
PayPal-Zwang ohne Beanstandung
eBay darf kleine Händler zwingen, das hauseigene Bezahlsystem PayPal anzubieten, hat das Bundeskartellamt enschieden. Ob Konkurrent Amazon die Preise gleichschalten darf, wird noch geprüft.
"Unsere Nutzer profitieren"
"Das Bundeskartellamt erkennt an, dass unsere Nutzer von der Initiative profitieren", sagte Stephan Zoll, Geschäftsführer von eBay Deutschland. Dem Marktplatzbetreiber gehe es darum, Käufern die Wahl zu ermöglichen: "So können sich Käufer bei eBay zusätzlich absichern, da sie automatisch über die volle Summe des Kaufpreises geschützt sind, wenn der Artikel nicht geliefert wird oder nicht der Beschreibung entspricht."
Gleichwohl sind dem Kartellamt die Kunden herzlich egal: Dort wird nur geprüft, ob eBay in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung hat oder nicht. Und das ist offenbar nicht so: Schon im Jahr 2008 hatte das Bundeskartellamt bereits die damals erweiterte PayPal-Pflicht für gewerbliche Händler geprüft, jedoch ebenfalls keine weiteren Schritte eingeleitet.
Amazons Preisparität wird geprüft
Unterdessen prüft das Kartellamt auch die von Internethändler Amazon neu festgelegte "Preisparität": Amazon verlangt von Verkäufern seit Ende März, dass Artikelpreis und Gesamtpreis bei Amazon "gleich günstig oder günstiger" im Vergleich zu anderen "nicht ladengeschäftgebundenen Vertriebskanälen" sein müssen.
Auch die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs soll prüfen, ob die Preisparität in Ordnung ist, meldet die "Wirtschaftswoche".
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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