Mitarbeiterin füllt Supermarktregal mit Bitterstoff-Produkten auf
© Higgsfield / Soul

Bitterliebe nimmt den Lebensmittelhandel ins Visier

Mit Onlineshop und Facebook-Ads starteten die Bitterliebe-Gründer Andre Sierek und Jan Stratmann 2018 durch. Heute sind ihre Produkte mit Bitterstoffen aus Naturkräutern deutschlandweit im Drogeriehandel gelistet. Zum Erfolg trug auch Judith Williams, Jurorin bei "Die Höhle der Löwen" bei, die sich als Investorin bei dem Mannheimer Start-up einkaufte. Als nächstes haben die Gründer den LEH im Visier.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Bitterstoffe sind in vielen Pflanzen enthalten, aber durch gezielte Züchtung heute weitgehend aus dem Nahrungsmittelangebot verschwunden. Dabei haben sie viele Vorteile für die Gesundheit, davon sind Andre Sierek und Jan Stratmann überzeugt. Ihre Mission: Bitterstoffe wieder als Teil der Ernährung zu etablieren. Die beiden Mannheimer haben 2018 Bitterliebe gegründet und vertreiben Pulver, Tees, Tropfen und Kapseln mit Bitterstoffen aus Naturkräutern.

Nicht zuletzt durch den Auftritt bei der "Höhle der Löwen" 2019 und den Einstieg der Jurorin Judith Williams als Investorin ist das Start-up seitdem stark gewachsen. Die Produkte sind deutschlandweit bei dm, Rossmann und Budnikowsky gelistet, der Umsatz belief sich 2021 auf mehr als 10 Millionen Euro. Im Dezember 2020 übernahm die Beteiligungsgesellschaft Arcus Capital aus München die Mehrheit an Bitterliebe. Sowohl die Gründer als auch die bisherige Gesellschafterin Judith Williams bleiben aber wesentlich an dem Unternehmen beteiligt.

Im Etailment-Interview erklärt Mitgründer und CEO Andre Sierek, wie er auch den Lebensmitteleinzelhandel von den Produkten überzeugen will.

Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Wir von Bitterliebe vertreiben Nahrungsergänzungsmittel mit dem Fokus auf sogenannte Bitterstoffe. Bitterstoffe sind in vielen Pflanzen enthalten und haben vielerlei Vorteile. Beispielsweise können Bitterstoffe unterstützend bei der Verdauung wirken und Heißhunger auf Süßes lindern.

Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Bitterliebe ist DIE Multi-Channel-Brand und Experte zum Thema pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel. Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Wir haben bereits mehr als 500.000 Endkunden und sind u.a. deutschlandweit bei dm, Rossmann und Budnikowsky gelistet. Neben unseren Onlineshops sind wir auch regelmäßig im Teleshopping zu sehen und bei Amazon unter den Top-100-Produkten im Bereich Drogerie und Körperpflege. 2022 werden wir zudem den LEH in Angriff nehmen.

Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Da wir eines der erfolgreichsten Start-ups im Drogeriemarkt sind, würden wir diesen Erfolg im LEH gerne wiederholen. Dementsprechend sind Edeka und Rewe aktuell sehr interessant für uns. Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Dass der „Offline-Handel“ nach anderen Gesetzen funktioniert als die Online-Welt. Zum Glück haben wir sehr erfahrene Handelsberater und konnten uns so die Expertise schnell aufbauen.

Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Bereits im 3. vollen Geschäftsjahr haben wir einen 8-stelligen Umsatz erzielt und wir sind seit Tag 1 ein profitables Unternehmen, das aus dem eigenen Cashflow wächst und finanziert wird.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Bitterliebe ist mittlerweile in jedem vierten deutschen Haushalt vertreten.

Start-ups ohne Buzzwords

Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.

Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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