
Quelle: Entscheidung bis Montag
Die Bundesregierung will bis Montag über den beantragten Kredit für den insolvente Versender Quelle entscheiden. Die Auslieferung der Kataloge ist nach wie vor unsicher.
Björn BöerChefredakteurCSU schiebt Steinbrück den Schwarzen Peter zu
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte bereits verkündet, eine Zustimmung des Bundes zu dem Kredit sei so gut wie sicher. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte jedoch, den Kredit könne es nur geben, wenn das Ausfallrisiko überschaubar bliebe und es Sicherheiten gebe. Das gelte es noch zu prüfen.
Die CSU und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sehen vor allem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) in der Pflicht. Guttenberg sagte am Freitagmorgen, der Finanzminister habe alle Zahlen vorliegen. „Mir ist es völlig unverständlich, weshalb man diese Zahlen nicht zu einem Ergebnis führen kann."
Das Finanzministerium wies die Darstellung zurück: Weder lägen bislang die Zahlen vor, noch könne das Ministerium alleine entscheiden. Vielmehr sei ein gemeinsamer Ausschuss zuständig, erklärte der Sprecher von Peer Steinbrück.
Betriebsrat drängt auf schnelle Entscheidung
Der Quelle-Betriebsrat pocht unterdessen auf eine schnelle Entscheidung: „Vor dem Wochenende sollte man uns wenigstens ein Signal geben, dass nächste Woche alle Details geprüft sind", sagte Ernst Sindel, Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Fürther Versandhauses. Derzeit sei sogar unklar, ob der Katalog ausgeliefert werden könne oder nicht.
Sindel kritisierte, dass die Quelle-Rettung in der öffentlichen Darstellung auf einen Konflikt zwischen dem Land Bayern und dem Bund reduziert werde. Jetzt werde mit dem Thema Wahlkampf gemacht. „Wir sind eindeutig weg von der Sachebene", sagte der Betriebsratschef.
Ob der traditionsreiche Quelle-Katalog tatsächlich wie geplant in diesen Tagen ausgeliefert wird, muss noch entschieden werden, sagte ein Sprecher der arvato AG, zu der die zuständige Druckerei Prinovis gehört.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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