
Schlecker meldet Insolvenz an
Paukenschlag für den deutschen Einzelhandel: Der angeschlagene Drogeriemarktriese ist zahlungsunfähig. Der Betrieb soll aber weiterlaufen.
David WöllensteinRedakteurBildergalerie: Schlecker - Zerfall eines Drogerieimperiums
Gehälter werden über das Insolvenzausfallgeld gezahlt
Die Plan-Insolvenz bedeute, dass Schlecker einen Antrag auf Insolvenz stelle und diesen mit einem Vorschlag für die Sanierung verbinde. "Folgen die Gläubiger dem Plan, bleibt die alte Geschäftsführung im Amt, und der bestellte Insolvenzverwalter wird begleitend tätig", schreibt Schlecker. Ziel des Verfahrens sei der Erhalt eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze.
Zudem betonte das Unternehmen, dass der Geschäftsbetrieb unverändert weiter laufe und auch die Zahlungen der Mitarbeitergehälter ist im Rahmen des Insolvenzausfall-Geldes gesichert seien.
Die Gewerkschaft Verdi kündigte noch für heute Nachmittag eine Erklärung an.
Sinkene Erlöse
Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen. Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland.
Zuletzt hatte Schlecker noch rund 7.000 Läden in Deutschland und etwa 3.000 weitere in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal. Im Wettbewerb hatten die Konkurrenten dm und Rossmann zuletzt aufgeholt.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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