Wie ein kleiner Hersteller ohne Marketing-Budget einen Bestseller bei Amazon landete

Wie ein kleiner Hersteller ohne Marketing-Budget einen Bestseller bei Amazon landete

Ein Verkaufserfolg beim Amazon Schnäppchentag Prime Day ist auch für kleine Unternehmen kein allzu großes Hexenwerk. Beindruckender ist der Langzeiterfolg. Erst recht, wenn der quasi ohne Marketing-Budget erreicht wird.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Ein multifunktionaler Schnellkochtopf brachte es im Sommer beim Prime Day von Amazon auf über 200.000 verkaufte Produkte. Das war sogar Amazon damals eine lobende Erwähnung wert.

Denn der Erfolg des Instant Pot war keine Eintagsfliege. Der Topf des kleinen kanadischen Herstellers zählt seit langem zu einem Erfolgsprodukt bei Amazon. Weltweit wurden dort und im stationären Handel inzwischen über eine Million Artikel verkauft. Und das verdanken die Kanadier aus Ottawa vor allem einer cleveren viralen Strategie und dem Einsatz von Social Media mit mehr als überschaubaren Marketingausgaben.

Per Mundpropaganda zum Verkaufserfolg

Ein Kernelement ist die Mundpropaganda, die den Kochtopf zu einem viralen Phänomen macht, begeistert sich das Magazin "Inc.".
Seit dem Start vor sechs Jahren verteilten die Kanadier nämlich kostenlose Instant Pots an inzwischen rund 200 Food-Blogger und Kochbuch-Autoren.

Das Produkt kommt an. Denn die Blogger sorgten mit Berichten und etlichen Rezeptideen für kostenlose Werbung und trugen so zudem zu einer Art Community-Building der Nutzer bei.
Noch vor der massenhaften Verbreitung bildete sich damit ein Netz überzeugter Nutzer, die als Markenbotschafter für das Produkt fungierten.

Das Unternehmen stützte den Austausch nicht nur mit einem Blog sowie Tipps und Rezepten der Nutzer auf der Homepage, sondern natürlich auch via Facebook. Die Instant-Pot-Community bei Facebook hat inzwischen über 350.000 Mitglieder.
Dabei hilft natürlich, dass Kochen ein Thema ist, bei dem man leicht miteinander ins Gespräch kommt und Rezepte teilt. Das sorgt - auch in Gruppen zu speziellen Kochthemen - für weitere Verbreitung, ohne dass sich das Unternehmen - nun ja - rühren muss.

Gewaltiges Echo bei den Kunden-Rezensionen

Geholfen haben dürfte aber auch, dass das Unternehmen zuweilen Influencer engagierte, die unter anderem mit aussagekräftigen Demo-Videos einen lebhaften Eindruck von dem Produkt vermittelten, wie NPR berichtet. Einige dieser Videos von Influencern bringen es auf bis zu eine halbe Million Views.

Das hilft dann auch bei Amazon weiter. Dort überrascht das Kochgerät mit einer gewaltigen Zahl an Kunden-Rezensionen.

Der Instant Pot, ein Art Thermomix, bringt es auf über 15.000 Rezensionen bei Amazon. Dazu kommt eine durchschnittliche Bewertung von 4,7 Sternen. Beides zusammen sorgt für einen erheblichen Vertrauensbonus bei den Kunden, die das preisaggressive Produkt schon für 99 Dollar kaufen können.

Es bewahrheitet sich damit aber auch noch eine andere Business-Binse: Ist das Produkt gut, wird es schon seine Käufer finden. Derzeit ist der Schnellkochtopf auf Platz 2 der meistverkauften Produkte in der Kategorie „Home & Kitchen“ auf Amazon.com.

Anderseits hat das Unternehmen allerdings auch seine Hausaufgaben (Bilder, Keywords, Beschreibungen) bei Amazon ordentlich erledigt. „Der Artikel ist aus Amazon SEO Gesichtspunkten sehr gut optimiert, inklusive sehr gutem Content in Sachen Bildern und einer Produkttabelle im unteren Drittel“, sagt Amazon-SEO-Experte Tim Nedden vom Beratungsunternehmen Finc3 zu Online Marketing Rockstars.


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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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