
Rossmann hat kaum Interesse an Schlecker-Filialen
Die Drogeriekette Schlecker hat am Montagmorgen Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm beantragt. Derweil zeigt sich Wettbewerber Rossmann kaum an der Übernahme von Filialen interessiert.
Thomas RehmRedakteurZu geringe Umsätze, schlechte Imagewerte
"Die Wettbewerber Rossmann, dm und Müller sind dieser Kette schon vor Jahren meilenweit enteilt", so Roßmann. Schlecker habe zu lange am alten Konzept festgehalten, immer nur neue Läden zu eröffnen.
Das bestätigen Umfragen bei Verbrauchern: Demnach ist Schlecker seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Aktuell lägen die Imagewerte von Schlecker mit minus 37,8 Punkten "dramatisch unter" den äußerst beliebten Marken Rossmann (plus 79,4) und dm (88,3), heißt es in einer Markenstudie des Meinungsforschungsinstituts YouGov.
Mit einem monatlichen Umsatz von im Schnitt 20.000 Euro wie bei Schlecker könne man auf Dauer kein erfolgreiches Drogeriemarkt-Konzept betreiben, sagte Dirk Roßmann. "Rossmann und dm kommen monatlich im Schnitt auf Erlöse von 300.000 Euro."
Das Familienunternehmen aus Ehingen hatte am Freitag mitgeteilt, dass Deutschlands größte Drogeriekette zahlungsunfähig ist und in die Planinsolvenz geht. Grund sei eine geplatzte Zwischenfinanzierung.
Bildergalerie: Schlecker - Zerfall eines Drogerieimperiums

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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