3D-Illustration: Marktplatz, Pakete und Chart symbolisieren E-Commerce-News zu Otto, Ebay und Geschäftsklima
© Black Forest Labs / Flux

Otto, Ebay, Geschäftsklima, Meta, Poshmark, Reddit, Sonepar, Amazon + Fauna, Click2Send, KI + Produktivität, Voice Agents

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Otto setzt sich 10 Mrd. Euro als Ziel für 2028
12,6 Mio. Kunden, vier Prozent mehr als im Vorjahr, haben Ottos Bruttowarenvolumen im Geschäftsjahr 2025/26 auf 7,5 Mrd. Euro gesteigert, meldet das Unternehmen. Für das Jahr 2028 würden zehn Mrd. Euro anvisiert. Darum werde der Marktplatz dieses Jahr auf die Niederlande, Polen, Österreich, Frankreich und Spanien ausgeweitet. Außerdem wolle man die Next-Day-Lieferungsquote auf 50 Prozent steigern und die Palette um neue Sortimente wie Bücher und Lebensmittel erweitern. Der hauseigene KI-Berater solle Kunden über gesprochene Beratungen zu dem einen Wunschprodukt aus 19 Mio. Angeboten führen.

Ebay Awards 2026: Bewerbungsphase läuft
Ebay vergibt zum neunten Mal seine Awards und sucht bis zum 31. Mai herausragende Händler in sieben Kategorien, wie der Marktplatz mitteilte. Ausgezeichnet würden unter anderem Gründer, Innovatoren und besonders engagierte Community-Mitglieder. Den Gewinnern winke ein Preisgeld von 5.000 Euro, eine Gebührengutschrift über 1.000 Euro sowie die Preisverleihung in Berlin. Anmeldung hier.

Geschäftsklima: Iran-Krieg beendet Aufschwungshoffnung
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im März auf 86,4 Punkte gefallen, nach 88,4 Zählern im Februar. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen zwar stabil, die Erwartungen seien jedoch drastisch eingebrochen. Der Krieg im Iran habe die Aufschwungshoffnung vorerst begraben. Besonders hart treffe es energieintensive Industrien, den Tourismus und die Logistik. Im Handel drückten Inflationssorgen der Verbraucher die Aussichten für Groß- und Einzelhändler gleichermaßen – obwohl das laufende Geschäft etwas besser laufe.


HANDEL INTERNATIONAL


375 Mio. Dollar Strafe: Meta verliert Jugendschutz-Prozess
Eine Jury in Santa Fe hat Meta zur Zahlung von 375 Mio. Dollar verurteilt – die erste Niederlage des Konzerns in einer Serie von Jugendschutz-Klagen, berichtet Spiegel.de. Meta habe gegen zwei Verbraucherschutzgesetze New Mexicos verstoßen und Profite über die Sicherheit junger Nutzer gestellt. Generalstaatsanwalt Raúl Torrez hatte die Klage 2023 angestoßen; seine Ermittler gaben sich auf Instagram und Facebook als Minderjährige aus und seien dabei belästigt worden. Meta kündigte Berufung an. Über 40 weitere Bundesstaaten haben vergleichbare Klagen eingereicht.

Meta bringt Affiliate-Marketing auf Instagram und Facebook zurück
Meta baut Instagram und Facebook weiter zu Verkaufsplattformen um und kündigt neue Affiliate-Tools ein, berichtet Businessinsider.com. Influencer könnten künftig Produkte aus dem Meta-Katalog in Reels und Fotos taggen und bei Verkäufen Provisionen kassieren. Auf Facebook starte das Programm zunächst mit Amazon und Shopee als Partnern, weitere wie Temu und Ebay sollen folgen. Ergänzend rolle Meta KI-gestützte Produktempfehlungen und einen One-Click-Kaufbutton für Anzeigen aus. Bereits 2022 hatte der Konzern ein ähnliches Modell auf Instagram getestet und nach einem Jahr wieder eingestampft.

Poshmark baut seine App nach 15 Jahren komplett um
Die Second-Hand-Plattform Poshmark stellt nach 15 Jahren ihr erstes umfassendes App-Redesign vor, berichtet Modernretail.co. Statt der bisherigen Suchbox-Logik setze die App künftig auf eine KI-gestützte „For You“-Seite, die den 165 Mio. Nutzern personalisierte Empfehlungen ausspiele. Produktfotos erschienen nun größer im Hochformat, ein neuer Verkäuferbereich bündele Listing-Tools und Analysefunktionen. Das Timing sei kein Zufall: Trumps Zölle hätten preisbewusste Käufer zu Second-Hand-Anbietern getrieben – Poshmarks Mutterkonzern Naver habe ein Umsatzplus von über 20 Prozent gemeldet.

Reddit präsentiert neue Werbeformate und Shopify-Anbindung
Reddit erweitert sein Arsenal an Shopping-Werbeformaten um Karussell-Anzeigen sowie Trend- und Rabatt-Overlays und bietet eine direkte Anbindung an Shopify, berichtet Retailbiz.com.au. Die Gespräche rund ums Kaufen seien auf der Community-Plattform im Jahresvergleich um 40 Prozent gewachsen. Die dynamischen Produktanzeigen hätten im vierten Quartal 2025 die Werberendite im Schnitt fast verdoppelt – für Online-Händler ein Signal, Reddit als Kanal ernst zu nehmen.

Sonepar steigert B2B-Verkäufe um 50 Prozent
Der französische Elektrogroßhändler Sonepar hat seine digitalen B2B-Verkäufe 2025 um 50 Prozent auf 13,9 Mrd. Dollar gesteigert, berichtet Digitalcommerce360.com. Der Gesamtumsatz habe mit 37,9 Mrd. Dollar einen Rekordwert erreicht. Herzstück sei die Omnichannel-Plattform „Spark“, die Web, App und Filialen verzahne. In Europa fließe bereits 45 Prozent des Umsatzes über digitale Kanäle, in den USA ein Drittel. Sonepar setze KI für Bestellautomatisierung und Lagermanagement ein und betreibe 37 automatisierte Distributionszentren.

Nach Astro-Flop: Amazon kauft sich Robotiker Fauna
Amazon übernimmt das Robotik-Start-up Fauna Robotics samt dessen 50-köpfigem Team, um sie in die „Personal Robotics Group“ zu integrieren, berichtet Heise.de. Herzstück der Erwerbung sei „Sprout“, ein 107 cm großer humanoider Roboter mit gummierter Hülle, der bislang nur als Forschungsplattform diene. Amazon wolle von der „Entwicklergemeinschaft rund um Sprout“ lernen, was auf einen neuen Anlauf für einen Heimroboter hindeute. Der letzte Versuch, der rollende „Astro“, sei 2024 kläglich gescheitert.

UK-Launch: Click2Send will Paketversand vereinfachen
Mit Click2Send ist in Großbritannien eine neue Versandplattform für Online-Händler gestartet, berichtet Londondaily.news. Das Tool bündele Versandmanagement, Kuriervergleich und die Liefersteuerung in einer einzigen Oberfläche. Das Launch-Paket für monatlich 49 Pfund ist laut Website auf 2.000 monatliche Sendungen begrenzt, Auftragsverwaltung und Shopify- oder Woocommerce-Integration gibt es erst ab 149 Pfund.


KI steigert Produktivität nur durch Personalabbau
Der vermeintliche KI-Produktivitätsschub sei vor allem ein statistischer Taschenspielertrick, warnt Wall-Street-Veteran Jim Paulsen laut Businessinsider.de. Wenn Amazon, Meta oder Block Stellen streichen und die verbleibende Belegschaft ähnliche Arbeit erledige, sehe das auf dem Papier nach Effizienz aus, erzeuge aber kein echtes Wachstum. Bis zur Dotcom-Blase habe steigende Produktivität auch mehr Jobs bedeutet. Seitdem gelte das Gegenteil: Der Informationssektor verzeichne zwar durchaus zwölf Prozent Produktivitätszuwachs gegenüber zwei Prozent im Rest der Wirtschaft, allerdings nur durch Personalabbau.

Voice Agents: Kunden bereit, der Kundenservice noch nicht
Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt inzwischen Sprachassistenten im Alltag, so die Muuuh!-Voice-Studie. 67 Prozent seien überzeugt, dass Sprachsteuerung in Zukunft eine große Rolle spielen werde, obwohl nur 48 Prozent einen spürbaren Fortschritt der Technologie wahrnähmen. 29 Prozent könnten sich vorstellen, einen Assistenten wie Siri oder ChatGPT direkt mit dem Kundenservice sprechen zu lassen. Dort klaffe allerdings eine Lücke: Das Angebot an Voice Agents liege branchenübergreifend rund 20 Prozentpunkte unter der Nachfrage.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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