Noch ein Schicksalstag für Schlecker-Mitarbeiter

Noch ein Schicksalstag für Schlecker-Mitarbeiter

Die Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL hoffen heute auf Rettung durch den Münchner Investor Dubag. Gleichzeitig beginnt bei Schlecker der große Ausverkauf.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Dubag will die 490 IhrPlatz-Filialen übernehmen und die 342 Schlecker XL-Märkte dort eingliedern. Dafür hatten die Schlecker-Gläubiger bereits grundsätzlich die Weichen gestellt.

Der große Ausverkauf beginnt

In den verbliebenen Schlecker-Märkten beginnt gleichzeitig der Ausverkauf. In jedem noch geöffneten Laden wird es anfangs Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent auf das gesamte Sortiment geben.

Ein Datum für das endgültige Ende der Schlecker-Läden gibt es noch nicht. Zuletzt war von Ende Juni die Rede gewesen.

Die Abwicklung des Konzerns - der Ausverkauf der restlichen Ware sowie etwa der Verkauf von Immobilien und Auslandsgesellschaften - könnte laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zwischen 500 und 700 Millionen Euro bringen. Dem stehen bislang Forderungen in Höhe von 665 Millionen Euro entgegen.

Die Märkte von IhrPlatz und Schlecker XL haben - anders als das Mutterunternehmen Schlecker - eine Zukunftschance. Dort arbeiten noch rund 5.000 Mitarbeiter. 13.200 Schlecker-Beschäftigte haben dagegen schon die Gewissheit, ihre Jobs zum Monatsende zu verlieren. Insgesamt sind rund 25.000 Schlecker-Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen.

Umschulung für Schlecker-Mitarbeiter

Die gekündigten Mitarbeiter, vor allem Frauen, sollen nach dem Willen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise Fachkräftelücken in anderen Branchen füllen. Besonders gesucht würden Erzieher und Altenpfleger.

Die Arbeitsagenturen wollten ihnen vollwertige Umschulungen in diese Mangelberufe anbieten, hatten von der Leyen und Weise zuvor angekündigt. Von den 11.190 in der ersten Welle im Frühjahr Entlassenen seien bislang rund 5.000 in Arbeit oder Fördermaßnahmen vermittelt worden. Weniger als 2.500 hätten einen vollwertigen Job angetreten.

Vorwürfe gegen Anton Schlecker

Derweil werden Vorwürfe gegen Anton Schlecker geprüft: Der frühere Chef der Drogeriemarkt-Kette soll nach Informationen der "Bild"-Zeitung seinen beiden Kindern kurz vor der Insolvenz eine millionenschwere Immobilie verkauft haben. Dabei handele es sich um ein Logistik-Zentrum in Pöchlarn (Österreich), berichtete das Blatt. Die Immobilie sei deshalb nicht in die Insolvenzmasse gekommen.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte sich zu Einzelfällen nicht äußern. Er sagte aber auf Anfrage, es würden alle Übertragungen, die Anton Schlecker in den letzten vier beziehungsweise zehn Jahren getätigt habe, überprüft. Das werde noch etwa zwei Monate andauern.

"Bislang hat sich Anton Schlecker extrem kooperativ verhalten und aus seiner Sicht die Dinge offengelegt", sagte der Sprecher weiter. Laut "Bild" hat Anton Schlecker den betreffenden Vertrag, der auf den 17. Januar 2012 datiert sei, erst am 29. Februar unterzeichnet - 37 Tage nach dem Insolvenzantrag.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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