qualitätsoffensive umfasse spezifische Tests wie z.B. CPC für Spielzeug und EMC-Prüfungen für Elektronik.

Lieferando Österreich sucht freiberufliche Fahrer
Lieferando Österreich werbe laut ORF.at nach der Kündigung von 850 Angestellten nun gezielt mit Slogans wie „Verdiene schnell zusätzliches Geld“ und locke mit zwei Euro Extrabonus pro Bestellung bis Ende Juni. Die selbstständigen Fahrer müssten ihr Equipment selber stellen und hätten natürlich nicht mehr die Arbeitnehmerrechte aus dem Kollektivvertrag. Der Österreichische Gewerkschaftsbund kritisiere dies als Scheinselbstständigkeit und dränge auf rasche Umsetzung der EU-Richtlinie, die künftig Plattformbetreibern die Beweislast für echte Selbstständigkeit auferlege.

UK: DMCC verpflichtet Online-Händler zur Kostentransparenz
Der neue „Digital Markets, Competition and Consumer Act“ in Großbritannien verpflichte Unternehmen, sämtliche Extrakosten bereits im Grundpreis auszuweisen, berichtet Heise.de. Eine britische Behördenuntersuchung habe ergeben, dass fast die Hälfte aller Online-Anbieter bislang mit nachträglichen Preisaufschlägen gearbeitet hätte. Besonders dreist seien dabei Transport- und Kommunikationsdienstleister aufgefallen. Verbrauchern seien durch diese als „Drip Pricing“ bekannte Masche Mehrkosten von bis zu 4,1 Mrd. Euro entstanden.


Markentreue ade: Verbraucher entscheiden nach Qualität
Deutsche Verbraucher ignorieren beim Kauf von Konsumgütern überwiegend den Markennamen, sofern das Produkt ihre Bedürfnisse erfüllt, so der „Global Consumer Products Engagement Report“ von SAP Emarsys. Für zwei Drittel der Befragten spiele die Marke keine entscheidende Rolle mehr. 64 Prozent seien bereits zu günstigeren Eigenmarken gewechselt, die sie qualitativ als ebenbürtig einschätzten. Folgerichtig planen 74 Prozent der Marketing-Führungskräfte eine Anpassung ihrer Strategie.

Digitale Ausbeutung: Tiktoks lukratives Geschäft mit der Not
Tiktok verdiene massiv an Livestreams, in denen Kinder aus ärmsten Regionen um digitale Geschenke betteln, enthüllt eine Untersuchung des Guardian. Die Plattform behalte bis zu 70 Prozent der Spendensumme als Gebühr und Provision ein. In Ländern wie Afghanistan, Syrien und Kenia zeigten sich erschreckende Muster: Teils präsentierten organisierte Netzwerke täglich wechselnde Kinder in denselben Räumlichkeiten. UN-Sonderberichterstatter de Schutter bezeichne dies als „digitales Raubtierverhalten“. Tiktok beteuere hingegen, solche Inhalte zu verbieten und monatlich vier Mio. „problematischer Livestreams“ zu sperren.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.