Onlinehandel lernt vom Teleshopping

Onlinehandel lernt vom Teleshopping

Die Warenpräsentation per Video im Onlinehandel soll in Deutschland bis 2012 zu einem Mehrumsatz von 4,1 Milliarden Euro führen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Lernen von den großen Versandhändlern im Netz

Große Katalogversender und Onlineshops wie Neckermann, Otto oder Tchibo hätten sich längst auf das Verkaufen per Video eingestellt. Auch Amazon setze immer stärker auf die bewegten Bilder, wie dessen jüngste Investitionen in den Online-TV-Shopping-Kanal „The Talk Market" unterstreiche.

„Angesichts des enormen Marktvolumens kann bereits ein kleiner Hebel wie eCommerceTV zu einem spürbaren Wachstum führen", ist der Goldmedia-Consultant Mathias Birkel überzeugt. „Noch können sich Player im Onlinehandel durch die Integration von Videos von der Konkurrenz abheben und Marktvorteile erzielen." Schon bald werde Online-Shopping mit TV-Erlebnis allerdings selbstverständlich sein, so der Studienautor: „Am Beispiel von Newsportalen wie Spiegel Online oder Zeit.de ist ablesbar, wie schnell sich Videos in anderen Bereichen im Web als Standardelement etabliert haben."

Teleshopping als Vorbild für das Impulskauf-TV

Bei der Einbindung von TV-Bildern bedienten sich E-Commerce-Plattformen immer stärker bewährter Elemente aus dem Teleshopping. Das für TV-Shopping typische Impulskauf-Potenzial könne so auch in den E-Commerce überführt werden. Dadurch lassen sich nach Meinung Birkels neue Ziel- und Produktgruppen erschließen. Der Lernprozess ist der Studie zufolge allerdings wechselseitig: Die Teleshoppingsender nutzen ihrerseits verstärkt das Internet als weiteren Vertriebskanal und zielen so auch auf den für das World Wide Web typischen Suchkäufer.

Die Integration von Videos biete sich grundsätzlich für alle Player im Onlinehandel an: ob reine E-Commerce-, Multichannel-Anbieter oder Teleshopping-Sender. Da die Zahl der Vertriebskanäle wächst und sich diese immer stärker verzahnen, sei die Produktion von Bewegtbild zudem nicht nur für den direkten Onlineverkauf relevant. Neben dem klassischen TV und dem Internet gewinnen zudem Digital TV, IPTV, Mobile TV und Digital Signage als weitere Absatzkanäle immer mehr an Bedeutung. Durch Verbundeffekte können bei einer Mehrfachverwertung deutliche Kostenvorteile entstehen, auch wenn zum Teil je nach Plattform Anpassungen nötig sind.

„Die heute noch jungen Zielgruppen von morgen setzen ohnehin zunehmend auf mehrere Medienplattformen", fasst Birkel die Studienergebnisse zusammen. „Shoppinganbieter müssen künftig auf immer mehr Kanälen präsent sein und Multichannel-Strategien anbieten, um alle Zielgruppen zu erreichen und alle Potenziale auszuschöpfen."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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