
Nach Video-Affäre: Verdi fordert mehr Betriebsräte bei Aldi
Die Video-Affäre bei Aldi Süd um angeblich heimlich gefilmte Kundinnen hat nun auch die Gewerkschaft auf den Plan gerufen. Verdi kündigt an, für mehr Betriebsräte beim Discounter zu werben.
Thomas RehmRedakteur"Es müssten Mitarbeiter aus verschiedenen Filialen einen solchen Ansatz verfolgen", erklärte der Verdi-Experte. Bei Aldi Nord gebe es mehr Betriebsräte. Hessen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen beide Schwesterunternehmen aktiv sind. Aldi Nord und Aldi Süd haben sich die Regionen weltweit aufgeteilt.
Überwachungskameras angeblich missbraucht
In hessischen Aldi-Filialen sollen Kundinnen in kurzen Röcken oder mit ausgeschnittenen Tops nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" heimlich gefilmt worden sein. Filialleiter hätten sich einen Spaß daraus gemacht, mit Überwachungskameras heranzuzoomen und die Videos hinterher auf CD auszutauschen.
"Wir nehmen die Vorwürfe einer missbräuchlichen Nutzung der Videoüberwachungsanlage sehr ernst und gehen diesen selbstverständlich nach", bekräftigte eine Sprecherin von Aldi Süd am Mittwoch auf Anfrage der dpa. "Sobald uns weitere Erkenntnisse vorliegen, werden wir über entsprechende disziplinarische und strafrechtliche Maßnahmen entscheiden."
Hessens Datenschutzbeauftragter prüft die Vorwürfe gegen Aldi-Filialen, für eine rechtliche Einschätzung sei es aber noch zu früh. Es gebe Kontakt zum Datenschutzbeauftragten von Aldi Süd. Man warte aber noch auf Stellungnahme des Unternehmens.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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