Die Gewerkschaft Verdi fordert schnelle Gespräche über die Jobs bei Schlecker, doch der Insolvenzverwalter bittet um Geduld. Derweil verhängen erste Hersteller einen Lieferstopp für die Drogeriekette.
Wann das Insolvenzverfahren eröffnet wird, ist noch offen. "Der Insolvenzverwalter muss zunächst die Bücher sichten, das wird einige Zeit in Anspruch nehmen", sagte der Ulmer Insolvenzrichter Benjamin Webel der Nachrichtenagentur dpa. Der Geschäftsbetrieb laufe derweil unverändert weiter, erklärte ein Schlecker-Sprecher.
Unilever stellt Lieferungen ein
Der Drogerieanbieter muss aber einen ersten Lieferstopp verkraften: So stellte Unilever (Dove, Rexona) die Belieferung vorerst ein. Ein Sprecher der deutschen Tochter bestätigte einen entsprechenden Bericht von "Spiegel Online".
Schlecker hatte am Freitag mitgeteilt, dass Deutschlands größte Drogeriekette zahlungsunfähig ist und eine Planinsolvenz angekündigt. Am Montag stellte das Familienunternehmen aus Ehingen dann einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm. Das Auslandsgeschäft und die Tochter IhrPlatz sind davon jedoch nicht betroffen.
Joachim Stumpf, Geschäftsführer der Handelsberatung BBE München, sah im Gespräch mit derhandel.de wenig Erfolgschancen für Schlecker: "Es sieht extrem düster aus", sagte der Handelsexperte.
dpa
Bildergalerie: Schlecker - Zerfall eines Drogerieimperiums
