
Tchibo hui, Quelle pfui
Die Quelle-Pleite beeinträchtigt das Image der Multi-Channel-Händler insgesamt. Bis auf Tchibo: Der Onlineshop legt in der Publlikumsgunst zu und zieht nach wie vor gutsituierte Frauen an.
„Die Insolvenz von Quelle wirft trotz guter Umsatzprognosen in der E-Commerce-Branche seine Schatten auf die Versandhäuser“, heißt es in der Pressemitteilung zu der Novemberauswertung des Electronic-Commerce-Center Handel (ECC Handel), das an dem Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln beheimatet ist. „Der traditionsreiche Universalhändler konnte vor allem die junge Zielgruppe online nicht ausreichend überzeugen und nur ein mittelmäßiges Image erzielen.“
Quelle rutscht auf Platz 18
Nach der Bekanntgabe der Insolvenz landet der Online-Shop im aktuellen ECC-Shopmonitor nur noch auf Rang 18. Doch auch andere Multi-Channel-Anbieter wie Neckermann, Baur und Schwab müssen in diesem Monat Imageverluste hinnehmen. Eine rühmliche Ausnahme ist nur der Onlineshop von Tchibo, der sein positives Image weiter ausbauen und sich somit im November-Imageranking erneut den zweiten Rang sichern konnte.
Bereits im ersten ECC-Shopmonitor im Oktober 2009 konnte sich Tchibo mit deutlichem Abstand zum Drittplatzierten über einen guten Imagewert freuen. Im aktuellen November-Imageranking vergrößert sich dieser Abstand sogar: Tchibo kann sich demnach abermals als bester Multi-Channel-Anbieter hinter dem reinen Internethändler und Branchenprimus Amazon platzieren kann.
Tchibo.de zieht gutsituierte Frauen an
Etwa 60 Prozent der Befragten bewerten das Image von Tchibo als „Gut“ oder „Sehr gut“. Nur 10 von 1.000 befragten Personen empfinden das Image des Tchibo-Onlineshops als „Sehr schlecht“.
Besonders beliebt ist das Unternehmen bei den weiblichen Teilnehmern sowie bei Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 5.000 Euro. Hier konnte Tchibo auf einer Skala von 1 („Sehr schlecht“) bis 5 („Sehr gut“) einen durchschnittlichen Wert über 4 erreichen.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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