
Ohne Onlinestrategie geht auch stationär bald nichts mehr
Gut jeder zweite Kunde kauft nicht mehr nur in Ladengeschäften ein, zeigt eine aktuelle Studie. Stationäre Händler sollten sich eine Onlinestrategie überlegen.
Thomas RehmRedakteurHauptgründe für die Zuwendung zum Onlinehandel liegen demnach eindeutig in der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit von Onlineshops (78 Prozent) sowie der Möglichkeit, gemütlich von daheim einkaufen zu können (rund 79 Prozent). Die große Herausforderung für 2013 bestehe also darin, die Vorteile beider Verkaufskanäle mithilfe neuer Technologien zu verknüpfen.
Ergänzung statt Konkurrenz
"Es geht nicht darum, stationären und Internethandel in Konkurrenz zu setzen, sondern beides als Ergänzung zu sehen", erläutert Stefan Clemens, Area Industry Leader Retail & Hospitality bei NCR. Drei von vier der Befragten gehen deswegen in die deutschen Innenstädte, weil sie Produkte direkt anfassen und testen können.
Dennoch gebe es Ausbaupotenzial, insbesondere wenn es um die Verknüpfung mit Onlineangeboten geht: 34 Prozent möchten die Möglichkeit haben, Onlinebestellungen im Ladengeschäft in ihrer Nähe abzuholen, um diese vor dem Kauf beispielsweise anprobieren zu können, ohne die Ware erst zusammensuchen zu müssen.
22 Prozent hätten zusätzlich gerne die Option, das Onlineangebot des Unternehmens auch im Laden über eigens eingerichtete, computerbasierte Kiosksysteme abrufen zu können.
Zehn Prozent Umsatz online
Dass der Einzelhandel die Zeichen der Zeit erkenne, bestätige auch eine aktuelle Umfrage des Einzelhandelsverbandes HDE. In ihr gaben 13 Prozent der Händler an, im Weihnachtsgeschäft 2012 mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes im Internet erwirtschaftet zu haben. Sie konnten sich dadurch wenigstens ein Stück des 7,4 Milliarden schweren Onlineumsatzes in der Weihnachtszeit sichern.
"Ein entscheidender Erfolgsfaktor, um die zunehmende Anzahl dieser 'Cross-Channel- Consumer' zu erreichen, ist nicht nur die alleinige Präsenz eines Händlers in den verschiedenen Kanälen, sondern die Vernetzung und Konvergenz der einzelnen Kanäle", ist Stefan Clemens überzeugt. "Einzelhändler, die es verstehen, Verbrauchern ein über mehrere Kanäle hinweg konsistentes Angebot zu bieten und dabei deren Präferenzen berücksichtigen, können die Interaktion mit ihren Kunden verändern, ihnen ein gesteigertes Einkaufserlebnis bieten und sich so vom Wettbewerb differenzieren."
Um die Lücke zwischen online und offline Handel zu schließen lohne sich also die Investition in neue Technologien. "Computerbasierte Kiosksysteme können eine solche Schnittstelle sein: Die Vorteile des Onlinehandels werden in die Filiale integriert und schaffen so einen klaren Mehrwert zur Konkurrenz", wirbt der Retail-Experte.
wim
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Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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