
Schlecker-Insolvenzverwalter appelliert an die Bundesregierung
Rund 2.000 Schlecker-Filialen sollen auf jeden Fall geschlossen werden, bei 400 könnte das endgültige Aus vielleicht noch abgewendet werden, sagt der Insolvenzverwalter, der erneut nach Staatshilfen ruft. Einen Verbündeten hat Geiwitz dabei auf seiner Seite.
Thomas RehmRedakteurOhne eine solche Lösung würden Investoren womöglich abgeschreckt. Die nötigen rund 70 Millionen Euro könne Schlecker innerhalb eines halben Jahres, für das eine solche Gesellschaft gedacht wäre, zurückzahlen.
Rettungskonzept mit oder ohne Transfergesellschaft
Eine für Schlecker angestrebte Transfergesellschaft soll, wie es der Name sagt, entlassenen Beschäftigten den Übergang in einen neuen Job ermöglichen. Primär geht es bei der Maßnahme nicht um die Weiterbeschäftigung entlassener Mitarbeiter, sondern um deren Weitervermittlung.
Das Unternehmen ist verpflichtet, den Betroffenen bei der Suche nach Arbeitsplätzen zu helfen und gegebenenfalls Weiterbildungsmaßnahmen zu finanzieren. Die Bundesagentur für Arbeit errichtet eine solche Gesellschaft in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern.
Zum Übertritt in die Transfergesellschaft werden die bisherigen Verträge der Betroffenen aufgehoben. Sie erhalten auf höchstens zwölf Monate befristete Anstellungen bei der Transfergesellschaft. Während dieser Zeit erhalten sie von der Agentur für Arbeit ein sogenanntes Transferkurzarbeitergeld, das bis zu 67 Prozent des bisherigen Nettoentgelts beträgt. Der bisherige Arbeitgeber kann dies noch aufstocken.
Das Land Baden-Württemberg macht sich für Staatshilfe stark
Notfalls funktioniere sein Schlecker-Rettungskonzept aber auch ohne eine Transfergesellschaft, sagte Geiwitz. "Das müsste ich dann akzeptieren", sagte der Insolvenzverwalter. Doch hoffe er, die Politik ermögliche einen Kredit oder eine Bürgschaft. Rund 12.000 Schlecker-Frauen stünden nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi sonst vor dem Nichts.
Geiwitz ist die Unterstützung der baden-württembergischen Landesregierung sicher. Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) will sich mit dem Nein zu einem KfW-Kredit für eine Schlecker-Transfergesellschaft nicht abfinden. "Wir fordern Herrn Rösler auf, endlich zu begreifen, dass es hier um viele, viele tausend Beschäftigte geht", sagte Schmid in Stuttgart an die Adresse von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).
Er wolle auch nochmals mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen darüber sprechen. Landesförderbanken könnten die Transfergesellschaft nicht ohne weiteres finanzieren, daher bleibe der KfW-Kredit "der Königsweg". Nächste Woche wollten sich auch die Bundesländer nochmals koordinieren. Die nötigen rund 70 Millionen Euro kann Schlecker laut Geiwitz innerhalb eines halben Jahres, für das eine solche Gesellschaft gedacht wäre, zurückzahlen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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