
Otto Group will PayPal Konkurrenz machen
Exklusiv: Der Hamburger Handelskonzern arbeitet an einer Zahlungslösung für Smartphones und E-Commerce. Mit stationären Händlern laufen Gespräche über die Akzeptanz an der Ladenkasse - auch einen Namen hat der PayPal-Konkurrent bereits.
David WöllensteinRedakteurWallet-Lösung mit QR-Code-Zahlungen
Darüber hinaus sollen mit Yapital auch Zahlungen per Smartphone im stationären Handel ermöglicht werden, etwa durch das Einscannen eines QR-Codes an der Kasse oder andere Verfahren. Hierzu ist an eine Wallet-Lösung gedacht, mit der auch Gutscheinkartenfunktionen und Bonifizierungen realisiert werden sollen.
Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Konzeptphase, Vorstellungen zu den Gebührenmodellen gibt es noch nicht. Es wurden aber bereits verschiedentliche Sondierungsgespräche über die Akzeptanz von Yapital mit anderen großen deutschen Handelsunternehmen geführt. Von der Otto Group gab es auf Anfrage von derhandel.de weder eine Bestätigung noch ein Dementi zu dem Vorhaben.
Markeneintragung und Domainregistrierung erfolgt
Der Name Yapital findet sich allerdings bereits mehrfach: Die Otto Group ließ beim Deutschen und Europäischen Markenamt im Februar 2012 für Yapital eine Wort-Bildmarke registrieren. Dabei wurden die für den Zahlungsverkehr einschlägigen Nizza-Klassen 9, 16, 35, 36 eingetragen, die den Schutz der Marke unter anderem in folgenden Bereichen beinhalten: "Computersoftware für die Verarbeitung von elektronischen Zahlungen und den Geldtransfer von Dritten zu Dritten", "Authentisierungssoftware", "Finanzdienstleistungen, insbesondere Abwicklung von Geldtransfers zwischen Dritten bei Erwerb von Produkten oder Dienstleistungen über das Internet, Ausgabe von Kreditkarten. Zudem wurden für "Yapital" deutsche und internationale Internet-Domains registriert und ein Xing-Eintrag sowie ein Twitter-Konto lassen sich unter dem Namen finden.
Nachdem das Wall Street Journal Anfang März gemeldet hatte, dass die amerikanischen Händler Wal-Mart und Target gemeinsam an einer branchenübergreifenden mobile Zahlungslösung arbeiten, wäre der Hamburger Multichannel-Konzern ein weiteres Handelsunternehmen, das versucht, ein neues Bezahlverfahren unabhängig von Banken, Kreditkartengesellschaften und Mobilfunkunternehmen zu etablieren.
Eine Zahlungslösung für das Multichannel-Otto-Reich und mehr
Die Otto Group betreibt über 50 verschiedenen Onlineplattformen von Baur über bonprix und mytoys bis hin zur Witt-Gruppe sowie konzernweit mehr als 400 stationäre Geschäfte zu denen unter anderem SportScheck, Zara Deutschland, Massimo Dutti Deutschland, Frankonia- und bonprix-Filialen zählen. Auch mehrere Finanzdienstleister (EOS Gruppe, u.a.) gehören zum Hamburger Familienunternehmen.
Hanno Bender
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Update:Inzwischen hat die Otto Group das Projekt in einer bestätigt. Die Markteinführung von Yapital sei für das kommende Jahr geplant, heißt es darin.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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