Post-Streik endlich beendet

Post-Streik endlich beendet

Kunden der Deutschen Post können bald wieder mit pünktlich zugestellten Briefen und Paketen rechnen. Nach vier Wochen Dauerstreik und einer mehrtägigen Marathon-Tarifrunde haben sich die Parteien geeinigt.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Zustelldienst soll sich schnell normalisieren

Post-Chef Frank Appel sprach von einem "guten Tag für die Deutsche Post, ihre Kunden und Mitarbeiter". Nach dem Ende des Streiks werde sich der Betrieb im "absoluten Gros" der Zustellbezirke innerhalb von Tagen normalisieren, sagte Post-Personalchefin Melanie Kreis.
Die rund 140 000 Post-Beschäftigten erhalten der Einigung zufolge zum 1. Oktober 2015 zunächst eine Einmalzahlung von 400 Euro. Anschließend bekommen sie zum 1. Oktober 2016 zwei Prozent und zum 1. Oktober 2017 dann noch einmal 1,7 Prozent mehr Geld.

"Wir konnten ein Gesamtpaket vereinbaren, das unseren Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive bietet sowie gleichzeitig künftiges Wachstum ermöglicht", sagte Kreis. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis nannte den Abschluss ein "umfassendes Sicherungspaket für die Beschäftigten".
Die zum Jahresbeginn ausgegründeten Paketgesellschaften DHL Delivery mit schlechterer Bezahlung werden nicht aufgelöst oder in den Post-Haustarifvertrag aufgenommen. Die Post verpflichtet sich aber, ihre aktuell im Unternehmen arbeitenden Paketzusteller beim Mutterkonzern zu behalten. Laut Verdi sind das rund 7650 Menschen. Nur neu eingestellte Beschäftigte können damit in die ausgegründeten Gesellschaften kommen.

Die Post will die neue Paketsparte personell noch stark ausbauen. Angesichts des boomenden Online-Handels plant sie, den Personalstand von jetzt 6500 bis zum Jahr 2020 auf 20 000 auszuweiten. Diese Zahl sei angesichts des erfolgreiches Starts von Delivery "sehr realistisch", sagte Kreis.
Der Kündigungsschutz bei der Post wird zudem um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert. Eine Vergabe von Brief- oder kombinierter Brief- und Paketzustellung an Fremdfirmen ist bis Ende 2018 ausgeschlossen. Damit kommt die Post der Sorge der Gewerkschaften entgegen, dass nach der Gründung von Paketgesellschaften unterhalb des Haustarifs bald auch im Briefgeschäft der Haustarif unterlaufen werden könnte.

Dem unbefristeten Streik war ein bereits seit Ostern schwelender heftiger Tarifkonflikt vorausgegangen. Beide Seiten hatten sich vor einigen Tagen wieder zusammengesetzt, um nach einer Lösung zu suchen. Über drei Tage waren die Gespräche mit nur sehr kurzen Pausen fortgesetzt worden.

Briefe wochenlang liegengeblieben


Der Ausstand hatte zuletzt zunehmend für Beschwerden von Kunden gesorgt. In manchen Städten blieben Briefe nach Schilderungen von Betroffenen wochenlang liegen.
Klagen kamen vor allem von Online-Händlern. Der ungewöhnlich heftig ausgetragene Konflikt hatte auch intern das Post-Betriebsklima belastet. "Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen, aufeinander zuzugehen und unseren Kunden zu beweisen, dass wir auch weiterhin ein schlagkräftiges Team und die Post für Deutschland sind", sagte Vorstand Jürgen Gerdes nach der Einigung. (dpa)

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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