
Zalando, Mädchenflohmarkt, Delivery Hero, Frauenpower, Tiktok, Alfie, Amazon, Trip.com, Google, Smartphones, Yoox Net-a-Porter
Aktuelle E-Commerce-News: Zalando, Mädchenflohmarkt, Delivery Hero, Frauenpower, Tiktok, Alfie, Amazon, Trip.com, Google und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Zalando einigt sich mit EU wegen Nachhaltigkeitskennzeichen
Zalando hat sich laut einer Pressemitteilung der EU verpflichtet, auf irreführende Nachhaltigkeitskennzeichen zu verzichten. Darüber hinaus will die Berliner Online-Plattform nun stattdessen „klare Informationen über die Umweltvorteile von Produkten, etwa über den Prozentsatz der verwendeten recycelten Materialien, bereitstellen“. Streitpunkte waren Symbole mit Blättern und Bäumen und die ungerechtfertigte Benutzung des Begriffs „Nachhaltigkeit“. Zalando muss einen Bericht über die Umsetzung der Verpflichtungen vorlegen, der vom Netz für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz bewertet werden wird. Bei Nichteinhaltung der Verpflichtungen drohen Geldbußen.
Mädchenflohmarkt sucht Second-Hand-Shops
Mädchenflohmarkt, die Berliner Re-Commerce-Plattform für Mode, sucht Second-Hand-Shops, die ihre Waren auch online verkaufen wollen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Shops erhalten eine eigene Händlerseite und Zugang zu 1,5 Mio. aktiven Kunden der Plattform. Der Import der Artikel kann schnell über eine CSV-Datei erfolgen. Zu den besonderen Angeboten für neue Händler gehören gemeinsame Marketingkampagnen, die Durchführung von Promotion-Aktionen durch Event-Teams und ein Gratis-Shopping-Budget für die eigenen Kundinnen.
Delivery Hero scheitert mit Verkauf von Foodpanda
Die Verhandlungen zwischen Delivery Hero und einem unbekannten Partner – Analysten vermuten den chinesischen Konzern Meituan – über den Verkauf des Südostasiengeschäfts von Foodpanda sind gescheitert, wie Wiwo.de berichtet. Bereits vor drei Wochen hatte der regionale Marktführer Grab sein Angebot zurückgezogen. CEO Niklas Östberg hatte zuletzt einen Verkaufspreis von einer Mrd. Euro als Ziel genannt, während die Investmentbank Bryan, Garnier & Co. den Wert auf maximal 400 Mio. Euro schätzt.
HANDEL INTERNATIONAL
Neues Whitepaper: Die Top-25-Start-ups mit Frauenpower
Frauen gründen zwar immer noch seltener als Männer – aber sie holen auf. Laut Deutschem Startup-Monitor wurde 2023 etwas mehr als jedes fünfte neue Unternehmen von einer Frau gegründet. Grund genug, die weibliche Start-up-Szene im DACH-Raum einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Im neuen Whitepaper „Top-25-Female-Led-Onlineshops“ präsentiert Etailment gemeinsam mit dem Logistikunternehmen Warehousing1 die vielversprechendsten von Frauen geführten jungen Webshops. Das Whitepaper kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.
Neue Klage der EU: Tiktok macht abhängig
In einem Verfahren der EU-Kommission soll gezielt untersucht werden, ob Tiktok so konzipiert ist, dass es seine Nutzer quasi abhängig macht, berichtet Wiwo.de. Viele Nutzer würden berichten, dass Tiktok in höherem Maße als andere Social-Media-Plattformen ihre Interessen erkenne und verstärke. Zwar gebe es ein berechtigtes Interesse daran, dass Nutzer Apps möglichst lange nutzen, aber gerade Tiktok treffe die Auswahl der angezeigten Videos ausschließlich über einen intransparenten Algorithmus und biete seinen Nutzern auch keine Features, um den Konsum zu regulieren, wie etwa Time-Out-Funktionen.
Alfie aus Österreich jetzt auch in Zürich
Der Online-Supermarkt Alfie, bisher in Wien und Graz aktiv, bietet seine Mischung aus klassischem Supermarktangebot und internationalen sowie regionalen Spezialitäten nun auch Kunden in Zürich und Teilen des Aargaus an. Wie Konsider.ch berichtet, können sich Zürcher nun eine Chili-Cheese-Bratwurst der Metzgerei Minnig, ein „Champs Elysée“-Croissant oder ein „Turbinenbräu Sprint“ innerhalb von 60 bis 120 Minuten nach Hause liefern lassen. Zu regulären Supermarktpreisen, wie die Website verspricht.
Amazon-Prime-Vertragsbedingungen intransparent und rechtswidrig
Das Handelsgericht Wien hat laut ORF.at einer Klage des Vereins für Konsumenteninformation stattgegeben, die bemängelte, dass die Vertragsbedingungen von Amazon Prime für die Nutzer intransparent seien. So verweise die Website beispielsweise nicht auf einen Link mit Erläuterungen, wenn man sich über die Mitgliedsgebühren informieren wolle, sondern nur auf die Hilfe- und Kundenserviceseite, wo man die Suche neu beginnen müsse. Auch beim Widerrufsrecht erwecke Amazon den Eindruck, dass der Widerruf an eine bestimmte vorgegebene Form gebunden sei, was rechtlich nicht der Fall sei.
Aktien von Trip.com auf Allzeithoch
Trip.com, Chinas größtes Online-Reisebüro, meldete für das Quartal Oktober bis Dezember laut Scmp.com einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das Gesamtjahr 2023 ergibt sich damit ein Umsatz von 5,7 Mrd. Euro. Alle Geschäftsbereiche – Hotelbuchungen (plus 131 Prozent), Ticketverkauf (plus 86 Prozent) und Pauschalreisen (plus 329 Prozent) – legten kräftig zu, so dass der Kurs der in New York notierten Aktie vorbörslich um 6,8 Prozent auf ein Allzeithoch von 44,76 Dollar sprang.
Amazon schaltet Freevee doch nicht ab
Berichte, wonach Amazon sein Gratisangebot Freevee einstellen wolle, wurden laut Golem.de vom Unternehmen dementiert. Freevee, das ursprünglich aus Imdb TV hervorgegangen ist und keine Prime-Mitgliedschaft voraussetzt, wurde in Deutschland im August 2022 fast unbemerkt eingeführt. Man muss auf der Seite von Prime Video ein gutes Stück nach unten scrollen, bis man zu den Kanälen kommt, um es zu finden. Seit Februar schaltet Amazon im regulären Prime Video-Abo Werbung in allen Serien und Filmen, was in den USA und Deutschland zu schwebenden gerichtlichen Verfahren geführt hat.
TRENDS & TECH
Google Gemini malt keine Bilder von Menschen mehr
Googles KI-Tool Gemini erstellt derzeit keine Bilder von Menschen mehr. Nutzer, die zum Beispiel eine glückliche Familie abgebildet haben möchten, werden darüber informiert, dass dies nicht möglich ist, da die Fähigkeiten von Gemini gerade verbessert werden, berichtet Spiegel.de. Vorausgegangen war ein Sturm in den sozialen Medien, weil Gemini es mit der Diversität zu genau nahm. Auf das Prompt „1943 German Soldier“ wurden auch Bilder von afrikanischen oder asiatischen Männern und Frauen in Wehrmachtsuniformen vorgeschlagen. Auf das Prompt „Strong White Man“ erschienen auch starke schwarze Männer oder auch Frauen, während „Strong Black Man“ seltsamerweise nur die zu erwartenden Ergebnissen erzeugte.
Markt für Smartphones auf 38,9 Mrd. Euro Umsatz prognostiziert
Der deutsche Markt für Smartphones, Apps und mobile Kommunikation allgemein wird laut einer Bitkom-Umfrage dieses Jahr einen Umsatz von 38.9 Mrd. Euro erreichen, immerhin 1,3 Prozent mehr als 2023. Den Löwenanteil sollen mit 22 Mrd. Euro die Sprach- und Datendienste ausmachen, der Umsatz durch den Verkauf von Smartphones soll 11,4 Mrd. Euro betragen. Auch die Zahl der installierten Apps könnte von 31 auf 37 pro Gerät steigen, wobei gilt: Je jünger, desto mehr. 83 Prozent der 1.007 befragten Verbraucher gaben an, dass sie sich mittlerweile ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen können, allerdings würden es 63 Prozent auch gerne seltener nutzen.
Yoox Net-a-Porter testet virtuelle Anprobe
Die Luxusmodeplattform Yoox Net-a-Porter testet die Möglichkeiten der virtuellen Anprobe mit 70 Prozent des Angebots von Mr. P, der Eigenmarke von Mr. Porter, berichtet Fashionunited.com. Ziel des Experiments ist es, zu beobachten, ob sich dadurch die Zahl der Rücksendungen verringern lässt, da Größe und Passform mit Abstand die häufigsten Gründe für Retouren sind. Kunden können einen Avatar erstellen, um Kleidung vor dem Kauf virtuell anzuprobieren, indem sie ihre Konfektionsgröße angeben oder einer Schritt-für-Schritt-Anleitung folgen.
NACHHALTIGKEIT
SAF noch keine Lösung für die Luftfahrt
Obwohl die Organisatoren der Singapore Airshow Nachhaltigkeit zum Hauptthema erklärt haben, ist sich die Branche uneins darüber, wie bis 2030 eine Netto-Null an CO2-Emissionen erreicht werden kann, berichtet Reuters.com. Die größten Hoffnungen ruhen bislang auf nachhaltigem Kerosin (SAF – Sustainable Aviaton Fuel), das aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen wie Altspeiseöl oder landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt wird, aber bislang nur 0,2 Prozent des weltweiten Kerosinmarktes ausmacht, weil es bis zu fünfmal teurer ist. Die Industrie rechnet zudem damit, dass in den nächsten 20 Jahren 40.000 neue Flugzeuge benötigt werden, was das Problem weiter verschärfen wird.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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