
Rewe bittet Kunden um Entschuldigung für Datenklau
Knapp eine Woche nach dem Datendiebstahl bei Rewe geht das Unternehmen auf die betroffenen Kunden zu. Während das eigene Netzwerk noch untersucht wird, fordern Datenschützer mehr Aufklärung.
Björn BöerChefredakteur"Wir bedauern es sehr, dass es den Hackern möglich war, aufgrund eines Softwarefehlers an die Daten zu gelangen. Die Tatsache, dass diese Dateien, die keine Daten über Bankverbindungen oder Kreditkartennummern enthalten, nun auf Hacker-Seiten als Download angeboten werden, ist bedauerlich", betont Frank Wiemer, IT- und Logistik-Vorstand der Rewe Gruppe.
Laut Wiemer untersucht das Unternehmen derzeit das Netzwerk sowie die Server jedes Dienstleisters, um so schnell wie technisch möglich jede Datei mit Kundenbezug zu verschlüsseln.
"In der Zwischenzeit kann es im Sinne des Daten- und Kundenschutzes zur zeitweisen Offline-Stellung oder zu Nutzungseinschränkungen der Seiten kommen, die von dem jeweiligen Dienstleister betrieben werden", sagt der IT-Chef.
Datenschützer wollen noch mehr wissen
Unterdessen fordert der Datenschutzbeauftragte in Nordrhein-Westfalen weitere Aufklärung von Rewe. "Meine Mitarbeiter haben einen Kontrollbesuch gemacht. Dabei ist eine ganze Reihe von Fragen noch nicht zu meiner Zufriedenheit geklärt worden", sagte der NRW-Landesbeauftragte Ulrich Lepper der "Bild"-Zeitung.
Seine Sprecherin erläuterte, es sei zum Beispiel nicht ersichtlich, warum jemand, der an der Sammelbörse teilnimmt, seine Postadresse angeben solle. Auch die vertraglichen Regelungen zwischen Rewe und dem Dienstleister, der die Datenbank erstellt hat, seien der Datenschutzbehörde noch unklar.
"Wir werden die Antworten auf unsere Fragen jetzt schriftlich anfordern", sagte die Sprecherin in Düsseldorf.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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