Schlecker kann "im Wesentlichen" weitermachen

Schlecker kann "im Wesentlichen" weitermachen

In der Krise gibt sich Schlecker offen: Das Familienvermögen sei aufgezehrt, für Firmengründer Anton Schlecker gelte die Privatinsolvenz. Aber die Drogeriekette glaubt an sich. Und der Finanzchef verblüfft mit einer Bilanz.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Geiwitz, der "starke Verwalter"

Am Montagmorgen war Geiwitz vom Amtsgericht Ulm zum sogenannten vorläufigen"starken" Verwalter ernannt worden. Dies bedeute, dass die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen des Schuldners auf den Insolvenzverwalter übergehe.  Dadurch will Geiwitz unter anderem die Mietzahlungen für die Läden sichern. Ob Schlecker in eine Insolvenzplanverfahren gehen könne, sei noch unklar, erklärte der Insolvenzverwalter.

Die Insolvenz der Schlecker e. K. bedeute die Privatinsolvenz von Anton Schlecker, teilte Geiwitz mit. Meike Schlecker erklärte, Tochter des Firmengründers, sie wolle mit Gerüchten aufräumen, ihre Familie habe Geld zur Seite geschafft. "Das Vermögen meines Vaters war immer das Unternehmen", sagte sie. Ihre Eltern, sie und ihr Bruder Lars hätten große Teile ihres Privatvermögens bereits in die Restrukturierung der Kette gesteckt.

Nur 6.000 Filialen

Der Verwalter revidierte auf einer Pressekonferenz am Schlecker-Sitz Ehingen bisherige Zahlen zu den Filialen - es seien mehr als 6.000 in Deutschland mit rund 32.000 Mitarbeitern. Zuvor war von knapp unter 7.000 die Rede.

Wesentliche Pflichten von Geiwitz seien die Sicherung des Vermögens des Schuldners und die Fortführung der Unternehmung bis zur Eröffnung des eigentlichen Verfahrens. Geiwitz machte deutlich, dass er weiter gemeinsam mit Familie, Management, Gläubigern und Arbeitnehmervertretern eine Zukunftslösung anstrebe.

Im Unternehmen sieht der Insolvenzverwalter Substanz. Die Auslandsgesellschaften seien nicht in die Insolvenz einbezogen, da sie wirtschaftlich eigenständig und profitabel sind.

Keine Bankschulden

Der Schlecker-Finanzchef Sami Sagur betonte, dass der größte Teil der Verkaufsstellen in Deutschland schwarze Zahlen schreibe. Die hohe Kundennähe sei ein wichtiger Wert, und die entsprechende Unternehmensausrichtung im Jahr 2011 gehe in die richtige Richtung. Eine Sanierung des Unternehmens habe Priorität. Auch gebe es keine Bankverbindlichkeiten; es seien die Lieferantenschulden in zweistelliger Millionenhöhe gewesen, die die Insolvenz ausgelöst hatten.

Warum die Schulden aufgelaufen sind, erklärte Schlecker nicht.

Schon am Sonntag habe es konstruktive Gespräche mit Verdi gegeben. Für die Gewerkschaft stehe die Erhaltung möglichst vieler Arbeitsplätze in einem zukunftsfähigen Unternehmen im Vordergrund.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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