Amazon plant Konsumtempel für das Kindle

Amazon plant Konsumtempel für das Kindle

In meinen ersten Blog-Leben kündigte ich einmal an: „Amazon kauft Karstadt für einen Euro“. Das war als Glosse gemeint. Doch nun scheint Amazon tatsächlich ins Store-Geschäft einzusteigen. Ein paar Nummern kleiner, aber nicht weniger ambitioniert. US-Medien spekulieren über einen Amazon-Store am Firmensitz in Seattle in den kommenden Monaten. Er könnte zu einem Einkaufstempel für das Kindle werden. Nach dem Vorbild der Apple-Stores.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Ein großes Amazon-Warenhaus macht angesichts der Breite des Online-Sortiments sicher keinen Sinn. Aber ein Laden, der eBook-Reader und begleitende Produkte haptisch erfahrbar macht, könnte sehr wohl funktionieren und dem Hardware-Verkauf einen weiteren Schub geben. Schließlich könnten sich so auch Kunden vom Kindle überzeugen, die bislang nicht erreicht wurden.

„We’re talking older folks, luddites, grumps, and folks who claim that “reading it in paper” is better. To have them walk up to a display of working Kindles, newly minted and displaying the latest Stephen King book, is the only way Amazon will convince them that going digital is the only way to go“, formuliert es Techchrunch.

Ein solches Konzept, ergänzt um begleitende Hardware und Accessoires zum Kindle sowie Bestseller-Bücher aus dem eigenen, noch aufzubauenden Verlagsgeschäft ließe sich zudem relativ leicht in anderen Städten multiplizieren.

Amazon dürfte es dabei nicht nur um die nackten Verkaufszahlen für das Kindle gehen. Das Kindle ist im wesentlichen immer noch ein subventioniertes Gerät, um die Online-Verkäufe zu pushen und Kunden an die Amazon-Welt zu binden.

Gleichzeitig ist das Vordringen von Amazon Richtung "Bricks" Wasser auf die Mühlen aller Multichannel-Anbieter, die überzeugt sind, dass auch Online-Kunden vor einem Kauf auf die physische Erfahrbarkeit der Ware wert legen und das ein Offline-Angebot den E-Commerce-Umsatz insgesamt sogar stärken kann. Nicht ohne Grund experimentierte auch Ebay mit einem Pop-up-Store. Auch der Onlineshop Notebooksbilliger.de bietet seit 2010 in München ein stationäres Laden-Geschäft.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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