Schlecker kämpft mit Lieferproblemen

Schlecker kämpft mit Lieferproblemen

Die Gewerkschaft Verdi fordert schnelle Gespräche über die Jobs bei Schlecker, doch der Insolvenzverwalter bittet um Geduld. Derweil verhängen erste Hersteller einen Lieferstopp für die Drogeriekette.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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"Es laufen Gespräche mit allen Beteiligten", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Gewerkschaft Verdi dringt auf zeitnahe Gespräche über die Zukunft der rund 30.000 deutschen Beschäftigten.

Wann das Insolvenzverfahren eröffnet wird, ist noch offen. "Der Insolvenzverwalter muss zunächst die Bücher sichten, das wird einige Zeit in Anspruch nehmen", sagte der Ulmer Insolvenzrichter Benjamin Webel der Nachrichtenagentur dpa. Der Geschäftsbetrieb laufe derweil unverändert weiter, erklärte ein Schlecker-Sprecher.

Unilever stellt Lieferungen ein

Der Drogerieanbieter muss aber einen ersten Lieferstopp verkraften: So stellte Unilever (Dove, Rexona) die Belieferung vorerst ein. Ein Sprecher der deutschen Tochter bestätigte einen entsprechenden Bericht von "Spiegel Online".

Der Lieferstopp gelte seit Montag. "Wir stehen aber in engem Kontakt mit Schlecker und hoffen, die Lieferungen schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können", betonte Unilever. Ein Schlecker-Sprecher erklärte, zu einzelnen Lieferanten äußere sich die Drogeriekette nicht. Mittlerweile bekommt die Drogeriekette jedoch wieder Ware.

Schlecker hatte am Freitag mitgeteilt, dass Deutschlands größte Drogeriekette zahlungsunfähig ist und eine Planinsolvenz angekündigt. Am Montag stellte das Familienunternehmen aus Ehingen dann einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm. Das Auslandsgeschäft und die Tochter IhrPlatz sind davon jedoch nicht betroffen.

Joachim Stumpf, Geschäftsführer der Handelsberatung BBE München, sah im Gespräch mit derhandel.de wenig Erfolgschancen für Schlecker: "Es sieht extrem düster aus", sagte der Handelsexperte.

dpa

Bildergalerie: Schlecker - Zerfall eines Drogerieimperiums

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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