Foto: Frau prüft verpackte Produkte in einem kleinen Lager, daneben ein aufgeklappter Laptop.
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Google entfernt Produktkarussells aus EU-Suchergebnissen

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Google hat im Europäischen Wirtschaftsraum Produktkarussells aus seinen Shopping-Suchergebnissen fast vollständig entfernt, berichtet Ecommercenews.eu. Der Konzern berufe sich auf den Digital Markets Act. Die niederländische Analyseplattform Productrise habe binnen weniger Tage Einbrüche von 90 bis 100 Prozent gemessen, in Großbritannien und den USA hingegen blieben die Ergebnisse unverändert. Statt Produktkacheln liste Google nun Shops und Preisvergleicher, der Shopping-Tab sei komplett verschwunden. Dies werde kleinere Online-Händler härter treffen als große.

Google hat im Europäischen Wirtschaftsraum seine Shopping-Suche grundlegend umgestellt. Die bekannten Produktkarussells und Produktgitter sind in vielen shoppingbezogenen Suchergebnissen nahezu verschwunden, berichtet Ecommercenews.eu. Google begründet den Schritt mit der Umsetzung des Digital Markets Act. Betroffen sind alle Mitgliedstaaten der EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein.

Nach Angaben der niederländischen Analyseplattform Productrise kam es innerhalb weniger Tage zu Einbrüchen von 90 bis 100 Prozent bei den erfassten Produktkarussells. Die Plattform beobachtet täglich Tausende Suchanfragen. Während die Sichtbarkeit in Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums stark zurückging, blieben die Ergebnisse in Großbritannien, den USA, Australien und weiteren Nicht-EWR-Märkten laut Productrise unverändert.

Shopping-Sichtbarkeit bricht abrupt weg

Für den Onlinehandel ist die Änderung weitreichend. Viele Händler hatten ihre organische Sichtbarkeit in der Google-Suche auch über Produktblöcke aufgebaut. Productrise-Gründer Hugo Huijer spricht von einer grundlegenden Verschiebung: Eine Funktion, auf die zahlreiche Unternehmen ihre Strategien ausgerichtet hätten, sei vorerst verschwunden. Productrise erwartet deshalb, dass Kategorieseiten in der organischen Suche wieder an Bedeutung gewinnen.

Auch SEO Südwest beobachtet eine deutliche Veränderung der Nutzerführung. Wer Google-Shopping-Ergebnisse sehen will, muss nun mehrere zusätzliche Schritte gehen. Statt der vertrauten Produktkacheln erscheinen Listen mit Shops und Aggregatoren, darunter Preisvergleichsseiten. Der Shopping-Tab ist verschwunden und laut SEO Südwest auch nicht mehr unter „Mehr“ auffindbar. Sichtbar bleiben demnach vor allem Google Shopping Ads.

Merchant Center verliert an Gewicht

Damit sinkt auch der unmittelbare Nutzen einer Listung im Google Merchant Center. Produkte werden in der organischen Shopping-Darstellung kaum noch ausgespielt. Maßnahmen im Produkt-SEO, die direkt auf Google Shopping zielten, verlieren nach Einschätzung der Branchenbeobachter an Relevanz. Für das Marketing kleinerer Shops entsteht damit eine neue Hürde, weil eine wichtige kostenlose Sichtbarkeitsfläche wegfällt.

Größere Onlinehändler könnten von der Umstellung eher profitieren, wenn Nutzer häufiger direkt bekannte Shops ansteuern. Kleinere Anbieter dürften es dagegen schwerer haben, über organische Suchtreffer Reichweite aufzubauen. Google selbst hatte im Zusammenhang mit der DMA-Anpassung von dem größten Rückgang der Suchqualität in der 29-jährigen Unternehmensgeschichte gesprochen.

Die Änderung trifft auf ein Umfeld, in dem organische Reichweite ohnehin unter Druck steht. Dazu zählen auch AI Overviews in der Google-Suche; jüngere Untersuchungen aus Deutschland verweisen bereits auf sinkende Anteile organischer Zugriffe am gesamten Website-Traffic. Offen bleibt, wie Händler ihre Sichtbarkeit nach der Umstellung neu aufbauen. Belegt ist bisher vor allem der abrupte Rückgang der Produktkarussells im EWR um 90 bis 100 Prozent.

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