
Pohland meldet Insolvenz an
Pohland stolpert über die zu teure Expansion: Nachdem sich der strategische Investor zurückgezogen hat, setzt der Herrenaussstatter nun auf den Neustart mit Restrukturierung.
Vor allem die schon lange bestehenden Niederlassungen arbeiten demnach erfolgreich. Der Grund dafür liege nahe: "Während im Bereich Damenbekleidung Filialhäuser in guter Lage auch von ihrer Laufkundschaft leben können, sind Herrenbekleidungshäuser maßgeblich auf Stammkundschaft angewiesen, die langfristig aufgebaut und an den jeweiligen Standort gebunden werden muss", heißt es in der Presseerklärung des Unternehmens. Jede Filialeröffnung sei mit ausgesprochen hohen Investitionen für Maklerprovisionen, Mietbürgschaften, den Ausbau der Flächen und die Grundbestückung mit Waren verbunden. Gleichzeitig benötige ein neuer Standort bis zu zwei Jahre, ehe er rentabel arbeitet. Die Löhne der rund 230 Mitarbeiter sind für die nächsten Monate durch Insolvenzgeld gesichert, heißt es.
Über Pohland
Die 1958 gegründete Pohland Herrenkleidung GmbH & Co. KG meldete bereits im Jahr 2009 Insolvenz an, damals war der Finanzinvestor Aurelius ausgestiegen. Das Handelsunternehmen wurde mit sechs Filialen fortgeführt. Im Jahr 2013 trat die Clinton-Gruppe als Mehrheitsgesellschafter in das Unternehmen ein. Mit der Kapitalkraft des strategischen Investors wurden in den folgenden Jahren weitere Pohland-Häuser eröffnet.
"Zum Ausbau der Marken und des Filialnetzes waren erhebliche Mittel erforderlich. Zuletzt hat sich der strategische Investor aus dem Unternehmen zurückgezogen", heißt es.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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