
Paketflut macht Post Freude
Bei der Post bleibt das Paketgeschäft Treiber für Wachstum. Allerdings hemmen die hohen Zustellungskosten den Gewinn. Die Verlagerung von Mitarbeitern in neue Firmen mit niedrigeren Löhnen soll Abhilfe schaffen.
David WöllensteinRedakteurNach Angaben der Post haben aber inzwischen mehr als 4.000 Menschen bereits die neuen Verträge unterschrieben. Das Unternehmen will zunächst vor allem befristet Beschäftigten eine dauerhafte Arbeit anbieten. Darüber hinaus laufen Planungen, bis zum Jahr 2020 zusätzlich 10.000 neue Stellen bei der Zustellung zu schaffen.
"Zahlen doppelt so hohe Löhne"
Appel sieht den Bereich im Vergleich mit der Konkurrenz klar im Nachteil: "Wir bezahlen doppelt so hohe Löhne wie unsere Wettbewerber", sagte er. Um konkurrenzfähig zu bleiben, stellt die Post bisher befristet beschäftigte Zusteller in Regionalgesellschaften unter dem Namen DHL Delivery ein und bezahlt sie nach dem niedrigeren Tarif der Speditions- und Logistikbranche. Die neue Personalchefin Melanie Kreis erwartete angesichts der Brisanz des Themas keine schnelle Lösung des Tarifkonflikts.
Unterdessen reagierte die Post-Aktie auf die Bilanzzahlen mit einem Kursrutsch von zeitweise mehr als vier Prozent. Bei der Prognose für 2015 hatten sich Analysten etwas mehr erhofft. Zudem gab es vereinzelt Hoffnungen auf eine Sonderdividende, die der Dax-Konzern nicht erfüllte.
Wachstum soll deutlich stärker werden
Da die Post das Ziel von 8 Prozent Plus beim operativen Ergebnis bis 2020 möglicherweise auch 2015 verfehlt, muss es in den Folgejahren deutlich stärker aufwärtsgehen. Dabei baut Appel auf alle Geschäftsbereiche. In der Sparte Post, E-Commerce, Parcel, kurz auch Pep genannt, soll der Gewinn zunächst mindestens auf dem erreichten Niveau von 1,3 Milliarden Euro gehalten werden. In dem Bereich bündelt der Konzern sein Briefgeschäft auf dem Heimatmarkt, das Paketgeschäft in Deutschland und den Nachbarländern, seine Internetangebote samt E-Postbrief sowie seinen Fernbus-Ableger.
In der Pep-Sparte wird das Internet bei schrumpfenden Briefmengen immer stärker zum Umsatz- und Ergebnistreiber. Die verschlüsselte E-Mail-Variante E-Postbrief, die vergangenes Jahr auf gut 300 Millionen Euro Umsatz kam, soll 2015 erstmals die Gewinnschwelle erreichen, kündigte Appel an.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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