
Zalando, Amazon, Aldi, Online-Streitschlichtung, Temu, Tiktok, Meesho + Flipkart, Digital Customer Journey + KI, Stockx
Aktuelle E-Commerce-News zu Zalando, Amazon, Aldi, Online-Streitschlichtung, Temu, Tiktok, Meesho + Flipkart und weiteren Themen des Tages im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Zalando macht mehr Gewinn als erwartet
Der Online-Modehändler Zalando erhöht nach einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft seine Gewinnprognose für 2024 auf 510 Mio. Euro bereinigtes Ebit, wie das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf 10,5 Mrd. Euro gestiegen, während das Bruttowarenvolumen um 4,5 Prozent auf 15,3 Mrd. Euro zugelegt habe. Das Unternehmen führt die positive Entwicklung auf ein „Marketing getriebenes starkes Kundenwachstum“ zurück.
Amazons Preiserhöhung für Prime unwirksam
Das Landgericht Düsseldorf hat die Preiserhöhung für Amazon Prime aus dem Jahr 2022 für unwirksam erklärt, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mitteilt. Der Online-Händler habe die monatlichen Gebühren von acht auf neun Euro und den Jahrespreis von 69 auf 89,90 Euro erhöht, was einer Steigerung von bis zu 30 Prozent entspreche. Verbraucher hätten so zwischen 28,00 und 62,70 Euro zu viel bezahlt, was sich für Amazon zu einem dreistelligen Millionenbereich addiere. Die Verbraucherzentrale plane eine Sammelklage, um diese Mehrkosten zurückzufordern.
Aldi liefert Lebensmittel in Mönchengladbach
Aldi Süd weitet seinen Lebensmittel-Lieferdienst testweise auf das Gebiet Mönchengladbach aus, wie Lebensmittelzeitung.net berichtet. Mit diesem Vorstoß teste Aldi den Lieferdienst unter „verschärften Wettbewerbsbedingungen“, da in Mönchengladbach bereits Rewe, Flaschenpost und Picnic aktiv seien. Das Angebot solle Trockenware, Frische- und Tiefkühlprodukte umfassen, die Kunden über die Website bestellen könnten, wobei die Lieferung ab 50 Euro kostenlos sei.
Online-Streitschlichtung nur bis zum 20. Juli
Die EU-Kommission stellt ihre Online-Streitschlichtungsplattform zum 20. Juli ein, woran Shopbetreiber-Blog.de noch einmal erinnert. Die seit 2016 für Onlinehändler verpflichtende Plattform wurde mit nur etwa 200 erfolgreichen Vermittlungen pro Jahr in der EU kaum genutzt – lediglich zwei Prozent der eingereichten Beschwerden führten zu einer positiven Antwort der Unternehmen. Bis zu diesem Stichtag müssen Online-Händler einen Verweis auf die OS-Plattform in ihrem Impressum aufweisen, danach sollten sie sofort entfernt werden, weil sie als Irreführung verstanden werden und Abmahner anlocken könnten.
Inflation steigt wahrscheinlich auf 2,5 Prozent
Die Ifo-Preiserwartungen stiegen im Dezember auf 19,7 Punkte und erreichten damit den höchsten Stand seit April 2023. Die stärksten Teuerungen sind von den konsumnahen Dienstleistern und dem Einzelhandel mit 27,1 Punkten zu erwarten, während im Bauhauptgewerbe mit minus 1,5 Punkten weiterhin eine Tendenz zu Preissenkungen besteht. Laut Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser werde sich die Inflationsrate in den kommenden Monaten bei etwa 2,5 Prozent einpendeln.
HANDEL INTERNATIONAL
Temu setzt auf lokale Händler
Temu setzt auf die Expansion in Europa und will bis zu 80 Prozent seines Umsatzes über lokale Händler und Lager abwickeln, wie das Unternehmen gegenüber Retail-News.de mitteilte. Nach dem Start des „Local-To-Local-Modells“ in Deutschland erschließt Temu nun den österreichischen Markt, wo die Plattform monatlich 1,7 Mio. Nutzer erreicht und täglich mehr als 30.000 Sendungen ausliefert. Durch die lokalen Angebote sollen die Lieferzeiten europaweit auf wenige Tage reduziert werden.
USA: Ein Hoffnungsschimmer für Tiktok
Das drohende Tiktok-Verbot in den USA könnte sich verzögern, da der 19. Januar in das Feiertagswochenende um den Martin-Luther-King-Gedenktag falle, berichtet Techcrunch.com. Die Nutzer müssten sich keine Sorgen um eine plötzliche Abschaltung am Sonntag machen, habe ein Vertreter der Biden-Regierung gegenüber Bloomberg versichert. Der designierte Präsident Trump, der die App während seines Wahlkampfs zu retten versprach, plane nach Informationen der Washington Post eine präsidiale Verfügung, um Zeit für weitere Verhandlungen zu gewinnen.
Indien: Retouren womöglich gezielt erschwert
Jeder fünfte indische Verbraucher hat in den vergangenen zwölf Monaten gefälschte Produkte über den Online-Handel erhalten, zitiert Yourstory.com eine Umfrage von Local Circles. Bei 41 Prozent der betroffenen Kunden hätten restriktive Regelungen eine Retoure verhindert, zudem würden fast die Hälfte der Handelsplattformen keine Möglichkeit bieten, Fälschungen zu melden. Es sei vielmehr verbreitete Praxis, dass bestimmte Online-Händler statt der bestellten Markenware billige Kopien versenden, da die Kunden keine Möglichkeit hätten, diese zurückzusenden, glauben die Befragten. Dies sei besonders bei Meesho und Flipkart weit verbreitet.
Datenschützer klagen gegen chinesische Plattformen
Die Datenschutzgruppe None Of Your Business (NOYB) hat laut Pressemitteilung in vier EU-Staaten Beschwerden gegen Tiktok, Shein, Aliexpress, Temu, Wechat and Xiaomi eingereicht. Die in Wien ansässige Organisation wirft den Firmen vor, persönliche Daten europäischer Nutzer unrechtmäßig nach China zu übermitteln. Laut NOYB-Anwältin Kleanthi Sardeli verstoße dieser Datentransfer gegen die DSGVO, da China als „autoritärer Überwachungsstaat“ nicht das erforderliche Datenschutzniveau gewährleiste. Die Aktivisten streben Strafzahlungen an und wollen den Datentransfer unterbinden.
TRENDS & TECHNOLOGIE
So kann KI helfen, den Online-Handel effektiver zu gestalten
Omnichannel-Management, Coupons, Loyalitätsprogramme: Es gibt viele Stellen in der Digital Customer Journeys von Online-Shops, an denen KI die Arbeit effizienter machen kann. In einem Gastbeitrag auf Etailment.de gibt Dr. Angela Bischoff vom Digitalisierungs-Spezialisten Arvato Systems einen Überblick.
Schaden durch KI-Kriminelle bis 2027 bei 40 Mrd. Dollar
Betrüger werden durch gefälschte KI-Videos und -Bilder bis 2027 voraussichtlich Schäden von 40 Mrd. Dollar verursachen, warnt Blackberry laut Techradar.com in seinem „Global Threat Intelligence Report“. Kriminelle würden Deepfakes bevorzugt nutzen, um Führungskräfte täuschend echt zu imitieren und so Unternehmen zu infiltrieren. Die Cybersicherheitsexperten haben außerdem zwischen Juli und September fast 600.000 Angriffe auf kritische Infrastrukturen und 430.000 auf Wirtschaftsunternehmen registriert.
NACHHALTIGKEIT
Lieblingsmarken der 20 Mio. Kunden von Stockx
Der Resale-Marktplatz Stockx erreichte im vergangenen Jahr weltweit über 20 Mio. Käufer, die 60 Mio. Mal auf „Kaufen“ klickten, berichtet Fashionunited.de. Die Wurzeln von Stockx liegen im Sneaker-Handel und so ist es nicht verwunderlich, dass einer der beliebtesten Artikel der „Kyrie Irving Kai 1“ von Anta war, der ein Wachstum von über 1.900 Prozent verzeichnete. Bei der Bekleidung profitierte Ralph Lauren vom Tiktok-Trend „Ralphcore“ und konnte ein Plus von 600 Prozent verbuchen. Wachstumssieger sind jedoch die Accessoires von Stanley, die dank der Kooperationen mit Olivia Rodrigo und Starbucks um 10.000 Prozent zulegten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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