Foto: Produkte, Barcode-Etiketten und ein unscharfer Laptop auf einem hellen E-Commerce-Schreibtisch
© Black Forest Labs / Flux

Pinterest öffnet visuelle Suche für Performance-Anzeigen

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Visual Search Ads sollen Produktanzeigen in Suchergebnisse und Pin-Ansichten bringen. Für Händler wird der Produktfeed zur Voraussetzung für den Test.

Pinterest will seine visuelle Suche zu einer zusätzlichen Performance-Fläche ausbauen. Bei Pinterest Presents hat das Unternehmen am 17. September 2026 Visual Search Ads angekündigt: Produktanzeigen sollen künftig in Suchergebnissen und in Pin-Closeups erscheinen, also in Momenten, in denen Nutzer Produkte vergleichen, ähnliche Stile prüfen oder eine Auswahl eingrenzen. OnlineMarketing.de hatte am 18. September auf den Branchennews-Anlass hingewiesen.

Für den Onlinehandel ist die Ankündigung relevant, weil Pinterest damit nicht nur Inspiration vermarktet, sondern einen weiteren bezahlten Zugang in eine produktnahe Suche schaffen will. Händler könnten Nutzer früher im Auswahlprozess erreichen, nicht erst am Ende einer klar markennahen Suche.

Beta statt Standardformat

Noch handelt es sich nicht um ein flächendeckend verfügbares Standardformat. Laut Pinterest Newsroom sollen Visual Search Ads in den kommenden Wochen als Beta für berechtigte Advertiser in allen Pinterest-Werbemärkten verfügbar werden. Einzelne Länderstarts nennt Pinterest in der Mitteilung nicht. Händler sollten die Ankündigung deshalb als Testfenster einordnen, nicht als sofort buchbare Pflichtplatzierung.

Was sich am Anzeigeninventar ändert

Pinterest beschreibt Visual Search Ads als Verbindung aus Keyword-Relevanz und visueller Erkennung. Anzeigen sollen dort erscheinen, wo Nutzer nach einem Motiv, Stil oder Produkt suchen und anschließend ähnliche Pins öffnen. Für Sortimente, die stark über Bild, Stil, Material, Farbe oder Anwendungssituation verkauft werden, kann diese Platzierung besonders relevant werden.

Das betrifft vor allem Kategorien wie Mode, Wohnen, Beauty, Schmuck, Deko, DIY, Garten und Geschenkartikel. Dort sind Suchanfragen häufig unscharf: Nutzer suchen nicht zwingend nach einer konkreten Artikelnummer, sondern nach einer Vorstellung. Pinterest nennt mehr als 80 Milliarden Suchanfragen pro Monat, die überwiegend visuell und zu mehr als der Hälfte kommerziell seien. Diese Reichweiten- und Intent-Angaben stammen vom Unternehmen selbst und belegen kein Ergebnis für einzelne Händlerkampagnen.

Performance+, Prioritäten und Produktfeed

Pinterest ordnet Visual Search Ads ausdrücklich Lower-Funnel-Zielen zu und macht das Format mit Pinterest Performance+ kompatibel. Performance+ ist die automatisierte Performance-Suite des Unternehmens. Neu kommen laut Pinterest außerdem Priority Products und Self-Serve-A/B-Tests hinzu. Mit Priority Products können Werbetreibende Produkte priorisieren, etwa für eine Saison, eine Rabattaktion oder einen Kategorie-Push.

Damit wird der Produktfeed zum Hebel. Wer Pinterest bisher vor allem als organischen Inspirationskanal behandelt hat, muss vor einem Performance-Test die Grundlagen prüfen. Der Pinterest Path to Performance Guide nennt unter anderem Conversions API, Event Quality Score, Catalog Health sowie Produktkategorien, relevante Titel und detaillierte Beschreibungen als Grundlagen. Pinterest verweist dabei auch auf interne Benchmarks; solche Werte sind keine Garantie für Händler, zeigen aber, worauf die Plattform ihre Optimierung stützt.

Praktisch heißt das: Ein Budgettest ist erst sinnvoll, wenn Produktdaten, Bildqualität, Tracking und Auswertung zusammenpassen. Händler sollten klären, welche Kategorien visuell stark genug sind, welche Produkte saisonal priorisiert werden sollen und welche Conversion-Ereignisse sauber an Pinterest zurückgespielt werden. Ohne diese Vorarbeit testet man eher die eigene Datenlücke als das neue Anzeigenformat.

Einordnung für Händlerbudgets

Die Ankündigung passt in eine breitere Verschiebung: Produktsuche verteilt sich stärker auf visuelle, soziale und KI-gestützte Einstiege. Für Händler steigt damit die Zahl möglicher Touchpoints, aber auch der Aufwand für belastbare Messung im Marketing. Parallel verändern sich andere Such- und Shoppingflächen, etwa bei Google in Europa; etailment hatte zuletzt über das Entfernen von Produktkarussells aus EU-Suchergebnissen berichtet: Google entfernt Produktkarussells aus EU-Suchergebnissen.

Pinterest liefert mit Visual Search Ads eine neue Option im Umfeld von Social Commerce, aber noch keinen Leistungsnachweis für einzelne Händlergruppen. Der nächste sinnvolle Prüfpunkt ist deshalb nicht die große Budgetverschiebung, sondern ein begrenzter Betatest: geeignete Kategorien auswählen, Produktfeed bereinigen, Tracking gegenprüfen, A/B-Test-Design festlegen und erst dann entscheiden, ob Pinterest früher im Such- und Vergleichsprozess eine Rolle im Media-Mix bekommen soll.

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Peter Kaczmarek
RedaktionPeter Kaczmarek

Redakteur

Peter Kaczmarek ist Mitgründer und Geschäftsführer der bitfuel GmbH. Sein Fokus liegt auf digitaler Markenentwicklung, Experience Design und KI-Automationen.

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