Schlecker-Vermieter müssen Räumung selbst zahlen

Schlecker-Vermieter müssen Räumung selbst zahlen

3.000 Schlecker-Filialen stehen nach der Pleite leer. Auf den Kosten für die Räumung bleiben wohl die Vermieter genau so sitzen wie für den Schlüsseldienst - in vielen Geschäften sind die Schlüssel verschwunden.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Kanzlei von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz habe Anfang Juli sämtlichen Vermietern der gut 3.000 Filialen mit einer Frist von drei Monaten gekündigt, die Mietzahlungen allerdings in vielen Fällen sofort eingestellt, berichtete "Der Spiegel".

Zudem habe Geiwitz mitgeteilt, dass die Räumung der Läden auf Kosten der Vermieter zu erfolgen habe. Nach Hochrechnungen von Vermietern dürften sich die gesamten Verluste auf mehr als 16 Millionen Euro addieren.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters teilte am Sonntag mit, dass Vermieter gegenüber dem schuldnerischen Unternehmen Anspruch auf Herausgabe der Immobilie nach Ablauf der Kündigungsfrist hätten. Räumung und Herstellung des vertragsgemäßen Zustands seien aber davon unabhängige Insolvenzforderungen.

"Eine Räumung durch den Insolvenzverwalter wäre nach Insolvenzrecht nur vertretbar gewesen, wenn die Insolvenzmasse hieraus einen Vorteil erzielt hätte", hieß es.
 
Dies sei bei der hohen Zahl der Räumungen und den verbundenen Kosten nicht zu erwarten gewesen, hieß es mit Blick etwa auf Lagerkapazitäten und Logistik. "Daher konnte keine Räumung des Inventars erfolgen."

Viele Schlüssel verschwunden

Ladeneinrichtung oder elektrische Installationen müssten eigenständig entsorgt werden, berichtete "Der Spiegel" weiter. Da für viele Geschäfte die Schlüssel nicht mehr auffindbar seien, sollten die Vermieter "sich selbst den Zugang zur Filiale verschaffen", indem sie auf eigene Kosten die Schlösser aufbrechen und austauschen, zitiert das Blatt aus einem Brief von Geiwitz.

Die Kosten für Räumung und Austausch der Schlösser könnten zwar als Insolvenzforderung angemeldet werden - man gehe aber "tendenziell eher davon aus, dass die einfachen Insolvenzgläubiger (...) nicht mit einer erheblichen Quote für die Forderungen rechnen können", schreibt Geiwitz demnach.

Der Sprecher des Insolvenzverwalters erklärte, dass dieser den Vermietern ermöglicht habe, das Inventar selbst zu verkaufen. Auch technisches Equipment wie Kassen und Monitore zähle dazu. Der Netto-Erlös sei mit den rückständigen Mieten zu verrechnen.

"Um die Veräußerung zu erleichtern, hatte die Insolvenzverwaltung Vermietern auch Adressen und Kontakte interessierter Verwerter und Räumungsunternehmen, vermittelt, wenn diese überregional tätig waren", lautet die Erklärung.

5,1 Millionen Kunden im Juni

Unterdessen berichtete das Magazin "Focus" am Wochenende, dass die Drogeriekette Schlecker im letzten Monats ihres Bestehens noch einmal kräftig Kunden angelockt habe.

5,1 Millionen Käufer seien im Juni gekommen, schreibt "Focus" unter Berufung auf Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die diese bereits Ende Juli veröffentlicht hatte.

Die Experten der GfK gehen weiter davon aus, dass sich Supermärkte (29 Prozent), Discounter (30 Prozent) und die anderen Drogeriemärkte (33 Prozent) den Milliarden-Umsatz mit Deo, Toilettenpapier und Shampoo zu fast gleichen Teilen sichern dürften. Auch diese Zahlen waren bereits zuvor bekannt.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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