Zalando, KI-Einkäufer, Amazon, Lieferando, DHL, Amazon, Ikea + JD.com, Primark, Mercado Libre, Tiktok, Otto, Luxus-Fake-Shops

Zalando, KI-Einkäufer, Amazon, Lieferando, DHL, Amazon, Ikea + JD.com, Primark, Mercado Libre, Tiktok, Otto, Luxus-Fake-Shops

Aktuelle E-Commerce-News: Zalando, KI-Einkäufer, Amazon, Lieferando, DHL, Amazon, Ikea + JD.com, Primark, Mercado Libre und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

Zalando: Mehr Umsatz, mehr Gewinn
Zalando steigerte im zweiten Quartal den Umsatz um 7,3 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte auf 186 Mio. Euro bei einer stabilen Marge von 6,5 Prozent, so das Unternehmen. Die Kundenbasis wuchs auf die Rekordhöhe von 52,9 Mio. aktiven Nutzern. Neu sei der KI-gesteuerte „Discovery-Feed“, der den bisherigen Startbildschirm ersetze und das Shopping-Erlebnis mit sozialen Medien und redaktionellen Inhalten ergänze. Nach der gelungenen Übernahme von About You für 1,13 Mrd. Euro prognostiziert Zalando für dieses Jahr einen Umsatz zwischen 12,1 und 12,4 Mrd. Euro.

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DHL: Weniger Umsatz, mehr Gewinn
Die DHL Group steigerte laut Pressemitteilung im zweiten Quartal ihren operativen Gewinn um 5,7 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro, obwohl der Umsatz um 3,9 Prozent auf 19,8 Mrd. Euro sank. Währungseffekte und schwächere Handelsvolumen hätten die Erlöse belastet, während Kostenverbesserungen, das eigene „Fit for Growth“-Programm und dynamische Preisgestaltung die Profitabilität antrieben. CFO Melanie Kreis verweist auf anhaltende Handelskonflikte und geopolitische Spannungen, die globale Wirtschaftsdynamiken beeinträchtigten. Das Unternehmen investiere weiter strategisch: bis 2030 über 500 Mio. Euro in den Nahen Osten, darüber hinaus in Pharmalogistik-Übernahmen und die E-Commerce-Expansion in USA und Großbritannien.

Amazon: Neues BNPL-Angebot gelauncht
Amazon startet laut Ankündigung im Sellerforum sein Programm „Flexible Kundenfinanzierung“ mit zinsfreier Ratenzahlung. Kunden könnten ihre Einkäufe ohne zusätzliche Gebühren auf mehrere Monate verteilen, während Händler die vollständige Summe sofort erhielten. Das Unternehmen verspricht aufgrund „interner Datenberichte“ durchschnittlich 30 Prozent Umsatzsteigerung bei registrierten Produkten. Verkäufer dürften selbst wählen, welche Artikel sie für Ratenzahlung freigeben, und zahlten nur bei tatsächlicher Nutzung durch die Kunden Gebühren – deren Höhe aber in der Mitteilung nicht spezifiziert wird.

Lieferando: Bis Freitag Streik in Dortmund
Lieferando-Fahrer in Dortmund streiken von Dienstag bis Freitag für faire Löhne und gegen Massenentlassungen, berichtet WAZ.de. Die Gewerkschaft NGG fordere einen Tarifvertrag mit 15 Euro Mindestlohn für deutschlandweit 9000 Beschäftigte, doch Mutterkonzern Just Eat Takeaway verweigere Verhandlungen. Verschärfend kämen der Wegfall lukrativer Order-Boni für Kraftfahrer und geplante Streichungen von 2000 Stellen hinzu.


HANDEL INTERNATIONAL

Amazon USA verkauft Gebrauchtwagen
Amazon erweitert laut Pressemitteilung sein Angebot in den USA um Gebrauchtwagen und zertifizierte Gebrauchtfahrzeuge. Händler könnten ab sofort ihren kompletten Second-Hand-Bestand auf der Plattform listen. Der Service starte zunächst in Los Angeles und werde in den kommenden Monaten auf weitere Städte ausgeweitet. Kunden erhielten ein dreitägiges Rückgaberecht und mindestens 30 Tage Garantie. Die Plattform biete transparente Preise ohne versteckte Gebühren sowie umfassende Berichte zur Fahrzeuggeschichte.

Ikea startet 3D-Shopping auf JD.com
Ikea eröffnet einen Flagship-Store auf der chinesischen E-Commerce-Plattform JD.com, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Der schwedische Möbelriese biete zunächst 6.500 Produkte in 168 Kategorien an, darunter – exklusiv für die Plattform – Gaming-Möbel wie den Stuhl „Bästboll“ und den Schreibtisch „Malomrade“. Kunden könnten ausgewählte Produkte mittels „Naked-Eye 3D Solution“ durch Smartphone-Neigung dreidimensional betrachten – ohne spezielle Brille. Die Partnerschaft sei Teil von Ikeas „Growth+“-Strategie und spiegle andererseits auch JD.coms Expansion in internationale Marken wider, die im ersten Halbjahr um 130 Prozent gewachsen sei.

Primark startet erste App in Irland und Italien
Primark startet laut Drapersonline.com seine erste Kunden-App in Irland und Italien. Die Anwendung biete Produktbrowsing, Echtzeit-Lagerbestandsprüfung und das Auffinden der nächstgelegenen Filiale. Kunden könnten Favoriten speichern und personalisierte Benachrichtigungen über neue Kollektionen erhalten. Einen direkten Online-Verkauf gibt es nicht. Primark, laut Statista der fünftgrößte Fast-Fashion-Anbieter, verzichtet aus strategischen Gründen auf die Möglichkeiten des Online-Handels, wie Therobinreport.com ausführt.

Mercado Libre opfert Gewinn für Gratis-Versand
Mercado Libre rutschte laut Investing.com im vorbörslichen Handel um fünf Prozent ab, nachdem der lateinamerikanische Online-Riese enttäuschende Quartalszahlen vorlegte. Der Gewinn pro Aktie erreichte nur 8,97 Euro statt erwarteter 10,62 Euro. Grund seien drastische Änderungen beim kostenlosen Versand in Brasilien. Das Unternehmen senkte die Mindestbestellschwelle von umgerechnet 12,64 auf 3,04 Euro, um gegen Amazon, Shopee und chinesische Billiganbieter wie Temu zu bestehen. Die aggressive Strategie zeige bereits Wirkung: Die Verkäufe schnellten um 34 Prozent nach oben – allerdings schrumpfte die Gewinnmarge zeitgleich von 14,3 auf 12,2 Prozent.

Chinas E-Commerce-Riesen stoppen den Rabatt-Krieg
Chinas führende E-Commerce-Plattformen Meituan, Taobao, Ele.me und JD.com wollen aggressive Rabattschlachten beenden, berichtet Thestar.com.my. Die vier Konzerne hätten sich verpflichtet, Subventionen besser zu planen und den Verkauf weit unter Kostenniveau zu vermeiden. Meituan wolle Subventionsbeträge transparent offenlegen und kleine Händler schützen. JD.com setze künftig auf Qualität statt „Geld verbrennen“. Die Alibaba-Töchter Taobao und Ele.me sagten ruinösen Großaktionen wie „0-Yuan-Käufen“ den Kampf an. Der koordinierte Schritt erfolgte nach einer Aufforderung der chinesischen Marktaufsicht, die im Juli vor dem ruinösem Wettbewerb gewarnt hatte.


Online-Händler müssen sich auf KI-Einkäufer einstellen
Noch sind es vereinzelte Einsätze, doch KI-Einkaufsagenten werden kommen. Michael Witzenleiter aus dem Etailment.de-Expertenrat zeigt in seinem Expertenbeitrag, wie die „Lizenz zum Kaufen“ funktioniert. Und welche Konsequenzen auf Händlerinnen und Händler zukommen: Sie müssen botfähig werden.

Tiktok Search Ads: Neue Konkurrenz für Google
Tiktok investiert laut Meedia.de massiv in die Vermarktung seiner Suchfunktion als Werbeplattform. Die App wandele sich vom Unterhaltungsnetzwerk zur aktiven Suchplattform, wobei – laut Tiktok – 57 Prozent der Nutzer gezielt nach Produkten und Informationen suchten. Bei täglich 100 Mio. Suchanfragen und 15 Prozent Wachstum im Jahresvergleich zeigten sich bereits erste Erfolge: Kunden erzielten durch kombinierte Such- und In-Feed-Kampagnen 25 Prozent mehr Klicks und 38 Prozent bessere Cost-per-Click-Werte.

Otto-Anzeigen jetzt mit Keyword-Targets
Otto Advertising erweitert laut Pressemitteilung seine „Sponsored Product Ads“ um manuelles Keyword Targeting: Händler könnten ihre Produktanzeigen künftig direkt auf bestimmte Suchbegriffe ausrichten. Erste Tests hätten eine um 120 Prozent verbesserte Werberentabilität und 50 Prozent höhere Klickraten gegenüber automatisierten Kampagnen ergeben. Besonders interessant sei die Erschließung neuer Marktsegmente durch Keywords außerhalb des Kerngeschäfts – etwa wenn Sportschuhhändler gezielt „Trail-Running-Schuh“ belegten.

Luxus-Fake-Shops bringen Schnäppchenjäger vor Gericht
Luxus-Fake-Shops locken mit Designer-Schnäppchen und können ahnungslose Käufer in Beschuldigte von Strafverfahren verwandeln, warnt Anwalt.de. Die täuschend echten Shop-Kopien existierten oft nur 30 Tage und dienten neben Warenbetrug hauptsächlich der Geldwäsche durch Krypto-Bridges. Käufer riskierten Strafen bis zu zehn Jahren wegen Betrug, Geldwäsche oder Hehlerei. Banken meldeten verdächtige Echtzeit-Zahlungen über 2.000 Euro automatisch an Behörden. Bei Vorladungen sollten Betroffene schweigen, Kaufbelege sichern und Fachanwälte kontaktieren – frühe Transparenz bei Zahlungsverläufen könne den Geldwäscheverdacht oft entkräften.

95 Prozent aller Schweizer sind online
Fast 95 Prozent der Schweizer ab 14 Jahren seien mittlerweile online, wie Handelszeitung.ch das Werbemedienforschungsinstitut WEMF zitiert. Dabei kletterte die Internetnutzung unter Rentnern binnen drei Jahren um 4,3 Prozentpunkte auf 79,8 Prozent. Das Smartphone dominiere als Zugangsmedium mit 94,7 Prozent unangefochten – selbst 85 Prozent der Pensionierten griffen darauf zurück. Während diese als zweites Standbein vor allem Computer (56,8 Prozent) schätzten, bevorzugten junge Erwachsene vor allem Laptops (93 Prozent).
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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