
Papagei trifft Lurch
Es ist der Deal des Jahres in der Schuhbranche: Der Riese Ara übernimmt das Traditionsunternehmen Salamander. Dadurch entsteht ein gewaltiges Schuh-Unternehmen.
Thomas RehmRedakteurKartellamt muss noch zustimmen
Der Gläubigerausschuss der EganaGoldpfeil Europe, dem bisherigen Eigner von Salamander, hat dem Verkauf schon zugestimmt. Nun steht die Salamander-Übernahme nur noch unter dem Vorbehalt, dass das Bundeskartellamt zustimmt.
Salamander soll Anfang Februar auf den Ara-Konzern übertragen werden. Der Gläubigerausschuss der EganaGoldpfeil Europe habe dem Verkauf schon zugestimmt, erklärte Insolvenzverwalter Hermann. Nun stehe die Salamander-Übernahme durch Ara nur noch unter dem Vorbehalt, dass die Wettbewerbshüter zustimmen.
Gemeinschaftsunternehmen wird gegründet
Hermann bezeichnete Ara als einen zukunftsweisenden Investor. Salamander und Ara ergänzten sich hervorragend. "Außerdem freue ich mich sehr, dass wir für Salamander einen strategischen Investor gefunden haben, der alle Einheiten des Unternehmens übernimmt", betonte er. Das sei nur einvernehmlich mit allen Beteiligten, den Arbeitnehmern, dem Management und den Gläubigerbanken möglich gewesen, die umfassend auf Sicherheiten verzichtet hätten.
Ara will die selbstständig operierenden Auslandsgesellschaften mit insgesamt 142 Salamander-Filialen selbst führen. Für die 51 deutschen Salamander-Filialen wird hingegen ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Klauser-Schuhhandelsgruppe Wuppertal gegründet.
Ara will das länderübergreifende Vertriebsnetz von Salamander für Markenschuhe langfristig ausbauen. Dabei seien eine Expansion von Salamander in weitere Länder oder auch die Vergabe von Lizenzen vorstellbar. Salamander ist außerhalb Deutschlands in Frankreich, Russland, Österreich, Tschechien, Ungarn und Polen mit eigenen Töchtern vertreten.
Papagei als Logo
Salamander erwirtschaftete zuletzt mit rund 1.800 Mitarbeitern etwa 190 Millionen Euro Umsatz. Die insolvente Europa-Holding von EganaGoldpfeil soll künftig auf das Kerngeschäft Schmuck und Uhren konzentriert werden. Der Schuhhändler Salamander ist aber nicht pleite. Der Ara-Konzern erzielte 2007 mit mehr als 5.000 Mitarbeitern 288 Millionen Euro Umsatz.
Das rheinische Familienunternehmen, das 60 Jahre alt ist und einen Papagei als Logo führt, vertreibt seine Produkte in etwa 50 Ländern. Vor etwa zehn Jahren übernahm Ara das Unternehmen Lloyd in Sulingen bei Bremen von der Eigentümerfamilie.
Salamander gehörte vier Jahre lang zu Egana Goldpfeil, einer deutsch-chinesischen Gruppe von Edelmarkenherstellern wie Sioux und Joop! . Für deren Europa-Holding mit Sitz in Offenbach wurde im Herbst vergangenen Jahres das Insolvenzverfahren eröffnet.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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