
Regierung will digitale Ausbildung fördern
Computer am Arbeitsplatz gibt es heutzutage in so gut wie jedem Betrieb. Doch viele schöpfen die Möglichkeiten digitaler Technik nicht aus. Der Handel überrascht positiv.
David WöllensteinRedakteurHandel ganz vorn mit dabei
Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte: "Die Betriebe sind etwas skeptisch, was betriebsspezifische Lernsoftware anbelangt." Mit verschiedenen Programmen im Volumen von 50 Millionen Euro unterstütze ihr Haus 2017 die Verbreitung von Digitalisierung in der beruflichen Bildung. Ein Ziel sei es, die Technik und die Fähigkeiten verstärkt in kleinere und mittlere Unternehmen zu bringen.
Ab 20 Beschäftigten würden Geräte mit Internetzugang ausnahmslos genutzt, Kleinbetriebe haben zu 98 Prozent diese Geräte. Neuentwicklungen wie Datenuhr, Wearables oder Datenbrille werden von
3 Prozent der Kleinbetriebe genutzt, aber von mehr als doppelt so vielen der größeren Firmen. Ähnliche Beobachtungen schilderte bereits die KfW Bankengruppe in einer kürzlich veröffentlichten Erhebung.
Führend seien Handel, unternehmensnahe Dienstleistungen und Fahrzeug- und Maschinenbau. Nachholbedarf machte Wanka vor allem in Teilen der Gastronomie und des Baugewerbes aus.
Betriebe beklagen IT-Grundkenntnisse der Azubis
Als "überraschend" bezeichnete es Wanka, dass fast jeder zweite Betrieb die IT-Grundkenntnisse seiner Auszubildenden nur als ausreichend bezeichnet. Michael Heister, Experte für berufliche Bildung am Bundesinstitut für Berufsbildung, sagte, digitale Geräte seien in den Betrieben zwar weit verbreitet. "Aber die Beschäftigten sind dem nicht unbedingt gewachsen."

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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