
Neckermann droht Insolvenz
Es wäre die nächste große Pleite im deutschen Handel: Neckermann hat kein Geld für den Sozialplan, die Einigungsstelle scheiterte. Laut Medienbericht steht der Versender noch in dieser Woche vor dem Aus.
David WöllensteinRedakteur"Neckermann.de kann seine beschleunigte E-Commerce Ausrichtung nicht umsetzen", teilt das Unternehmen daher am Mittwochabend mit. "Eine Lösung für den dazu notwendigen Stellenabbau konnte in den gesetzlichen Einigungsstellen in den letzten Tagen nicht erreicht werden. Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte beharrten weiter auf der Forderung nach Abfindungen für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter".
Kündigungsschutzklagen: Neckermann droht die Schleckerfalle
Das Management wollte den Eigenhandel mit Textilien sowie das Zentrallager aufgeben und zum Jahresende 1.380 von 2.500 Stellen in Frankfurt streichen.
Die Mitarbeiter hatten im Juni in einer Urabstimmung mit breiter Zustimmung den Weg für unbefristete Streiks frei gemacht. Anfang Juli hatte ein zweitägiger Streik das Zentrallager des Versandhändlers lahmgelegt.
Da in den Einigungsstellen keine Lösungen gefunden worden sei, bestehe im Falle der Umsetzung des Stellenabbaus nun das Risiko von umfassenden Kündigungsschutz- und Abfindungsklagen.
Dieses Risiko sei finanziell nicht kalkulierbar und würden die Existenz des Unternehmens gefährden, so die des Unternehmens. Darüber hinaus würden mögliche Co-Investoren durch das Risiko von Kündigungsschutz- und Abfindungsklagen abgeschreckt.
"Das Unternehmen prüft, welche weiteren Schritte jetzt notwendig sind", heißt es lapidar am Ende der Mitteilung. Auf den Bericht der FAZ geht das Unternehmen nicht ein.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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