
Staatsanwaltschaft interessiert sich für Schlecker
Schlecker ist am Ende - nun prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie gegen das Unternehmen wegen der möglichen Straftatbestände Bankrott oder Betrug ermitteln muss. Dabei ist die Buchführung bei der Drogeriekette interessant.
Thomas RehmRedakteurErgebnis nicht vor Juli
Jedes Amtsgericht informiere bei Insolvenzfällen immer auch die Staatsanwaltschaft. Im Fall Schlecker trat die zunächst zuständige Ulmer Ermittlungsbehörde die Aufgabe an die Kollegen in Stuttgart ab, wo die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Wirtschaftsstrafsachen sitzt.
Sprecherin Krauth zufolge ist mit einem Ergebnis nicht vor Juli zu rechnen. Herauskommen könne dann, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, weil ein ausreichender Anfangsverdacht gegeben ist. Andererseits könne die Vorprüfung auch ergeben, dass rechtlich nichts zu beanstanden ist. Variante drei sei, dass die Staatsanwaltschaft noch mehr Zeit benötige und die Vorprüfung auch im Juli vorantreibe.
e.K. schützt Anton Schlecker - aber nicht bei den Unternehmenstöchtern
Laut Krauth könnte Anton Schlecker als Einzelperson in der von ihm gewählten Rechtsform eingetragener Kaufmann (e.K.) nicht wegen einer Insolvenzverschleppung belangt werden.
Das gelte aber nicht für die Töchter Ihr Platz GmbH + Co. KG und die Schlecker XL GmbH. Außerdem griffen bei Anton Schlecker - sollte er sich tatsächlich schuldig gemacht haben - die Straftatbestände Bankrott, Untreue oder Betrug, die mit der Verschleppung eines Insolvenzverfahrens zusammenhängen.
All diese drei Tatbestände können laut Gesetz mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Geprüft werde nun etwa die Buchführung im Schlecker-Konzern. Auch Geschäfte wie beispielsweise Verkäufe von Grundstücken schaue sich die Staatsanwaltschaft genau an.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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